Arbeitsagentur will wortbrüchig werden

Für die Geschäftsstellen Buchen, Bad Mergentheim und Wertheim sind Dienstleistungseinschränkungen angekündigt

Die Zusicherungen der Verantwortlichen sind eindeutig. Die Pressemitteilung die zusichert, dass sich für die Arbeitsuchenden nichts ändert, ist noch kein halbes Jahr alt und findet sich aktuell noch immer auf der Homepage (Rubrik Presse) der neuen Arbeitsagentur Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim.
Gleichwohl hat der Geschäftsführer der im Oktober fusionierten Arbeitsagentur Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim, Guido Rebstock, Bürgermeister Roland nunmehr darüber informiert, dass Menschen die arbeitslos werden, die eine neue Stelle suchen oder auch Schüler, die eine persönliche Beratung wünschen, sich für ihren Erstkontakt nicht mehr persönlich an die Arbeitsagentur-Geschäftsstellen in Buchen, Bad Mergentheim und Wertheim werden wenden können. Das soll künftig nur noch in Tauberbischofsheim und Mosbach oder über das Internet möglich sein.
Die von der Arbeitsagentur ab Januar 2013 geplante Änderung straft Erklärungen der jüngeren Vergangenheit Lügen, obwohl die Tinte unter dem Versprechen noch nicht richtig trocken ist.




Bürgermeister Roland Burger und seine Oberbürgermeisterkollegen aus Bad-Mergentheim, Udo Glatthaar sowie Stefan Mikulicz, Wertheim, sind sich deshalb darüber einig, dass sie bei den Verantwortlichen die Einhaltung der gegebenen Versprechen gemeinsam einfordern werden. Sie haben dazu auch den Abgeordneten im Deutschen Bundestag, Alois Gerig, sowie die Landräte Dr. Achim Brötel und Reinhard Frank um ihre Unterstützung gebeten.
Vor allem, weil sie in der beabsichtigten Maßnahme einen ersten Schritt zum einem „Sterben auf Raten“ der dezentralen Dienstleistungsstruktur der Arbeitsagentur sehen. Geschäftsführer Rebstock hat die angekündigten Einschränkungen mit einem Mangel an Personal begründet. „Was nutzt eine Agentur vor Ort, an die man sich wegen Personalmangel nicht mehr wenden kann?“, fragt Bürgermeister Roland Burger.
Deshalb wird mit seinen Kollegen aus Bad Mergentheim und Wertheim gemeinsam dafür kämpfen, dass das letzte Wort in dieser Sache noch nicht gesprochen ist. Insbesondere deshalb, weil die personelle Einschränkung eine weitere Schwächung der dezentralen öffentlichen Servicestruktur und eine Ausblutung des Ländlichen Raumes bedeuten würde.

Die Ober/Bürgermeister sind sich einig: eine Maßnahme, die man sich im Ballungsraum nie trauen würde, kann auch in den ländlich geprägten Mittelzentren Buchen, Bad Mergentheim und Wertheim nicht akzeptiert werden, weil sie die Dienstleistungsfunktion für die gesamten von dort versorgten Mittelbereiche einschränken würde. Die Ober/Bürgermeister fordern von der Bundesagentur für Arbeit gemeinsam, dass die Personalbemessung der Arbeitsagentur den besonderen Verhältnissen im Ländlichen Raum Rechnung tragen muss und die gesamte Dienstleistungspalette vor Ort erhalten bleibt.

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