Schwarzer Kreis ein weißer Fleck

Wirtschaftlich auf ostdeutschem Niveau

Neckar-Odenwald-Kreis. (pm) Keine Frage: Wer die rote Laterne trägt, den erfüllt es meist nicht mit Stolz. Der neueste Wohlstandvergleich des Instituts der deutschen Wirtschaft sieht den Neckar-Odenwald-Kreis genau dort: Am hinteren Ende der Skala – deutschlandweit. Anhand 15 verschiedener Indikatoren wurde die Entwicklung von Arbeitsmarkt, Wirtschaftsstruktur und Lebensqualität in 402 Städten und Landkreisen deutschlandweit gemessen und bewertet. Im Gesamtniveau liegt der Neckar-Odenwald-Kreis auf Platz 303. Die Wirtschaftsstruktur wird mit einer 4,0 bewertet, der Arbeitsmarkt erhält sogar eine 5,0. Die Lebensqualität ist laut IWD mit 3,0 befriedigend. 

Bei der Entwicklung in den letzten Jahren gar nur auf 386, auf gleicher Höhe mit vielen ostdeutschen Landkreisen. Übersetzt heißt das, dass wir im nationalen Kontext dabei sind, den Anschluss zu verlieren. Im Vergleich dazu steht der Main-Tauber-Kreis mit Gesamtplatz 123 geradezu blendend da.  An der Randlage in Baden-Württemberg kann es also nicht liegen.




Was seit 2007 von Wissenschaftlern untersucht wird, nehmen andere Landkreise zum Anlass, ihren Status zu bewerten, zu überdenken und ihre Schlüsse daraus ziehen. Nicht so im Neckar-Odenwald-Kreis. Landrat Dr. Brötel teilt nur mit, dass er sich zu derlei Rankings grundsätzlich nicht äußern möchte.

Dass es der Neckar-Odenwald-Kreis wirtschaftlich nicht mit den meisten der anderen Landkreise aufnehmen kann, wird nicht das erste Mal bescheinigt. „Wir würden uns aber wünschen, dass das Ergebnis dieser Untersuchung konstruktiv aufgenommen und in den Gremien des Kreistags ebenso diskutiert wird. Wir meinen, dass eine selbstbewusste und evtl. selbstkritische Antwort von Landrat Dr. Brötel auf die Anfrage besser angekommen wäre, als gar keine. Das lässt nämlich Platz für Interpretationen“, so die grüne Kreistagsfraktion.

Als Fraktion und als Kreisverband von Bündnis 90/Grüne will man sich weiter aktiv einbringen. Ein Wegducken vor den Zahlen, bzw. vor deren kritischer Aufbereitung komme für die Grünen nicht in Frage.

Infos im Internet:

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1 Kommentar

  1. Arm – Ärmer – BCH

    Ein Blick zur Odenwaldakademie DA-Michelstadt
    bei Prof.Dr.Schmiede und der Diskusionsbedarf
    geht gegen Null.
    Sapere aude achim.

    p.s.
    Respekt an die NZ(NOK) für denn Mut zur Ver-
    öffentlichung des Beitrags.

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