Droht Ausverkauf des ländlichen Raumes?

Beim Martinsgansessen der CDU-Waldbrunn referierte Landrat Dr. Achim Brötel

Waldbrunn. (mh) Der Einladung der CDU und JU Waldbrunn zum traditionellen Martinsgansessen in das Gasthaus „Rose“ in Weisbach folgten wieder viele Bürger. Als Gastredner begrüßte der CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende Markus Haas Landrat Dr. Achim Brötel. Haas hielt dabei einen kurzen Jahresrückblick und ging auf die Landtagswahl und den damit verbundenen Besuch des hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier in Waldbrunn ein. Ein geselliger Höhepunkt der Waldbrunner Christdemokraten sei auch in diesem Jahr das Hoffest in Mülben gewesen.

Bevor Landrat Dr. Brötel in sein Referat „Der Neckar-Odenwald-Kreis auf dem Weg in die Zukunft“ einstieg, dankte Haas der Jungen Union Waldbrunn mit ihrem Vorsitzenden Jan Inhoff für die sehr gute Zusammenarbeit. Vieles wäre ohne das Engagement der Jungen Union nicht zu meistern gewesen, so Haas.


Dr. Brötel zeigte in gewohnt witziger Manier zunächst die Strukturdaten des Neckar-Odenwald-Kreises auf. So ist es besorgniserregend, dass die Bevölkerungsentwicklung stetig nach unten verlaufe. Der NOK hat in den letzten sechs Jahren knapp 4.600 Einwohner verloren, oder bildlich gesprochen, man verliere jedes Jahr ein ganzes Dorf. Diesem Trend entgegenzuwirken sei eine der Hauptaufgaben der Zukunft. Dazu müssen aber auch die Rahmenbedingungen stimmen. Allein seit 2005 sind durch strukturelle Entscheidungen der Politik über 3.000 Arbeits- und Ausbildungsplätze im Neckar-Odenwald-Kreis verloren gegangen, jüngstes Beispiel sei hier die Ankündigung der Schließung der Carl-Schurz-Kaserne Hardheim und des Munitionsdepots in Altheim. Ferner stehe die komplette Auflösung der Polizeidirektion Mosbach im Raum, sowie die Gefahr, einer sich dann anschließenden Justizreform, mit der Folge, dass das Landgericht, die Staatsanwaltschaft und die Amtsgerichte im ländlichen Raum abgeschafft werden.

Trotz der teilweisen negativen Entwicklungen dürfe und werde man nicht den Kopf in Sand stecken, gab sich Brötel zuversichtlich und verwies dabei auf die Verlegung einer flächendeckenden Breitbandversorgung. Durch diese flächendeckende Breitbandversorgung habe der Neckar-Odenwald-Kreis einen wichtigen Schritt in Richtung Zukunftsfähigkeit getan. Aber auch der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur werde angegangen. Nur gut ausgebaute und schnelle Verbindungen sind das Rückgrat der wirtschaftlichen Entwicklungen, erläuterte Brötel und führte die verschiedenen Verkehrsprojekte des Kreises, wie B 292 Ortsumfahrung Adelsheim/Osterburken oder das Ziel des dreistufigen Ausbaus der B 292 in Richtung Sinsheim an. Neben dem demografischen Wandel und der Verkehrsinfrastruktur seien darüber hinaus die Schaffung von qualifizierten Arbeitsplätzen, die Kinderbetreuung, die ärztliche Versorgung, die Revitalisierung der Ortskerne und die Aufrechterhaltung der Nahversorgung von zentraler Bedeutung für den ländlichen Raum. Abschließend wies Brötel daraufhin, dass der Neckar-Odenwald-Kreis aber auch einen klaren Standortvorteil habe und lobte dabei den Zusammenhalt und das beispielhafte ehrenamtliche Engagement der Bürgerinnen und Bürger. Zum Schluss dankte Haas dem Referenten, für seinen fundierten Vortrag aber vor allem auch für seinen tatkräftigen Einsatz für die Bürgerinnen und Bürger im Neckar-Odenwald-Kreis.

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