„Aichelzer Schnäischittler Go-weddel!

(Foto: Liane Merkle)

Ich sag Go, ihr schreit Weddel!“

Aichelze. (lm) „Aichelzer Schnäischittler Go-weddel! – Ich sag Go, ihr schreit Weddel!“ Doch das hatte die Aichelzer Narrenschar sofort abrufbereit, und so schallte der Narrenruf der Schnäischittler ebenso oft und lautstark durch die Schloßgartenhalle wie vierstufige Raketen los- und Moderator Matthias Mayer mit seinen „Spitze“-Sprüngen in die Luft gingen.

Die Stimmung im Narrentempel war schon mit dem Einmarsch der Aichelscher Bläsergruppe unter Leitung von Bürgermeister Thomas Ludwig am oberen Anschlag, und dort hielten die Musiker das Level zum Empfang des Moderators, der neben dem Bürgermeister und seinem Gemeinderat auch Ortsvorsteher Reinhold Rapp, Oberschnäischittler Thomas Kegelmann sowie närrische Abordnungen aus Seckach, Zimmern, Bödigheim, Waldhausen, Schefflenz und Götzingen begrüßen konnte, bevor er den Jahresorden beschrieb.

„Mir Schnäischittler sen arch verfresse, denn bei uns gibt’s lecker Essen“, der auf die zwar rückläufige, aber qualitativ ganz hervorragende örtliche Gastronomie einging, wozu neben „Löwen“, Tenne, Pizzeria auch der „Bio-Fritze-Beck“ gehöre. Ein Thema, das die beiden Büttenredner und das Schneeflöckchen-Duo ebenfalls sehr positiv in ihren Beiträgen aufgriffen.

Ortsreporter Martin Sommer, wohnhaft an zentraler Stelle im Ort, war so gut wie nichts entgangen: Angefangen beim neugierigen Kalb in Nachbars Garten über einen Strohbrand, nächtlichem Geballer oder den wechselnden kulinarischen Highlights blieb nichts verborgen.

Weltreporter Günter Schmitt-Haber beleuchtete wieder jeden einzelnen Monat des vergangenen Jahres, wobei es global weder politisch noch sportlich viel Positives zu berichten gab. Sein Fazit: egal, was in der Welt und im Ort passiert, „in Aichelze kann man noch lecker essen“. Dieser Meinung schloss sich auch der Bürgermeister in seinem gereimten Grußwort an, in dem er jedoch im Rückblick auf die Silvesternacht auch anmahnte, pfleglicher mit der örtlichen Infrastruktur umzugehen.

Das mit dem „lecker essen“ bestätigte Thomas Kegelmann vom beliebten Schneeflöckchen-Duo zusammen mit Dominik Melzer indem er musikalisch die Weight-Watchers auslachte, denn trotz Gewichtszunahme strahle ihn seine Frau an: „Du bist der Schönste, du bist mein Supermann!“ Verständlich, denn wie das Duo weiter informierte, „sen Aichelzer Nächte lang“ und schön und man müsse nicht in die Ferne schweifen, um dann zu erkennen: „Ich hab solche Sehnsucht, ich will zurück ans Milchhäusle, zurück zum Säibachstrand!“

Diese Heimatliebe hatte sogar Wolfgang Petri, alias Sandro Frank erkannt, als er nach seinen Standard-Hits „Warum schickst Du mich in die Hölle?“ und „Weiß der Geier oder weiß er nicht“ gesanglich feststellte „Ihr seid die Aichelzer“. Wie in Großeicholzheim schon Tradition, hatten die Tanzeinlagen Prio eins in der Prunksitzung, und zwar wie immer nach dem überaus gelungenen, akrobatisch anmutenden Gardetanz-Auftakt der Schlotfeger-Jugendgarde bevor ein geniales Schautanz-Feuerwerk folgte: Den Anfang gestalteten die Zimmermer Fugschelöcher mit ihrem futuristischen „Nicht von dieser Welt“-Tanz, dem sich das Männerballet der Beddemmer Hanmertli mit den schrill-bunten Joggings, blinkenden Sonnenbrillen sowie Magenta-farbenen Schweißbändern um Stirn und Handgelenke im 90er-Jahre-Rhythmus anschloss.

In der weiblichen Schautanz-Gruppe der Beddemer hetzten 18 durchtrainierte Mädels sehr anschaulich der Zeit hinterher, immer die Zeiger der Uhr im Nacken und ganz entsprechend unserem heutigen Alltag: „Keine Zeit“. Grandios wie immer präsentierte die Seggemer Schlotfeger-Garde ihren Schautanz „Willkommen auf dem Jahrmarkt“ als echten Augenschmauß: Einräder, Leierkasten, Jongleure und Akrobaten – es fehlte einfach nichts, was zu einem echten Jahrmarkt gehört.

Den tänzerischen Abschluss bildeten die Schnäischittler-Gruppen, und das sehr passend. Denn mit ausgesprochen quirligen 13 weiblichen und einem männlichen Clown hieß es dank Trainerin Nicole Köbler auch bei der „Feaky Feet“-Gruppe sehr bunt und ansprechend „Manege frei“ bevor sich die Gruppe „Maus“ unter Choreografie von Olga Schiffmann humorvoll dem Thema „Männerschnupfen“ mit übergroßen Zäpfchen und Nasensprays widmete. Und dann gab es im Saal kein Halten mehr. Die Guggenmusik „Hossa“ aus Schefflenz stürmte lautstark den Narrentempel und brachte das Stimmungsbarometer im ausgedehnten Programmabschluss zum Explodieren.

Impressionen – von Liane Merkle

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