HvO- Gruppen nehmen Arbeit wieder auf

Aufgrund ihrer Ortskenntnisse ist der Einsatz der Ersthelfer in den HvO-Gruppen der DRK-Ortsvereine für Patienten, Angehörige und die Einsatzkräfte des Rettungsdienstes von unschätzbarer, mitunter lebensrettender Bedeutung. Aufgrund der Corona-Pandemie mussten die Gruppen wochenlang pausieren. Seit Samstag stehen sie wieder bereit. (Foto: pm)

Lockerungen entspannen Lage im Rettungsdienst – Keine Alarmierung bei COVID-19 Verdacht

Neckar-Odenwald-Kreis.  (nak)  Ging bisher eine Alarmierung in der Leitstelle ein, wurden bei bestimmten Einsatzstichworten auch die „Helfer vor Ort“ (HvO) informiert, die aufgrund der Nähe häufig als erste am Unfallort eintreffen und die Zeit überbrücken
bis der Rettungsdienst eintrifft. Corona jedoch hat auch dieses System außer Kraft gesetzt. Die „Helfer vor Ort“ wurden mit Beginn der Coronakrise und dem einführen der Schutzmaßnahmen nicht mehr alarmiert. Dies diente in erster Linie dem eigenen Schutz, da die Versorgung mit entsprechender Schutzkleidung anfangs schwierig war.

Nun kann die Bevölkerung aufatmen, die Lockerungen der Schutzmaßnahmen sowie die deutliche entspannte Situation bei der Schutzkleidung sorgen dafür, dass die Mitglieder der verschiedenen HvO-Gruppen in Notfällen wieder ausrücken.

Im Kreis werden die Gruppen in einem Zwei-Stufen-Plan ihre Arbeit wieder aufnehmen und in Notfällen den Rettungsdienst unterstützen
Seit dem Wochenende werden die ehrenamtlichen Ersthelfer zu Einsätzen der Feuerwehr mit alarmiert und bei der Absicherung von Unfällen oder Bränden helfen. Ab kommenden Samstag soll die Alarmierung bei medizinischen Notfällen hinzukommen.

Selbstverständlich tragen die Helfer auch Schutzkleidung, die ihnen von den DRK-Kreisverbänden Buchen und Mosbach zur Verfügung gestellt werden. Auch müssen alle Helfer eine separate Hygieneschulung absolvieren und feste Verhaltensregeln am Einsatzort beachten.
Die „Helfer vor Ort“ aus Schefflenz sind erleichtert, dass sie trotz der aktuellen Lage, wieder helfen dürfen. „Oft mussten wir in den vergangenen Wochen feststellen, dass wir beim Notfall ,um die Ecke‘ hätten helfen können, aber zur Sicherheit des Patienten und unserer eigenen nicht hinzugerufen wurden“, bedauert DRK-Helfer Marco Berg. Nun sind sie also wieder im Einsatz. „Mit der vorhandenen Schutzausrüstung und Schulungen zu Hygiene und Infektionsschutz fühlen wir uns für den Einsatz gewappnet. Jetzt liegt es an den Patienten, uns über ihre Infektion zu informieren, denn nur dann können wir uns richtig schützen und gesund aus dem Einsatz zurückkehren“, appelliert Antonio Pindric an Patienten und Angehörige.

Um die ehrenamtlich tätigen Helfer nicht unnötigen Infektionsgefahren auszusetzen, bleiben einige Einschränkungen. So unterbleibt eine Alarmierung der „Helfer vor Ort“, wenn es einen Corona-Anfangsverdacht gibt. Ebenso werden die Ersthelfer der Ortsvereine nicht zur Unterstützung des Rettungsdienstes zu medizinischen Notfällen in Altenheimen gerufen. Hier wird auf die Kompetenz der Pflegefachkräfte gesetzt. Je weniger Menschen die Einrichtungen betreten, desto geringer ist die Ansteckungsgefahr für die Bewohner.

„Der Zeitpunkt der Reaktivierung wurde sorgfältig durch den DRK-Einsatzstab beider Kreisverbände unter Berücksichtigung der Infektionslage im Neckar-Odenwald-Kreis sowie den Empfehlungen des DRK Baden-Württemberg abgewogen“, erklären die Kreisbereitschaftsleiter Dominic Burger-Graseck und Urban Fuchs.

Im Verlauf der Woche bis kommenden Samstag sollen Erfahrungen gesammelt werden, um die Helfer an die neue Situation zu gewöhnen. Selbstverständlich wird die Situation im Landkreis weiter beobachtet, um auf lockerungsbedingte Fallzahlen entsprechend reagieren zu können.

Sollten die Infektionszahlen konstant bleiben, könnten die Alarmierungseinschränkungen aufgehoben werden. Sollte der gegenteilige Fall eintreten, müssten die Ersthelfer wieder pausieren. Denn „an erster Stelle steht immer der Schutz der eingesetzten Helferinnen und Helfer“, machen Burger- Graseck und Fuchs deutlich.

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