Facebook-Party kann sehr teuer werden

Heilbronn. Nachdem ein 17-Jähriger Anfang Juli 2012 über „Facebook“ zu einer Großparty in Heilbronn aufgerufen hatte, wurde ihm jetzt von der Polizeidirektion Heilbronn ein Gebührenbescheid über knapp 400 Euro zugestellt.

Der junge Mann wollte am 21. Juli 2012 zuerst seine „Projekt X Party“ auf der Heilbronner Theresienwiese starten und schwenkte später um auf den Wertwiesenpark. Auf Grund eines Hinweises wurde die Polizei auf die bevorstehende Veranstaltung aufmerksam und machte die Anschrift des Jugendlichen ausfindig. Bei einer sogenannten „Gefährderansprache“ durch zwei Beamte des Heilbronner Jugenddezernates wurde der 17-Jährige darüber informiert, dass dieser öffentliche Aufruf eine Menge an Konsequenzen nach sich ziehen kann. Letztendlich wurde der Facebookaufruf zurückgenommen und es kam zu keiner „Projekt X Party“.

Die Sache ging für den jungen Facebooknutzer in diesem Fall noch einmal relativ glimpflich aus, da keine weiteren Einsatzmaßnahmen anberaumt werden mussten und der Gebührenbescheid sich mit rund 400 Euro noch einigermaßen in Grenzen hält. Sehr leicht hätte seine öffentliche Einladung jedoch „entgleisen“ und zu einer unkontrollierbaren Zusammenkunft hunderter oder gar tausender Gäste führen können. Sämtliche Einsatzstunden für die eingesetzten Kräfte wären dem Verursacher dann auferlegt worden, was bei mehreren hundert zusätzlichen Beamten sehr schnell in die zehntausende Euro oder gar in den sechsstelligen Eurobereich gehen kann.




Der Leiter der Polizeidirektion Heilbronn Roland Eisele kann für derartige „Facebookaufrufe“ kein Verständnis aufbringen. „Es hat sich gezeigt, dass solche ins Leben gerufene Veranstaltungen regelmäßig dazu benutzt werden, um Straftaten wie Sachbeschädigungen oder Hausfriedensbruch zu begehen. Meist wird bei diesen Treffen auch in unverantwortlichem Maße Alkohol konsumiert, was letztendlich zu den ganzen negativen Begleiterscheinungen (Verrichten der Notdurft in der Öffentlichkeit, Erbrechen und sonstige alkoholbedingte Entgleisungen) führt und außerdem häufig in Gewalt- und Aggressionsdelikte umschlägt.“

Für Roland Eisele stellt deshalb der Erlass eines Gebührenbescheides die notwendige Konsequenz auf eine solche gedankenlose Nutzung des Internets dar, dessen Auswüchse nur durch finanzielle Forderungen an den Verursacher wirkungsvoll begegnet werden kann. Die Forderungen der Polizei sind zudem unabhängig davon, ob seitens der jeweiligen Gemeinde etwaige weitere Gebührenbescheide gegen den Verursacher erlassen werden.

Alles in allem müssen sich die vorwiegend jungen Internetnutzer darüber im Klaren sein, dass ein unkontrolliertes Einladen zu „Events“ oder der Aufruf zu sogenannten „Projekt X Partys“, so richtig teuer werden können. Stehen erst einmal Gebührenbescheide im fünf- oder gar sechsstelligen Bereich im Raum, dürfte für jeden aus Spaß sehr schnell Ernst werden.

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