Alles andere als Kahlschlag

Straßenmeisterei Buchen erläutert langfristiges Grünpflegekonzept für Bundes-, Landes- und Kreisstraßen im Kreistagsausschuss für Wirtschaft, Umwelt und Verkehr
 
 
 Buchen. (lra) „Wer einen eigenen Garten hat, weiß, wie oft man dort spontan eingreifen muss, um dem Grün Herr zu werden. Bei fast vierhundert Straßenkilometern müssen wir allerdings nach einem langfristig geplanten Konzept pflegen“, sagte der Leiter der Straßenmeisterei Buchen, Joachim Mai, bei der Vorstellung eines Grünpflegekonzepts für die Bundes-, Landes- und Kreisstraßen im Kreistagsausschuss für Wirtschaft, Umwelt und Verkehr. Das Konzept, das so seit Ende der 1990er Jahre bestehe, beinhalte eine differenzierte und vorausschauende Planung der Grünpflege für jede einzelne Straße. Damals habe man sich das Ziel gesetzt, alle Gehölzflächen innerhalb von zehn Jahren einmal zu durchforsten. Dies sei dringend notwendig gewesen, da man während des massiven Straßenausbaus ab den 1960er Jahren die Straßen zwar großzügig begrünt habe, es aber an technischen Möglichkeiten gefehlt habe, um dieses Grün konsequent zu pflegen.
 
 „Unser maßgebliches Ziel ist es, die Verkehrssicherheit zu gewährleisten und die Straße vor Erosion durch Büsche und Bäume zu schützen“, erklärte Mai den Ausschussmitgliedern. Um dies zu erreichen, musste zuerst eine Grundstruktur hergestellt und entsprechende Eingriffe in die Natur vorgenommen werden. In mehreren Schritten wurden der oft zu hohe Baumbestand reduziert und kahle, unterentwickelte Hecken auf Stock gesetzt. Neben Hecken wolle man so standsichere, entwicklungsfähige Bäume oder Baumgruppen in der dritten und vierten Reihe der Straßenböschung erhalten.
 
 Dabei habe der Umwelt- und Naturschutz eine hohe Priorität. Aus diesem Grund würden, so Mai, die Maßnahmen im Vorfeld mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes besprochen. Auch beziehe man stets die Städte und Gemeinden und, falls erforderlich, Anlieger mit ein.
 
 Die Straßenmeisterei verfolge aber auch landschaftspflegerische Ziele, die Mai besonders am Herzen liegen. Denn Straße, Begleitgrün und die umliegende Landschaft sollen eine Einheit bilden und es müssten Ausblicke auf die Landschaft möglich sein. „Hier können wir das Landschaftsbild für viele Jahre gestalten“, erklärte Mai begeistert. Insbesondere bei Neubaustrecken werde diesem Gedanken inzwischen von Anfang an Rechnung getragen. So wurde beispielsweise die Umgehungsstraße die B 292 bei Osterburken nach der Fertigstellung 2008 nur spärlich bepflanzt.
 
 Landrat Dr. Achim Brötel und die Ausschussmitglieder zeigten sich vom dem Konzept, das Mai mit Bildern eindrucksvoll illustrierte, durchweg überzeugt. In der Diskussion wurde dabei erneut darauf hingewiesen, wie elementar diese Pflege für die Verkehrssicherheit gerade im Winter sei. Und es wurde der Wunsch vorgetragen, das Konzept bei zukünftigen Maßnahmen zu kommunizieren, um Verständnis für die Arbeiten bei den Bürgern sicherzustellen. Dies griff Mai auf und bot an, auch bei interessierten Gruppen im Kreis das Konzept vorzustellen. Mit Blick auf die Bevölkerung ergänzte Mai: „Achten Sie doch einmal beim Autofahren bewusst auf die Gehölze am Fahrbahnrand und Sie werden das Ergebnis unserer langjährigen Arbeit sehen.“


Ein von der Straßenmeisterei Buchen gepflegter Straßenabschnitt an der B 47 (Umgehung Walldürn) im Urzustand Anfang der 2000-er Jahre (li.), nach der Pflegemaßnahme im Jahr 2005 und schließlich einige Jahre nach der Maßnahme (re. ). (Foto: LRA)

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