Kooperation in Sachen Geopark

Neckar-Odenwald-Kreis und das Komitat Vas planen künftig Partnerschaft

Szombathely/Mosbach. (lra) Seit 1997 sind der Neckar-Odenwald-Kreis und das westungarische Komitat Vas (Eisenburg) im Rahmen einer offiziellen Kreispartnerschaft miteinander verbunden. Vor allem in den letzten Jahren ist diese Kreispartnerschaft durch eine Vielzahl von Begegnungen immer wieder mit Leben erfüllt worden. Die Schwerpunkte des Austauschs liegen dabei traditionellerweise insbesondere im sportlichen Bereich, wo erst im Juni wieder eine Abordnung aus der Gemeinde Jánosháza beim SV Waldhausen zu Gast war, zunehmend aber auch auf kulturellem Gebiet. So waren schon eine ganze Reihe von Vereinen und Institutionen aus dem Neckar-Odenwald-Kreis in der Thermalregion um Bad Bük, Bad Sarvar, der Walldürner Partnerstadt Szentgotthard oder Celldömölk zu Besuch und haben dort nicht zuletzt die legendäre ungarische Gastfreundschaft genossen.

Jüngstes Partnerschaftsprojekt ist die vom Neckar-Odenwald-Kreis konzipierte Wanderausstellung „St. Martin war ein guter Mann“, die Anfang März im Römermuseum Osterburken gestartet ist und seitdem durch ganz Baden-Württemberg tourt, ehe sie pünktlich zum Martinstag im November wieder nach Osterburken zurückkehren wird. In der Ausstellung wird auf kindgerechte Weise Leben und Wirken von St. Martin erzählt, der vor 1.700 Jahren in der Hauptstadt des Komitats Vas Szombathely (Steinamanger) als Sohn eines römischen Legionärs geboren wurde.

Auf Einladung des neuen Komitatspräsidenten László Majthényi, der erst Ende März zu seinem Antrittsbesuch im Neckar-Odenwald-Kreis war, fand jetzt außerdem ein Gegenbesuch in Ungarn statt. Der Delegation aus dem Neckar-Odenwald-Kreis, die unter der Leitung von Landrat Dr. Achim Brötel stand, gehörten als Vertreter der Kreistagsfraktionen Adalbert Hauck (Höpfingen), Karlheinz Graner (Haßmersheim), Valentin Knapp (Limbach) und Gabi Metzger (Elztal), sowie als geologische Expertin Dr. Jutta Weber vom UNESCO-Geopark Bergstraße-Odenwald an. Hintergrund hierfür sind ganz konkrete Überlegungen, auch im Komitat Vas einen solchen Geopark zu etablieren. Da die ungarische Thermalregion schon jetzt sehr viele Kurgäste, Kurlauber und Touristen aus ganz Europa anzieht, könnte das ein weiterer Leuchtturm sein, um die Attraktivität noch mehr zu steigern. Davon dass die Region auch insofern ein riesiges Potenzial hat, konnte sich die Delegation aus dem Neckar-Odenwald-Kreis jetzt bei ihren Gesprächen vor Ort überzeugen. Das Vulkanzentrum am Ságberg in Celldömölk, die ungeheuer reichhaltigen römischen Fundstellen mit dem Iseum in Szombathely als besonderem Highlight, aber auch die vielen geologischen Besonderheiten im Köszeger Gebirge waren jedenfalls sehr beeindruckend. Beide Seiten sind deshalb übereingekommen, diesen Aspekt als weiteren thematischen Schwerpunkt in die beiderseitige Zusammenarbeit mit aufzunehmen. Nachdem die Ungarn bei einem ihrer Besuche im Neckar-Odenwald-Kreis die Idee des Geoparks kennen gelernt hatten und spontan davon begeistert waren, will man jetzt gemeinsam versuchen, daraus auch für das Komitat Vas ein tragfähiges Konzept zu entwickeln.
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Unser Bild zeigt die Delegation aus dem Neckar-Odenwald-Kreis beim offiziellen Empfang anlässlich des historischen Römerfestes durch den Oberbürgermeister der Stadt Szombathely Dr. Tivadar Puskás (5.v.l. in römischer Toga) zusammen mit Präsident László Majthényi (4.v.l.), Vizepräsident Ferenc Marton (3.v.r.) und Landrat Dr. Achim Brötel (6.v.r.). (Foto: Stadt Szombathely)

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