NOKZEIT stellt Bürgermeisterkandidaten vor

NZ-Bürgermeister-Check für Obrigheim – Kandidatenvorstellung in der Neckarhalle

 

Fünf Bewerber wollen auf den Chefsessel im Obrigheimer Rathaus. Im Rahmen des NOKZEIT-BM-Checks werden Leser_innen die Menschen und ihre Ideen hinter den Wahlplakaten kennenlernen. Dabei gibt es weder durch Kürzungen, noch durch subjektive Zusammenfassungen eines Autors Verfälschungen, die zu einem völlig anderen Bild führen können. Zu sehen sind von links: Richard Zorn, Christoph Klotz, Raimund Horbs  Achim Walter und Christoph Lunczer. (Fotos: K. Weidlich/pm/) 

Obrigheim. Am 12. Oktober sind die Wähler_innen in Obrigheim, Asbach und Mörtelstein dazu aufgerufen, ein neues Gemeindeoberhaupt zu bestimmen. Aus fünf Bewerbern wird der Nachfolger von Bürgermeister Roland Lauer (CDU) bestimmt.

Heute, Dienstag, den 30. September, um 19:00 Uhr, haben die Bürger_innen der Neckartalgemeinde die Möglichkeit, die Bewerber Dipl. Verwaltungswirt Richard Zorn (Jg. 1966) aus Mosbach, Dipl. Betriebswirt Christoph Klotz (Jg. 1980) Obrigheim, Dipl. Verwaltungswirt Raimund Horbas (Jg. 1975) aus Gaildorf, Dipl. Verwaltungswirt Achim Walter (Jg. 1969) aus Elztal und Bankbetriebswirt Christoph Lunczer (Jg. 1976) aus Obrigheim persönlich bei der offiziellen Kandidatenvorstellung in der Neckarhalle kennen zu lernen.

Da jedoch nicht alle Wahlberechtigten in der Neckarhalle Platz finden oder Zeit haben, an der Versammlung teilzunehmen und Zeitungsberichte in der Regel stark gekürzt und durch die Brille des Verfassers stark subjektiv sind, stellen wir die Bürgermeister-Kandidaten im Rahmen unseres NOKZEIT-BM-Checks vor. Auch Fragen von Leser_innen wurde in den Fragenkatalog aufgenommen. Aufgrund unserer Vorgabe, dass keinerlei Kürzungen vorgenommen werden, haben die Bewerber die Möglichkeit, sich direkt und authentisch an die Wähler_innen zu wenden. Durch die Kommentarfunktion können Leser_innen dann sogar unmittelbar reagieren und Impulse setzen.

Heute starten wir mit der Frage nach Qualifikation, Stärken, Schwächen, Parteizugehörigkeit. Es gibt immer eine Frage, dann die Stellungnahmen der Bewerber, damit ein Vergleich möglich ist. Die Antworten werden zunächst in der Reihenfolge des Eingangs der Bewerbung veröffentlicht. Anschließend stellen wir die Aussagen in rotierender Reihenfolge vor, damit jeder Bewerber „oben steht“.

Was qualifiziert Sie dafür, Gemeindeoberhaupt von Obrigheim  zu werden? Wo sehen Sie Ihre Stärken und wo – auch wenn man darüber ungerne spricht – Ihre Schwächen? Warum sollten die Menschen für Sie stimmen? Werden Sie von einer Partei unterstützt?

Richard Zorn: Mit meinem Studium und dem Abschluss zum Diplom-Verwaltungswirt / FH (Polizei) und dem erfolgreichen Abschluss eines weiterführenden Studiums in Münster, habe ich mit den Schwerpunkten Verwaltungsaufgaben und öffentliches Recht, Organisation und Personalführung eine solide fachliche Kompetenz.

Mit 48 Jahren und zwei Jahrzehnten beruflicher Praxis in verantwortungsvollen, unterschiedlichen Personalführungs- und Leitungsfunktionen mit Verwaltungsaufgaben von der Organisationsentwicklung bis hin zur Haushaltsverantwortung, konnte ich mein theoretisches Wissen erfolgreich in die Praxis umsetzen und gerade bei der Leitung von Dienststellen/Behörden nicht nur berufliche, sondern vor allem auch Lebenserfahrung gewinnen.

Im privaten Bereich erstreckt sich dies von Vereinsführung bis hin zur Mitarbeit in kommunalen Gremien.

Ich zwar nicht der klassische Verwaltungsmann, so dass ich noch nicht jede für kommunale Aufgabe relevante Vorschrift im Detail kenne. Aber es gibt kompetente Mitarbeiter in der Gemeindeverwaltung, die in ihrem Fachgebiet Spezialisten sind und auf deren Fachwissen ich zurückgreifen kann.

Denn Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen ist eines.

Aber einen Entscheidungsprozess zu moderieren und eine von Vielen mitgetragene Lösung zu finden, etwas anderes.

Ich lasse mich immer intern wie auch extern gerne umfassend und vor allem gut beraten. Denn das Wohl der Gesamtgemeinde hat Vorrang.

Ich kann mich durch meine bisherige Tätigkeit im Elzmündungsraum auf die in vielen Jahren in vertrauensvoller Zusammenarbeit aufgebauten und gewachsenen Netzwerke stützen. Hilfreiche Kontakte zu Nachbargemeinden, zum Landratsamt, zu diversen Verbänden und zu den in unserem Umfeld tätigen Wirtschaftsunternehmen müssen nicht erst neu aufgebaut werden.

Ich bin ein unabhängiger Bewerber, der nicht zuletzt aus beruflichen Gründen immer parteipolitisch neutral sein wollte.

Einengung der Arbeit auf kommunaler Ebene durch parteipolitische Interessen halte ich eher für hinderlich. Wenn es um das Wohl der Gemeinde geht, dann arbeite ich mit jeder demokratischen politischen Gruppierung gerne zusammen.

Dabei pflege ich in meinem beruflichen Handeln immer eine professionelle Distanz und einen sachorientierten Umgang.

Ich stehe „mit beiden Beinen auf dem Boden“ und bin es gewohnt, allein oder am liebsten im Team mit anderen, Lösungen zu suchen und zu entwickeln.

Ich bin jemand, auf dessen Wort und seine Verbindlichkeit Verlass ist.

Obrigheim liegt mir persönlich, privat und natürlich räumlich sehr nahe – und dies eigentlich schon von Kindesbeinen an. Bürgermeister in Obrigheim zu werden ist für mich eine interessante Herausforderung, für die ich als Kandidat die Voraussetzungen mitbringe. Für mich ist die Kandidatur in Obrigheim dabei nicht nur die erste, sondern die einzige Wahl, der ich mich stelle. Ich hatte die Chance viele unterschiedliche berufliche Funktionen auszuüben, die mich persönlich weiterbrachten und diese Erfahrungen würde ich gerne in diese neue Aufgabe einbringen. Deshalb habe ich sehr früh und klar mein Interesse bekundet.


Christoph Klotz: Ich gehöre keiner Partei an, habe keinen Wahlkampfberater und werde im Hinblick auf die Kosten des Wahlkampfs „leider“ auch von keiner Partei unterstützt. Das ermöglicht es mir aber, absolut unparteiisch zu arbeiten. Politische Farbspiele haben nichts in der Kommunalpolitik zu suchen. Meine Parteilosigkeit ist meine erste Stärke.

Eine meiner weiteren Stärken ist, dass ich durchaus selbstkritisch bin. Wie es ist, Bürgermeister in Obrigheim zu sein, das weiß von uns fünf Kandidaten keiner. Jeder wird sich in die neue Aufgabe einarbeiten müssen. Dass ich – genau wie die anderen Kandidaten – noch viel dazu lernen muss, das ist mir klar. Gemeinsam mit dem Team in Obrigheim, meiner Dynamik und meiner Liebe zur Heimat werde ich das meistern. Das Amt des Bürgermeisters verlangt ein überdurchschnittlich hohes Engagement. Sie wissen es selbst. Wenn Sie etwas machen, das Sie lieben, spielt die notwendige Zeit, die Sie dafür aufbringen müssen, keine Rolle. So ist es bei mir.

Weiterhin sehe ich meine wirtschaftswissenschaftliche Orientierung als wichtigen Vorteil bzw. weitere Stärke an. Obrigheim braucht keinen Verwalter. Obrigheim braucht einen Bürgermeister, der zum einen ein offenes Ohr für die Bürgerinnen und Bürger hat und zum anderen die Bedürfnisse der Wirtschaftsunternehmen kennt. Weiterhin muss er in der Lage sein, ähnlich wie ein Wirtschaftsunternehmen, flexibel auf Probleme zuzugehen. Flexibilität, Kreativität, Offenheit, Teamfähigkeit, Kompromissbereitschaft und Fairness sind natürlich neben meinen betriebswirtschaftlichen Kompetenzen weitere Stärken.

Meine Schwächen. Joa, do schwetzt ma ungän drüwa. Meine größte Schwäche ist eigentlich mein Ehrgeiz. In meinem Büro habe ich über meinem Schreibtisch mein Lebensmotto aufgehängt. „In der Begrenzung zeigt sich der wahre Meister“. Mein Ehrgeiz kostete mich schon viele Nächte, auf dem Weg, ein möglichst perfektes Ziel erreichen zu können. Dafür habe ich aber auch schon viel erreicht. Eine weitere Schwäche von mir liegt im Essen. Auch wenn ich vielleicht nicht so aussehe, einem guten Essen kann ich eigentlich nie widerstehen.


Raimund Horbas: Seit nunmehr vierzehn Jahren habe ich mir eine umfassende Kompetenz angeeignet und konnte in den meisten Bereichen der öffentlichen Verwaltung Erfahrungen sammeln. Jetzt möchte ich einen weiteren Schritt in meiner beruflichen Entwicklung gehen und gleichzeitig meine umfassenden Kenntnisse zum Wohle Obrigheims einbringen. Derzeit verantworte ich zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und auch hierbei durfte ich mir Kompetenz in der Personalführung erwerben. Ich bin sicherlich ein eher ruhigerer Mensch und arbeite fleißig und unaufgeregt meine Aufgaben ab. Von einer Partei werde ich nicht unterstützt, aber ich hoffe natürlich auf die Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger.


Achim Walter: Für das Amt des Bürgermeisters bringe ich das passende Studium als Diplom-Verwaltungswirt für öffentliche Verwaltung mit. Ich habe jahrelange Erfahrung auf Landes-, Kreis und Rathausebene. Zu meinen Stärken gehören Augenmaß, Toleranz und Kompetenz. Ich bin geduldig, aber auch ebenso hartnäckig und ausdauernd, wenn es darauf ankommt.

Ich werde von keiner Partei oder Fraktion im Obrigheimer Gemeinderat unterstützt. Das macht mich unabhängig. Als Kreisrat im Neckar-Odenwald-Kreis kann ich die Interessen Obrigheims auf dieser Ebene vom ersten Moment an wahrnehmen.


Christoph Lunczer: Für mich spricht mein bisheriges Engagement für die Gemeinde als Gemeinderat und mein Engagement für die Allgemeinheit. So habe ich mich gerne als Jugendgruppenleiter, Leiter des Zeltlagers der Kirchengemeinde Aglasterhausen-Neunkirchen oder als Blutspender engagiert. Seit Januar 2014 bin ich zudem zum Schöffen am Amtsgericht in Mosbach berufen.

Durch meinen beruflichen Werdegang als Bankkaufmann hatte ich immer Kontakt zu Menschen aller Altersklassen. Gerade im Umgang mit Menschen liegt meine große Stärke, da dies nicht nur mein Beruf ist, sondern vielmehr meine Berufung. Gerade dieser Umgang mit Menschen ist die Herausforderung in der Gemeindearbeit und bereitet mir schon immer viel Freude.

Nicht nur der Kontakt zu Menschen, sondern auch meine Erfahrung als Banker im Umgang mit Zahlen wird mir sehr nützlich sein. Mit großen und sehr großen Beträgen zu arbeiten bin ich gewohnt und kann die tatsächliche Bedeutung der Zahl sehr gut einordnen.

Meine große Schwäche ist, dass ich nicht aus der Verwaltung bin und hier lediglich auf die siebenjährige Arbeit als Gemeinderat zurückgreifen kann. Doch genau in dieser Schwäche liegt auch die große Chance: So bringe ich von außen neue Ideen mit – Ideen aus einem Wirtschaftsbetrieb, dessen Hauptaufgabe der Umgang mit Kunden ist. Serviceorientierung und Kundennähe oder besser „Bürgernähe“, sind auch bei einer Verwaltung ein gern gesehenes Gut. Einfach, schnell und direkt erreichbar zu sein, ist in der heutigen Zeit Grundvoraussetzung um beim Kunden – bzw. bei den Bürgerinnen und Bürgern – einen positiven Eindruck zu hinterlassen.

Eine gute und offene Kommunikation ist für mich wichtig. Dazu sollten die Kommunikationsmöglichkeiten zwischen Verwaltung, Gemeinderat und Bürgern über moderne Medien ausgebaut werden. Rechtzeitiger Zugang zu den Sitzungsunterlagen und die Möglichkeit, dazu Anfragen einzureichen, lassen sich über das Internet gut ermöglichen. Auch eine „Obrigheim-App“ für Smartphones kann hier eine sinnvolle Ergänzung sein, um mehr Bürgernähe zu erreichen.

Mir liegen meine Heimat, meine Gemeinde und die Menschen dieser Gemeinde am Herzen.

Daher ist es mir wichtig zu betonen, dass ich keinerlei Unterstützung erhalte. Alles,  was ich sage oder schreibe entspricht meinen eigenen Ideen und Überzeugungen. Weder eine Partei noch ein Wahlkampf-Coach unterstützen mich. Denn ich will vor allem eines sein: Authentisch.


Infos im Internet:

www.richardzorn.de

www.klotz-christoph.de

www.raimund-horbas.de/

www.achim-walter.info

www.christoph-lunczer.de/

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