Mudemer Wassersucher prunkten

Symbolbild

Mudemer Wassersucher prunkten

von Liane Merkle

Mudau. Wie es sich für Fastnacht im Jahr 11 gehört, ist diese Kampagne besonders lang. Doch damit nicht genug, scheint diese Narrenzahl – zumindest bei den Mudemer Wassersuchern – auch bezüglich Stimmung und Qualität des Sitzungsprogramms außerordentlich positive „Nebenwirkungen“ auszulösen. Die Prunksitzungen in der Odenwaldhalle waren von Anfang an gekennzeichnet von begeisterter Bewegung in Bombenstimmung unter dem Narrenvolk. Neben den fast schon obligatorischen Raketen, „La Olas“ und „Zugabe“-Rufen waren hier ungewöhnlich zahlreiche und sehr spontane Ovationen zu verzeichnen.

Es schien einfach alles zu stimmen und zu passen. Angeführt von Wassersucher „Noby“, Prinzenpaar und Wassersucherrat zog eine wirklich „ausgeschlafene“ Riege an Gardemädchen, Spitzdudden und Gastabordnungen aus Seckach, Hettingenbeuern, Iggersheim, Osterburken, Walldürn, Waldstetten, Hettingen, Schneeberg, Kirchzell, Limbach, Schweinstadt, Amorbach und den Mudauer Ortsteilen Richtung Bühne. Sehr wach agierte auch die Mudauer Trachtenkapelle unter gesanglicher Stabführung von Ralph Müller und hatte für jeden Ein- und Ausmarsch die richtige Melodie parat. Und das neue Sitzungspräsidenten-Duo Ralf Späth und Carlo Götz meisterte seine Sitzungspremiere souverän, humorvoll bravourös, nahm sich auch mal selbst auf die Schippe und moderierte seine Gäste in den Mittelpunkt.
Dieser Artikel ist mir was wert: [flattr btn=“compact“ tle=“Mudemer Wassersucher prunkten“ url=“//www.nokzeit.de/?p=8445″] Ihre Lieblichkeit Prinzessin Carmen II. (Habedank) und Prinz Christian I. (Dambach) überzeugten durch Charme, Natürlichkeit und ihre BVB-Schwäche. Selbst Bürgermeister Dr. Rippberger übergab den Rathausschlüssel innerlich freiwilliger und akzeptierte wie die Mudauer, dass auch Mudau eine Frau an der Macht gut tun könnte. Denn er sonst eher zurückhaltende Prinz wird wohl während der Regentschaft mit den Gardemädchen alle Hände voll zu tun und darum keine Zeit zum Regieren haben. Er muss ja dem Motto „Sou e Theater“ gerecht werden“, das es in vielfältiger Form jedes Jahr in Mudau gäbe und falls nicht, erklärte sich das abgesetzte Gemeindeoberhaupt gerne bereit, für „sou e Theater“ zu sorgen.

Nach Meinung der KaGeMuWa sollte er für einen 1. Akt gleich ausgerüstet werden. Denn nachdem die Fastnachter im letzten Jahr für die komplette Schneeräumung vorm Rosenmontag gesorgt hatten, wurde Dr. Rippberger nun mit Schneeschieber, Salzeimer, Arbeitshandschuhen und Grubenlampe ausgerüstet, damit künftige Engpässe diesbezüglich vermieden werden können.
Landrat Dr. Brötel schwor in seinem gereimten Büttengrußwort auf die heilsame Wirkung des Eau-de-Mudagne, das man auf Krankenschein bekommen sollte. Er war froh, den Besuch in Mudi geschafft zu haben bevor der E-Maier in die Fußstapfen von Heesters steigt. Und auch für den Landrat hatte man das richtige Geschenk gefunden: Zeit. Die Sitzungspräsidenten hatten ihm seine Rede für die Einweihung der Straße nach Schloßau geschrieben und Rolf Mechler als gewieften „Dolmetscher“ gewinnen können. Dessen Übersetzungen ins Schlorrimerische waren teilweise so frei, dass das Publikum vor Lachen fast unter den Tischen lag.

Und dann erst die Tanzeinlagen. Es reihte sich Augenschmaus an Augenschmaus. Ob die Mädels von Minigarde oder Prinzengarde ihre zackigen Gardetänze mit viel Kondition und Charme präsentierten oder Tanzmariechen Melissa Schell ihre Können mit einer guten Portion Schalk, Temperament und Akrobatik unter Beweis stellte, mit dem verdienten Beifall wurde nicht gespart. Staunen rief der Ideenreichtum bei den Schautänzen hervor.
Die Garde vom Elferrat der Stadt Osterburken erweckte „Alice im Wunderland“ zum Leben, als „Tanz-Vereinsstar“ mit vielen Auszeichnungen kannte sich der TSC Walldürn natürlich mit dem Thema „Einmal ein Star sein“ bestens aus.

Fotostrecke: Mudemer Wassersucher prunkten (Fotos: Liane Merkle) [nggallery id=82]

Mal eine andere Tanzrichtung kredenzte mit „Step by Step im Zigeunertakt“ die Gemischte Schautanzgruppe der KaGeMuWa und die Mädels der Wassersuchergarde kamen als „Wild Chicks“ mit Schmackes auf die Bühne. Jeder auf seine Art lieferte ein harmonisches Feuerwerk an Farben, guter Laune und Bewegungslust, dem auf jeden Fall sehr viel Trainingsfleiß anzumerken war. „Training“ war das Stichwort für das Debüt der „Zwee Mudemer Rotzlöffel“. Schalke-Fan Yannick Mechler und BVB-Anhänger Elas Noe hatten in Sachen Fußball eine sehr eigene Meinung, doch ansonsten waren sie dicke Freunde. Als solche teilten sie Freud und Leid. Zunächst im Zeltlager, das sich als nicht so prickelnd wie ursprünglich vermutet herausstellte.
Und dann im Dienst von Pfarrer Bier als Ministranten, Drei Könige, Papiersammler oder Klapperbuben. Dieser Narrensamen löste mit viel Talent wahre Lachtränenströme und heftigste Zwerchfellattacken aus. „Wer trächt sein Panzer sou schwer von Griechenland doo her?“ Die Finanzkrise, die WM-Blamage und der Hunger hatten Markus Hohn und Markus Wellm als „zwee griechische Landschildkröten“ zum gefüllten Salatkorb in die Mudemer Odenwaldhalle verschlagen. Und sie bedankten sich mit wertvollen Tipps, wie man Askese, Bewegung und Salat so richtig alt werden kann.

„Fernsehglotzer“ Uwe Lenz musste entdecken, dass „Einmal durch Mudi laufe“ abenteuerlicher sein kann als der spannendste Krimi, dass der Kauf eines TV-Gerätes mit Krieg im Media-Markt zu vergleichen ist und dessen Montage mit Russisch Roulette. Ist das endlich geschafft, scheinen die angebotenen Sendungsinhalte fast ausschließlich für Magengeschwüre zu sorgen.
Bei „Zeitgenosse“ Klaus Scholl sind dafür die 24 Chromosomen der Schwiegermutter verantwortlich, die gänzlich giftig sind. „De komplette Darm un die Speiseröhre emol nass rausgeputzt – gleichzeitig. Des sen Schmerzen, die passe uf een gelbe Zettel net druff“, beschreibt er seine Darminfektion. Doch offensichtlich nutzte er die Genesungszeit für das Studium der Fortpflanzung. Und seine Beschreibung von „neun Millionen Spermien auf dem Weg zum Ei“ waren Brüller im Maschinengewehrtakt.

„Es Amtsblättle“ Jan Breunig wusste dann so einiges über die geheimen örtlichen Geschehnisse zu berichten, obwohl das jetzt kostenpflichtige Amtsblatt den Informationsfluss erheblich ausbremse. Doch der mangelnde Winterdienst – vor allem in der Hauptstrasse und in den Wohngebieten war für ihn ebenso wenig übersehbar wie für die „2 Herre von Google Streetview“, Marco Scheiwein und André Mechler. Diese hatten schon berufsmäßig ganz genau in die Strassen von Mudau geschaut.
In Folge meinten sie zum einen buchemer-sitzungsleiter-in-mudi@geht-gar.net und empfahlen weiter, Beschwerden über nicht erhältliches günstiges Benzin in Mudau an sprit-billig@tanke.de zu richten.

„Wie wolln Cheesy hör’n“ sangen die Friends von Jürgen Kieser und unterstützten ihn so in seinem musikalisch-verbalen Jahresrückblick in Sachen Sport und Politik, in dem u. a. klar wurde, das die vier schlimmsten Dinge, die der Bahn passieren können, Frühling, Sommer, Herbst und Winter sind. „Sou e Theater“ hatte es das Mudemer Fastnachtsmotto auf den Punkt gebracht und die Aktiven der KaGeMuWa in einem Feuerwerk der guten Laune auf die Bühne.

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