Jede Stimme ist entscheidend

Kreiswahlleiter Landrat Dr. Achim Brötel ruft zur Wahlteilnahme auf.

Neckar-Odenwald-Kreis. Nach Mitteilung des Landratsamts sind am 27.März 2011 rund 115.000 Bürgerinnen und Bürger einschließlich 8.300 Erstwähler im Neckar-Odenwald-Kreis aufgerufen, ihre Stimmen für die Wahl des 15. Landtags für den Wahlkreis Nr. 38 Neckar-Odenwald abzugeben.

Bei der Landtagswahl am 27. März 2011 besteht also die Gelegenheit für alle wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger des Landes, sich in insgesamt 70 Wahlkreisen aktiv am politischen Willensbildungsprozess zu beteiligen und darüber zu entscheiden, welche Parteien im neuen Landtag vertreten sind, wie viele Parlamentssitze sie erhalten und welche Abgeordneten in den Landtag einziehen.

Leider nahm die Wahlbeteiligung bei den letzten Landtagswahlen kontinuierlich ab. Während 1996 im Neckar-Odenwald-Kreis noch 68,5 Prozent der Wahlberechtigten von Ihrem Wahlrecht Gebrauch machten, waren es 2001 noch 62,3 Prozent und 2006 nur noch 51,5 Prozent. Um diesen negativen Trend zu stoppen, appelliert der Kreiswahlleiter, Landrat Dr. Achim Brötel an alle Wahlberechtigten, zur Wahl zu gehen: „Die Möglichkeit, frei und unabhängig wählen zu können, ist ein hohes Gut, um das in vielen Ländern – gerade auch ganz aktuell – erbittert gestritten und gekämpft wird. Nutzen Sie dieses demokratische Grundrecht.“

Die Wahl an sich ist einfach. Neun Vorschläge stehen für den Wahlkreis Neckar-Odenwald auf dem Stimmzettel. Jeder Wähler kann eine Stimme an seinen „Wunschkandidaten“ vergeben. Nominiert wurden von den Parteien im Wahlkreis Peter Hauk (CDU), Georg Nelius (SPD), Simone Heitz (GRÜNE), Achim Walter (FDP), Burkhard Malotke (DIE LINKE), Michael Belzner (REP), Ralf Reutter (NPD), Robin Seizinger (ödp) und Kathrin Weiss (PIRATEN). Direkt gewählt ist der Kandidat, der die meisten Stimmen im Wahlkreis erhält.
Auf diese Art werden in den 70 Wahlkreisen 70 Bewerber direkt gewählt. Da sich der Landtag aber aus mindestens 120 Abgeordneten zusammensetzt, sind 50 weitere Sitze im sogenannten „Verhältnisausgleich“ zu besetzen. Durch Überhang- und Ausgleichsmandate kann sich die Zahl der Abgeordneten auch über 120 hinaus erhöhen.

Dieser Artikel ist mir was wert: [flattr btn=“compact“ tle=“Jede Stimme ist entscheidend“ url=“//www.nokzeit.de/?p=10503″]Wie auch schon bei den letzten Parlamentswahlen wird es bei der direkten Stimmabgabe im Wahllokal keinen Wahlumschlag mehr geben. Der Stimmzettel wird gefaltet in die Wahlurne geworfen.

Blinde und sehbehinderte Wahlberechtigte können eine kostenlose Stimmzettelschablone bei den Blinden- und Sehbehindertenvereinen bestellen. Mit diesem Hilfsmittel ist es auch ihnen möglich, geheim und ohne Unterstützung zu wählen.

Wer bei der Landtagswahl per Briefwahl wählen möchte, kann dies bis spätestens 25. März bei der zuständigen Wahldienststelle in seinem Rathaus beantragen. Bei einer nachgewiesenen plötzlichen Erkrankung kann eine Briefwahl ausnahmsweise auch noch am Wahltag bis 15 Uhr angefordert werden. Die ausgefüllten Wahlbriefe sollten so schnell wie möglich wieder zurückgeschickt oder zurückgegeben werden, weil nur die Stimmzettel berücksichtigt werden, die am Wahltag vor 18 Uhr bei der zuständigen Wahldienststelle eingegangen sind.

Wie in der Vergangenheit auch wird nach den Wahlen eine repräsentative Wahlstatistik über die Geschlechts- und Altersgliederung der Wahlberechtigen in ausgewählten Wahlbezirken erstellt. Bei diesen Landtagswahlen ist im Neckar-Odenwald-Kreis die Briefwahl in Buchen betroffen. Für diese Sonderauszählungen finden sich auf den Stimmzetteln, die den Briefwählern in Buchen zugesandt wurden, Aufdrucke nach Geschlecht und fünf Altersgruppen, wie z.B. „A. Mann, geboren 1987 bis 1993“. Das Wahlgeheimnis wird dabei auf jeden Fall gewährleistet.

Außerdem führen die Forschungsgruppe Wahlen e. V. und Infratest dimap für Zwecke der Wahlforschung in ausgewählten Wahlbezirken in Buchen, Hardheim, Haßmersheim, Limbach, Osterburken und Waldbrunn Wählerbefragungen durch. Die Befragung zur Wahl wird durchgeführt, nachdem die Wähler das Wahllokal verlassen haben. Sie ist freiwillig und anonym.

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4 Kommentare

  1. Hier der Brief, den Erstwähler von der Jungen Union erhielten:

    http://img850.imageshack.us/img850/508/preise.jpg

    Die JU lockt die Jugend also mit einem Gewinnspiel. Ein Kommentar ist hier wohl überflüssig, jeder möge sich selbst Gedanken darüber machen, auch warum der JU die Adressen der Erstwähler überhaupt ausgehändigt wurden, denn die JU selbst ist keine Partei, die sich zur Wahl stellt.

    • Meine Gedanken dazu sind einfach: Die JU will die Erstwähler mobilisieren.
      Ob diese dann tatsächlich CDU oder doch lieber eine andere Partei wählen, weiß ja niemand – daher können also auch Erstwähler aller Parteien mitmachen.
      Und wenn jemand deshalb wählen geht (wohlgemerkt – nicht unbedingt die CDU), weil er mit seinem „Erstwähler-Foto“ etwas gewinnen kann, dann ist das in meinen Augen okay. Die SPD hat ja auch die Erstwähler zum Kino eingeladen… 😀

      Wie die Organisation an die Adressen gekommen ist, ist mir allerdings auch ein Rätsel…

      • Naja, die JU ist offenbar der Meinung, man muß die Erstwähler mit Preisen locken, um zur Wahl zu gehen. Demokratie als Gewinnspiel. Wobei … es wäre ja schon ein Sechser im Lotto für unser Land, wenn Mappus, der Dieter Bohlen in Deuschland-sucht-den-Super-GAU und Milliarden-Aktien-Verzocker abgewählt würde. Noch nie standen die Chancen für einen Sechser so hoch.

  2. siehe Diskussion:

    Offener Brief an die Junge Union Neckar-Odenwald
    Eine Wahl ist keine Lotterie!

    „Geht’s eigentlich noch?“ haben wir gedacht, als wir gestern den Erstwähler – Brief der Kollegen von der Jungen Union erhalten haben. Nach sage und schreibe 2 (in Worten: zwei) Argumenten und dem Lobpreis des eigenen Kandidaten kommt dann der wahre Knaller – die Jungwähleraktion „Wie gehst Du zur Wahl?“. Wer der JU sein „Bild, das Dich zeigt, wie Du am Wahlsonntag zur Wahl gehst“ per Facebook zuleitet, nimmt an der Verlosung eines I-Pods, einer Jahreskarte der SpVgg Neckarelz und von Kinogutscheinen teil. Für „besonders Kreative“ werden auch noch zwei Eintrittskarten für einen Freizeitpark ausgelobt.
    Geht’s eigentlich noch? Ist Politik eine Tombola? Vielleicht ein bisschen viel Privatfernsehen geguckt, so Casting-Shows haben auch immer Gewinnspiele? Will man Verantwortung für das Gemeinwohl und die eigene Zukunft übernehmen und um die besten Entscheidungen streiten, also Politik für junge Menschen zugänglich machen – oder Gewinnspiele veranstalten? Das finden wir nicht nur daneben, richtig „hintenrum“ ist ja wohl, dass auf diese Art und Weise die Facebook-Identitäten und Internet-Profile der Teilnehmer/innen abgegriffen werden können.
    Also, dass Ihr Panik habt können wir ja verstehen, aber Ihr beschädigt damit das Ansehen aller politischen Jugendorganisationen. Eine Landtagswahl ist keine Castingshow mit Lotterie, also lasst den Quatsch!!

    Für die GRÜNE JUGEND Neckar-Odenwald: Anna Gonchar
    Für die JUSOS Neckar-Odenwald: Kai Gräf.

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