Fieldspreisträger am HSG

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Der stellvertretende Direktor Dr. Thomas Pauer (li.) begrüßt Professor Dr. Yoccoz am Hohenstaufen-Gymnasium. (Foto: Bernhard Schell)

Eberbach. (pm) Am Mittwoch, den 24. September 2014 besuchte Prof. Dr.
Jean-Christophe Yoccoz das Hohenstaufen-Gymnasium Eberbach.
Hierbei handelt es sich um einen der größten Mathematiker der
Gegenwart. Ihm wurde 1994 für seine Studien zu dynamischen Systemen
die höchste Auszeichnung der Mathematik, die so genannte
Fields-Medaille, ver-liehen. Diese entspricht dem Nobelpreis, der
allerdings traditionell nicht auf dem Gebiet der Mathematik verliehen
wird.

Während seines Besuches hielt Prof. Yoccoz einen vierzig minütigen
Vortrag vor der gesam-ten Oberstufe des Hohenstaufen-Gymnasiums über
eines der großen ungelösten Rätsel der Mathematik: die Riemannsche
Vermutung. Diese beschäftigt sich mit der Unendlichkeit der Menge der
Primzahlen und konnte bisher noch nicht endgültig bewiesen werden.
Hierbei berichtete er zunächst von leicht verständlichen den Studien
Euklids und Eulers, bis er schließlich die Komplexität der
Riemannschen Hypothesen erläuterte.

Im Anschluss an den Vortrag konnten einige Fragen der Schülerinnen und
Schüler aus dem Plenum sowie zahlreiche Fragen in kleiner Runde über
die Mathematik und das Leben eines solch hochdekorierten
Wissenschaftlers geklärt werden. Obwohl der Vortrag auf hohem Niveau
und in englischer Sprache stattfand, versuchte Prof. Yoccoz den
Schülerinnen und Schülern die Magie der Primzahlen näherzubringen und
begeisterte die Zuhörer mit seiner Art. So erzählte er, dass er die
Mathematik nicht betreibe um reich und berühmt zu werden, son-dern
dass er vielmehr wie ein Komponist, der komponieren müsse, eine so
große Leiden-schaft für dies Mathematik hege, dass er nicht anders
könne, als sich damit zu beschäftigen. Gerade diese Hingabe für seine
Wissenschaft war während des gesamten Vortrages deutlich spürbar.

Der Besuch von Prof. Dr. Jean-Christophe Yoccoz am
Hohenstaufen-Gymnasium fand im Rahmen des zweiten Heidelberger
Laureaten Forums (HLF) statt, bei dem sich die talentiertesten
Mathematiker und Informatiker der Welt für eine Woche in Heidelberg
treffen. Diese Initiative geht zurück auf die Klaus Tschira – Stiftung
und ihres Forschungsinstituts, des Hei-delberger Instituts für
Theoretische Studien. Ihr Ziel ist es, Mathematikern und Informatikern
ein ähnliches Netzwerktreffen zu ermöglichen, wie es die Lindauer
Nobelpreisträgertagung seit vielen Jahrzehnten bietet.

Für das Hohenstaufen-Gymnasium war es etwas ganz Besonderes einen
Fieldspreisträger an der Schule begrüßen zu können. Das Heidelberger
Laureate Forum würdigte hierdurch in besonderem Maße die Arbeit, die
in den vergangenen Jahren im mathematischen und
na-turwissenschaftlichen Fachbereich des Eberbacher Gymnasiums
geleistet wurde. So war es zum Beispiel die Teilnahme am
überregionalen Projekt „Mathe-Forscher“, die schließlich den Kontakt
zum Laureaten Forum ermöglichte.

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