NOKZEIT-Bürgermeister-Check in Obrigheim

NOKZEIT-Leser_innen befragen künftiges Gemeindeoberhaupt

Obrigheim rathaus web

Fünf Bewerber wollen auf den Chefsessel im Obrigheimer Rathaus. (Foto: P. Schmelzle/CC-BY-SA 2.5

Obrigheim. Nachdem Amtsinhaber Bürgermeister Roland Lauer bereits frühzeitig seinen Verzicht auf eine weitere Amtszeit auf dem Chefsessel im Rathaus der 5.200 Einwohner zählenden Neckartalgemeinde Obrigheim mit den Ortsteilen Asbach und Mörtelstein bekundet hatte, haben fünf Bewerber ihren Hut in den Ring geworfen, um dem Christdemokrat Lauer nach 24 Jahren nachzufolgen. Vom Wahlausschuss wurden  die Bewerbungen von Dipl. Verwaltungswirt Richard Zorn (Jg. 1966) aus Mosbach, Dipl. Betriebswirt Christoph Klotz (Jg. 1980) Obrigheim, Dipl. Verwaltungswirt Raimnund Horbas (Jg. 1975) aus Gaildorf, Dipl. Verwaltungswirt Achim Walter (Jg. 1969) aus Elztal und Bankbetriebswirt Christoph Lunczer (Jg. 1976) aus Obrigheim zugelassen.

Auch diese Wahl wollen wir wieder mit einem Kandidaten-Check begleiten. Dieses Mal waren auch Leser_innen aufgerufen, ihre Fragen einzusenden, um diese dann in den NOKZEIT-Bürgermeister-Check einzubauen.  Heute wollen wir den Fragenkatalog vorstellen. Um der öffentlichen Kandidatenvorstellung nicht vorzugreifen und zu verhindern, dass die Bewerber auf Positionen der Gegenkandidaten reagieren können, werden wir erst am Tag der Vorstellung in der Neckarhalle, am 30. September, um 19:00 Uhr, beginnen. Anschließend erscheinen dann täglich neue Antworten. Dabei werden die Ausführungen gegenüber gestellt, sodass Wähler_innen unmittelbar vergleichen können. 

Der erste Wahlgang findet am Sonntag, den 12. Oktober statt. Sollte dann keiner der Bewerber die absolute Mehrheit erreichen, werden die Wähler zwei Wochen später endgültig entscheiden.

Folgende Fragen haben alle Bewerber beantwortet:

  1. Was qualifiziert Sie dafür, Gemeindeoberhaupt von Obrigheim  zu bleiben? Wo sehen Sie Ihre Stärken und wo – auch wenn man darüber ungerne spricht – Ihre Schwächen? Warum sollten die Menschen für Sie stimmen? Werden Sie von einer Partei unterstützt?
  2. Das Arbeitsklima im Gemeinderat soll in der vergangenen Legislaturperiode nicht immer angenehm gewesen sein, so der Karl Heinz Neser von der CDU in seiner Haushaltsrede im Februar 2014. Wie wollen Sie als Bürgermeister für eine konstruktive Zusammenarbeit mit dem Gremium und zwischen den Fraktionen sorgen?
  3. Welche Vision haben Sie für Obrigheim? Wo sollen die Gemeinde und ihre Ortsteile am Ende Ihrer Amtszeit stehen?
  4. Der Bürgermeister ist Chef der Verwaltung und leitet ein Team von Mitarbeitern. Das erfordert Führungseigenschaften und -erfahrung. Frage an alle Kandidaten: Wie viele Mitarbeiter, die an Sie berichten führen Sie in ihrer aktuellen Position und auf welche Erfahrungen können Sie zurückgreifen.
  5. Haushaltspolitik ist auch in Obrigheim ein wichtiges Thema, sind die Mittel doch endlich und soll doch die Konsolidierung vorangebracht werden. In welchen Bereichen wollen Sie sparen? Wofür werden Sie evtl. mehr Geld ausgeben. Müssen sich Bürger_innen/Vereine auf Einschnitte gefasst machen?
  6. Welche Akzente wollen Sie im Bereich der kommunalen Wirtschaftspolitik setzen? Was unternehmen Sie, um weitere Unternehmen in Obrigheim bzw. im Technologie- und Gewerbepark Neckar-Odenwald (TECH-NO) anzusiedeln bzw. zu halten?
  7. Nach einem Beschluss der rot-grünen Bundesregierung wurde das KWO bereits vor der Energiewende nach Fukushima stillgelegt. Seither erfolgt der Rückbau, der von der Initiative AtomErbe Obrigheim kritisch begleitet wird. Dort findet man es skandalös, dass beim Rückbau des AKW Obrigheim  noch nicht einmal die Vorgaben der bundesweit geltenden Strahlenschutzverordnung eingehalten werden. Die dort vorgesehenen Grenzwerte seien zu hoch und müssten im Interesse der Menschen niedriger sein. Die Initiative fordert, den Müll vorerst im KWO zu belassen. Wie stehen Sie dazu? Wie wollen Sie den Prozess als Gemeindeoberhaupt begleiten, um Schaden von Obrigheim und den Bürger_innen abzuhalten. Haben Sie weitere Pläne im Zusammenhang mit der Energiewende?
  8. Der demographische Wandel betrifft Obrigheim ebenso wie andere Gemeinden im Ländlichen Raum. Laut der Vorausberechnung des Statistischen Landesamts werden 2030 knapp 300 Menschen weniger in Obrigheim und den Ortsteilen leben als heute. Darüber hinaus wird es zu massiven Verschiebungen in der sogenannten Alterspyramide kommen, sodass eine Seniorengemeinde „droht“. Immerhin sind 2030 fast die Hälfte der dann in der Gemeinde lebenden Menschen über 65 Jahre alt. Wie wollen Sie diesem Trend begegnen und damit die Prognose umkehren? Was werden Sie unternehmen, um der „alternden“ Gemeinde gerecht zu werden? Was tun Sie für junge Menschen? Wie wollen Sie Obrigheim und die Ortsteile überhaupt für Neubürger_innen attraktiv machen?
  9. Landauf und landab ist es immer häufiger zu beobachten, dass sich Bürger_innen in die Entwicklung Ihres Lebensraums einmischen und beteiligt werden wollen. Ein Beispiel mag die Gründung des Fördervereins in Mörtelstein sein (NZ berichtete). Welche Pläne haben Sie, um im Falle Ihrer Wahl, die Bürger_innen in Entscheidungsprozesse einzubinden?

Infos im Internet:

www.richardzorn.de

www.klotz-christoph.de

www.raimund-horbas.de/

www.achim-walter.info

www.christoph-lunczer.de/

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2 Kommentare

    • Gerne dürfen Sie – oder ein anderer Leser – ein neues Foto schicken. Vielen Dank im Voraus.

      Mit freundlichen Grüßen
      Jürgen Hofherr

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