Mitgliederversammlung des LEV Neckar-Odenwald

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Im Anschluss an die Mitgliederversammlung des Landschaftserhaltungsverbandes Neckar-Odenwald-Kreis e.V.  (LEV) führte die stellvertretende Geschäftsführerin Michaela Hess die Vertreter der Mitglieder zum Projekt „Streuobst und Magerwiesen“ am Wasserbehälter in Oberschefflenz und erläuterte die dort durchgeführten Pflegemaßnahmen. (Foto: LRA)

Schefflenz. (lra) Erfreulich viele Mitglieder, darunter Vertreter der Naturschutzverbände, vom Kreisbauernverband und viele Bürgermeister, kamen in Schefflenz zur Mitgliederversammlung des Landschaftserhaltungsverbandes Neckar-Odenwald-Kreis e.V.  (LEV) zusammen. Zum ersten Mal konnte in dem 2012 gegründeten Verein auf ein abgeschlossenes Geschäftsjahr zurückgeblickt werden. Und das, soviel sei vorweg genommen, mit einer beeindruckenden Bilanz. Vorstandsmitglied Berthold Weigand als Vertreter des Landesnaturschutzverbands brachte es gegen Ende der Versammlung im Schefflenzer Rathaus auf den Punkt: „Durch den LEV erfährt die Naturschutzarbeit eine große Bereicherung, was die Umsetzung von Projekten in die Praxis betrifft.“

Zuvor waren die Formalitäten abgearbeitet worden. Landrat Dr. Achim Brötel begrüßte die Mitglieder in seiner Funktion als 1. Vorsitzender und dankte dem Vorstand und der Geschäftsstelle für deren „hervorragende und engagierte Arbeit“. Auch der gastgebende Schefflenzer Bürgermeister Rainer Houck sprach Grußworte und zeigte einen eindrucksvollen Kurzfilm über Schefflenzer Kultur und Landschaften. Geschäftsführer Matthias Jurgovsky schließlich blickte in seinem Tätigkeitsbericht auf 2013 zurück. Demnach bildete der Vertragsnaturschutz nach der Landschaftspflegerichtlinie einen besonderen Schwerpunkt. Neben der Verlängerung von 54 fünfjährigen Verträgen konnten auch neun neue Verträge akquiriert und fachlich begleitet werden. Als Beispiel nannte er Wiesen und Magerrasenflächen im Hiffelbachtal zwischen Bödigheim und Seckach, wo unter anderem das Vorkommen des Kreuzenzianbläulings und einer „Golddistelwiese“ gefördert wird. 2013, so der Geschäftsführer, hätten auch verschiedene Erstpflegemaßnahmen in Magerrasen und Feuchtgebieten durchgeführt werden können.




Jurgovsky verwies auf die Förderung durch den Landkreis, die dann greift, wenn andere Förderungen ausscheiden. Als Beispiel nannte er die fachliche Beratung des Biotopschutzbundes Walldürn beim Umbau einer alten Trafostation in einen Fledermausturm und finanzielle Förderung dieses Projektes. Weiter berichtete er von den ersten „Landschaftspflegetagen“ in Hollerbach und Waldmühlbach, wo bei gemeinsamer Landschaftspflegearbeit Brücken zwischen Landwirtschaft, Naturschutz, Bürgern und kommunalen Vertretern gebaut werden konnten – ganz im Sinne des Vereins mit seiner Drittelparität.

Im Ausblick auf das Jahr 2014 skizzierte der Geschäftsführer anstehende Arbeiten und Aktionen, unter anderem zum Schwerpunktthema Streuobst oder zu Nistkästen. Besonders freute es ihn, dass in Hardheim ein neuer Schäfer gefunden werden konnte, der künftig in die Pflege der vielen Magerrasen und Wacholderheiden eingebunden werden wird.

Herbert Kempf vom Kreisbauernverband bescheinigte als Kassenprüfer zugleich auch im Namen von Bürgermeister Norman Link (Neckargerach/Zwingenberg) im Anschluss der Geschäftsführung eine tadellose Kassenführung. Die Entlastung war daraufhin reine Formsache. Dankesworte von ihm und auch von Landrat Dr. Brötel gingen an Matthias Jurgovsky und dessen Stellvertreterin Michaela Hess für die „positiv vermittelnde Art zwischen den Belangen von Landwirtschaft, Naturschutz und Kommunen“.

In ihren Ämtern bestätigt wurden bei den anstehenden Wahlen der stellvertretende Vorsitzende Dr. Wolfgang Hauck, Beigeordneter der Stadt Buchen, sowie die beiden Kassenprüfer, Bürgermeister Norman Link aus Neckargerach und Herbert Kempf vom Kreisbauernverband.

Bei der anschließenden Exkursion führte Michaela Hess die Mitglieder zum Projekt „Streuobst und Magerwiesen“ am Wasserbehälter in Oberschefflenz. Die verbuschte Fläche wurde 2013 erstmals durch den Maschinenring mit Landkreismitteln frei geschnitten und gepflegt. Die Eigentümer der Flächen, die sehr gern der Pflege zugestimmt hatten, berichteten von früheren Zeiten, in denen das Heu der damals noch genutzten Flächen im Ort sehr begehrt war. Aufgrund der vielen enthaltenen Kräuter galt es sogar als „medizinisches Heu“. In den nächsten Jahren will der LEV die Pflegeflächen erweitern. Ziele sind die Sichtbarmachung der terrassierten Hänge am intensiv genutzten Spazierweg, die Entwicklung von Magerwiesen- und Weiden im Wechsel mit Heckenzügen und Streuobstbäumen.

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