Bundestagsabgeordnete besucht Krabbelkäfer

 

Neckarelz. (pm) „Der Verein Krabbelkäfer e.V. beweist auf eindrückliche Weise, wie sehr sich Eigeninitiative und Engagement lohnen, um gute Bildungsangebote für die Kleinsten zu schaffen“, erklärt die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Dorothee Schlegel nach ihrem Besuch der privaten Kindertagesstätte Krabbelkäfer e.V. in Mosbach-Neckarelz ganz begeistert. Ziel der Einrichtung, die 2004 durch eine Elterninitiative gegründet wurde, ist es, Betreuungsangebote insbesondere für Kinder im Alter von 0 bis 3 Jahren anzubieten. Die jüngsten Kinder in dieser Kita sind 3-4 Monate alt. „Es gibt in Mosbach nur sehr wenige Angebote für Kinder unter einem Jahr“, erklärt die Politikerin, „und mit dem seit 2013 geltenden Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz für ab Ein- bis unter Dreijährige stieg der Bedarf an Betreuungsplätzen deutlich an. Bei den Krabbelkäfern werden inzwischen 20 Kinder betreut und erfreulicherweise gibt es keine langen Wartezeiten. Nach wie vor ist das Engagement der Eltern sehr hoch,

nicht nur was die finanzielle Beteiligung anbelangt“, fügt die Familienpolitikerin hinzu. Die erste Vorsitzende Daniela Lörch, die Schlegel zusammen mit dem gesamten Vorstand und der Kita-Leiterin Romy Purschke begrüßte, erläutert: „Allein vermögen die Eltern finanziell die Betreuung nicht zu stemmen, und so suchen wir stets nach Unterstützung, um die Qualität der Betreuung verbessern zu können. Wir streben mit unserer Arbeit danach, den Kindern eine qualitativ hochwertige Erziehung und Betreuung zukommen zu lassen.“ Der aus vier (ehemaligen) Eltern bestehende Vorstand kümmert sich um die komplette Vereinsführung, die beinahe der einer kleinen Firma gleicht.  Matthias Schellmann kümmert sich hauptsächlich um die  Personalangelegenheiten der inzwischen sechs Erzieherinnen, die ausnahmslos Fachkräfte sind. Das umfangreiche Ressort Finanzen wird von Melanie Häring betreut und Anna Freudenreich kümmert sich neben den traditionellen Aufgaben des Schriftführers hauptsächlich um die Pressearbeit des Vereins. Seit einiger Zeit sorgt Geschäftsführer Friedrich Radetzki, auch ein ehemaliger Vater eines Krabbelkäfers,für eine professionelle Unterstützung des Vorstandes. Allein auf ehrenamtlicher Basis ist ein Verein, der Personalverantwortung für sechs Erzieherinnen trägt, nicht zu führen. . Annähernd 75% der Betriebskosten trägt die Stadt Mosbach. „Ohne die Stadt wäre unser Angebot nicht aufrechtzuerhalten“, so der Vorstand  einstimmig.

Weiter erfuhr Schlegel, dass ein Ganztagsangebot für nötig erachtet werde, das aber auch im Kindergarten-Angebot für über Dreijährige und im Grundschulbereich weitergeführt werden müsste: „Denn nur so kann gewährleistet werden, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf möglich bleibt.“ Die Stadt Mosbach verzeichnet wie der gesamte Landkreis immer mehr Arbeits-Einpendler, so dass das Interesse besteht, auch Kinder, die nicht in der Kommune leben und deren Eltern im Stadtgebiet arbeiten, betreuen zu können. Dies ist derzeit nur mit Zustimmung  der Stadt Mosbach möglich.

„Auch wenn die Modelle nicht 1:1 übertragen werden können, zeigen uns nicht nur die skandinavischen Länder, wie Ganztag von klein auf funktionieren kann“, betonte Familienpolitikerin Schlegel, die im EU-Ausschuss Berichterstatterin ihrer Fraktion für die skandinavischen Länder ist. Die Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirchengemeinde in Mosbach-Neckarelz bezeichnen alle Gesprächspartner als „Win-win-Situation“, da nicht mehr alle Räume, vor allem tagsüber, durch kirchliche Gruppen genutzt wurden.

Beim Gespräch mit Blick auf den schattigen Sandkasten, dem Tummelplatz der Kleinen an diesem heißen Vormittag, betonten die Eltern, wie wichtig es ihnen sei, stetig im Dialog miteinander und mit den Erzieherinnen die Bedürfnisse des Betreuungsangebots weiterzuentwickeln, ob bei den Öffnungszeiten von 7 bis 17 Uhr oder bei der Betreuung auch in den Ferien oder der Gestaltung und Erweiterung der Räumlichkeiten. „Wir sind freier, flexibler und dadurch auch schneller in der Umsetzung als vergleichbare kommunale oder kirchliche Einrichtungen – und dies bestätigt uns in unserem Konzept.“ Es gibt viele Eltern, auch Alleinerziehende, die Schicht arbeiten oder unregelmäßige Arbeitszeiten haben und daher ihre Kinder – nach vorheriger Absprache – jederzeit bringen und abholen können. „Wenn längerfristig ein Bedarf besteht, kann über eine Ausweitung des Betreuungsangebots des ‚Krabbelkäfers‘ nachgedacht werden“, konnte der Vorstand berichten. Gemeinsam mit den Erzieherinnen hat der Vorstand entschieden, selbst in den Sommerferien auf die zwei Wochen „Pause“ zu verzichten und ab nächstem Jahr eine ganzjährige Betreuung anzubieten.

In der lebhaften Diskussion zwischen Vorstand und Politikerin ging es neben dem neuen ElterngeldPlus auch um die im Bund geplante Reform des Mutterschutzgesetzes. Sie sieht eine Integration der Verordnung zum Schutze der Mütter am Arbeitsplatz (MuSchArbV 1997) in das Mutterschutzgesetz (MuSchG 1992) vor, um zu einer klareren Darstellung der Arbeitgeberpflichten zu kommen, informierte die Bundestagsabgeordnete abschließend.

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Unser Bild zeigt von links:  Matthias Schellmann (2. Vorstand), Friedrich Radetzki (Geschäftsführer), Romy Purschke (Leitung), Melanie Häring (Kassier), Dr. Dorothee Schlegel MdB, Daniela Lörch (1. Vorstand), Nathalie Pascher (Stellvertretende Leitung). (Foto: pm)

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