3. Personalforum an der DHBW Mosbach

Neue Ideen für ein modernes Personalmanagement im Mittelstand

Mosbach. (pm) Am 20.02.2013 fand an der DHBW Mosbach das Praxisforum Personal 2013 statt, das die Duale Hochschule seit 2010 jeweils in Zusammenarbeit mit der Heidelberger O&P Consult AG ausrichtet. Nach den beiden ersten Veranstaltungen dieser Art in 2010 und 2011 konnten nun zum dritten Mal wieder über 100 Vertreter Dualer Ausbildungspartner werden. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Polzin der DHBW Mosbach wurden aktuelle Fragen aus dem Personalmanagement des Mittelstands diskutiert.

Ohne überzeugende Führung und realistische Ziele scheitert das Unternehmen. An anschaulichen Beispielen erläuterte Prof. Dr. Thorsten Krings zum Auftakt, wie wichtig „Leadership Branding“ ist. Wer als Vorgesetzter weder für sein Unternehmen „brennt“ noch die Firmen-Werte sowie das „Wir-Gefühl“ bei den Mitarbeitern vorlebt, könne die Firma leicht ins Abseits führen. Krings entlarvte „Lebenslügen“ in den Leitbildern des Unternehmens. Etwa, wenn Angestellte „gestalten wollen“, dies aber gar nicht sollen – was sie natürlich nicht wissen, weil es ihnen keiner gesagt hat.




Ein klares Profil und klare Botschaften – das sind nach Meinung des Professors im Studiengang Handel der DHBW Mosbach zwei ganz wichtige Bedingungen für eine gute Personalpolitik. Im schon viel zitierten, sehr dynamischen „War for Talents“ würden die Personalbindung und das Personalmarketing immer wichtiger werden. Die Fluktuation von Führungskräften sei in schlecht geführten Unternehmen besonders groß, da die Hemmschwelle für einen Wechsel aufgrund des demographischen Wandels immer geringer werde. Warum boomt die Drogeriekette „dm“, warum scheiterte deren Konkurrent „Schlecker“? Krings stellte am Beispiel dieser beiden Unternehmen zwei völlig unterschiedliche Führungsstile vor, wobei der erfolgreichere statt zentraler Führung die Entscheidungskompetenzen so kundennah wie möglich arrangierte: durch den Marktleiter vor Ort, im Geschäft.

Ebenso spannend ging es in den sich anschließenden beiden Workshops weiter. Unter dem Oberthema „Moderne HR-Strukturen im Mittelstand“ erörterte Prof. Dr. Stephan Fischer von der Hochschule Pforzheim, wie gerade kleine und mittelständische Unternehmen eine effiziente Personalarbeit leisten können. „Gurus“ im Bereich der „Human Resssources“ sollte man dabei nicht allzu sehr glauben, sondern lieber selbst überlegen, wie man den Arbeitsbereich systematisch organisieren kann. Die Anpassung und Nutzung externer Partner könnte eine Lösung sein. Im Aus- und Weiterbildungsbereich könnten Unternehmenskooperationen oder Expertenverbünde eine Alternative zu bestehenden firmeninternen Modellen sein.

Moderator Markus Neuburger von O&P Consult AG leitete im Anschluss auf Meike Querengässer über. Sie stellte die Entwicklung des Human Ressources Bereichs in der Christian Bürkert GmbH & Co KG vor und gab Handlungsempfehlungen zu Kompetenzaufbau, Rolle und Positionierung. Sie setzt darauf, durch hohe Flexibilität und flache Hierarchien eine erfolgreiche Personalarbeit zu gestalten.

Eine zweite Workshoprunde ging auf „Erfolgreiches Recruiting von Fach- und Führungskräften in Zeiten des demografischen Wandels“ ein. Klaus Junker, Personalleiter der Maschinenfabrik Gerd Mosca AG schilderte seine Erfahrungen aus einem mittelständischen Maschinenbauunternehmen. Bernadette Imkamp, Abteilungsleiterin Personalmarketing und -betreuung der Bausparkasse Schwäbisch Hall AG ging auf spezielle Strategien zur Nachwuchssicherung ein. Wichtig seien eine ganzheitliche, lebenszyklusorientierte Personalarbeit. Insbesondere die frühzeitige Bindung potentieller Kandidaten und die aktive Nutzung der Dualen Hochschulen sind die Erfolgsrezepte der Bausparkasse Schwäbisch Hall. David Hoberg von der Crossmedia AG in Düsseldorf sorgte mit seinem Bericht für weiteren Diskussionsstoff. Das richtige Einbinden neuer Kommunikationskanäle im Bereich Social Media bilde heute ein „Muss“ im Recruiting junger Führungskräfte. Insbesondere für den Mittelstand bringt die Nutzung von Facebook & Co daher viele Vorteile. Welche Herausforderungen konkret entstehen und welche Handlungsempfehlungen für den Mittelstand sich daraus ergeben, konnte Hoberg detailliert in seinem Referat klären.

Alle Themen stießen unter der Moderation von Gastgeber Prof. Polzin auf großes Interesse. Sowohl für die Studierenden als auch für die über 100 teilnehmenden „Personaler“ war die auch fürs Studium an der DHBW Mosbach typische Verbindung von Theorie und Praxis beim 3. Forum Personalpraxis voller neuer Erkenntnisse und Anstöße, um das eigene Personalmanagement zu optimieren. Ein 4. Praxisforum Personal ist daher in 2014 an der DHBW schon in Arbeit.

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