Schloßau feiert 750-jähriges Jubiläum

Der Festplatz auf dem Schulhof. (Foto: Liane Merkle)

Weltpremiere des Schloßauer Marsch

Schloßau. (lm) „750 Jahre Schloßau – Wir feiern! Feiert mit!“ Die Einladung an den Ortseingängen war nicht zu übersehen, und da überregional bekannt ist – der Landrat bestätigte dies aus eigener Erfahrung – , dass Schloßau weiß wie man feiert, wurde dieses 750-jährige Jubiläum, auch mit einem Jahr Verspätung, und im „kleinen“ Rahmen in und um das Schloßauer Schulgebäude eine echte Party-Meile für alle Generationen.

Die Schloßauer Musikanten. (Foto: Liane Merkle)
Hatte man zusammen mit den Schloßauer Musikanten das Festwochenende bereits am Samstag im Rahmen einer unterhaltsamen „Night of 750“ eröffnet, so war doch der Festsonntag der Höhepunkt des Feierlichkeiten.

Bereits der ökumenische Festgottesdienst unter dem Motto „Friede sei in deinen Mauern“ mit Wortgottesdienstleiterin Katrin Fleischmann und Prädikantin Gabriele Stiebig war wegweisend und besonders. Aktuelle Ereignisse aufzeigend, machte er deutlich, wie wertvoll Frieden für ein Dorf ist und auch dass der Segen als aktive Friedensarbeit zu sehen ist.

(Foto: Liane Merkle)
Auf Papier-Friedenstauben konnten die Gottesdienstbesucher ihre Friedenswünsche für Schloßau notieren, und die Ministranten hängten diese dann an einen eigens aufgestellten Baum. Musikalische bereichert wurde der Gottesdienst durch den Musikverein Schloßau unter Stabführung von Herbert Münkel und den Jazzchor unter Dirigent Werner Scheuermann.

Der Jazzchor mit Dirigent Werner Scheuermann. (Foto: pm)
Beim anschließenden Festakt, den Ortsvorsteherin Tanja Schneider eröffnete, begeisterten musikalisch zunächst die Kinder der Grundschule Schloßau unter Rektor Markus Wellm mit ihren textlich angepassten Liedern.

Rein instrumental gaben die Schloßauer Musikanten eine Kostprobe ihres Könnens, vor allem mit der Weltpremiere des Schloßauer Marschs, den Herbert Münkel eigens von dem bekannten Komponisten Franz Watz hatte komponieren lassen.

 Odenwälder Bauernpaar, alias Thomas Müller und Marianne Mechler, auf dem Weg zum Festvortrag. (Foto: Liane Merkle)
Es folgte „Von Slozzahe über Slossach nach Schloßau“ und damit eine Reise durch 750 Jahre Geschichte des Mudauer Ortsteils. Diese Zeit bezieht sich allerdings nicht auf die Erstansiedelung von Menschen an diesem Ort, sondern auf die älteste urkundliche Erwähnung.

Damals verkaufte Ullrich von Dürn sieben Dörfer der oberen Cent Mudau zusammen mit seiner Burg Wildenberg für 900 Mark Kölner Münze an den Erzbischof von Mainz, Werner von Eppstein.

Auch der Grundschulchor trug Lieder vor. (Foto: Liane Merkle) 
Das bitterarme Schloßau hat sich mit vielen Höhen und großen Tiefen und noch mehr Namenswechseln erst seit dem 20. Jahrhundert zu einem liebens- und lebenswerten Dorf, im Dialekt „Schlossi“ genannt, entwickelt.

Heute glänzt das Jubiläumsdorf durch einen unglaublichen Zusammenhalt und Ideenreichtum der Einwohner. Dies unterstrich auch Landrat Dr. Achim Brötel in seinem Grußwort.

Mit einem dicken Lob an Thomas Müller für die hervorragende Festrede, betonte er „Schloßau ist aber sehr viel mehr als das, was uns historisch überliefert wird“. Schloßau hat die Zukunft fest im Blick, wie die überaus aktive Dorfgemeinschaft durch ihr Engagement immer wieder beweise.

Das Festbankett endet mit dem Badnerlied. (Foto: Liane Merkle)

Schirmherr Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger war ebenfalls der Meinung, dass es für Schloßau und seine Zukunft besonders wertvoll ist, dass hier die Geschichte und das Wir-Gefühl hochgehalten werde. Um die Zukunft dieses Teilorts sorge er sich nicht, so das Gemeindeoberhaupt, denn „Schloßau lebt und gedeiht!“

Mit dem Badnerlied endete der offizielle Festakt, die „Party“ jedoch ging noch lange weiter mit einem vielfältigen Programm für alle Altersgruppen. Selbstverständlich war die Verpflegung mit Grillspezialitäten, einem Mittagessen sowie Kaffee und Kuchen rund um den Schulhof gesichert.

Hatten musikalischen Forderungen dabei, die Kindergartenkinder aus Schloßau. (Foto: Liane Merkle)
Beim Unterhaltungsprogramm waren die Kindergartenkinder mit ihren musikalischen Geburtstagswünschen der absolute Hit. Sie wünschten sich für ihr „liebes Schloßau“, dass man noch lange bei der Irma Eis und Brötchen einkaufen können, und den Verbleib von Schwimmbad Kindergarten und Schule im Jubiläumsdorf.

Das waren schon sehr konkrete und durchdachte Wünsche auf der großen Glückwunschkarte. Die Schloßauer Musikanten spielten zur Unterhaltung auf, als Bänkelsänger begeisterten Katrin und Anton Fleischmann, es gab jede Menge Spiel und Spaß, darunter eine kurzweilige Familien-Dorfralley für Klein und Groß.

Früh übt sich … (Foto: Liane Merkle)
Das Thema Waldarbeit unter fachkundiger Präsentation von Paul Haas stand ebenfalls besonders im Mittelpunkt, und auf der Künstlermeile am unteren Eingang der Schule bekamen Schloßauer Künstler eine Bühne.

Im Untergeschoss der Schule stellten Karin Scholl und ihr Team das „blaue Gold von Schloßau“ vor, das sich als leckere Blaubeermarmelade entpuppte und ergänzt wurde das Ganze mit einer Bilderausstellung zur Dorfentwicklung sowie Führungen in der nahe gelegenen Pfarrkirche. Und am Abend war natürlich zum Finalspiel in der Schulturnhalle angesagt.

Die Künstlermeile. (Foto: Liane Merkle)

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