Inklusion braucht Beteiligung

Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen trafen sich auf Einladung des Landratsamtes

Mosbach.  (pm) Anfang Juni fand auf Einladung des Landratsamtes Neckar-Odenwald-Kreis die dritte Betroffenen- und Angehörigenkonferenz in Mosbach statt. Ziel dieser Veranstaltung ist es, Menschen mit Behinderungen, deren Angehörige sowie Interessensvertretungen über aktuelle Entwicklungen zu informieren und eine Plattform für Fragen, Anregungen und Austausch zu bieten. Gleichzeitig beinhaltet die Konferenz eine gute Möglichkeit zum Kennenlernen und zur Vernetzung.

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Renate Körber, Leiterin des Fachbereichs Jugend und Soziales, konnte rund 40 Teilnehmer, darunter Menschen mit unterschiedlichsten Behinderungen, in den Räumen des Landratsamtes begrüßen. „Den Verantwortlichen hier ist es ein großes Anliegen, geeignete Angebote und Möglichkeiten zu schaffen, damit Menschen mit einer Behinderung umfassend und gleichberechtigt am Leben in der Gesellschaft teilhaben können“, so Körber einleitend. Daher freute sie sich über das erneut große Interesse. Dass die Inklusion im Kreis angekommen ist, beweise die Vielfältigkeit der Angebote für Menschen mit Behinderungen, die sich in den vergangenen Jahren immer besser weiterentwickelt hätten.

Körber verwies anschließend auf die erfolgreich bewältigten Aufgaben des Landratsamtes im vergangenen Zeitraum: den aktuellen Teilhabeplan für Menschen mit einer psychiatrischen Erkrankung, auf die Weiterentwicklung der Richtlinien für Integrative Hilfen in Kindertagesstätten und Ambulant Betreutes Wohnen, auf die Entwicklung neuer, zeitgemäßer Leistungen wie Seniorenbetreuung für Menschen mit geistiger Behinderung und den Arbeitsbereich plus in Zusammenarbeit mit der Johannes-Diakonie. Ebenso sei die schnelle Nachbesetzung der Stelle der Kommunalen Beauftragten für die Belange von Menschen mit Behinderung durch Jutta Schüle wichtig gewesen.

Schüle stellte sich dann den Konferenzteilnehmern als Ansprechpartnerin und Interessensvertreterin vor. Sie berate die Landkreisverwaltung sowie die kreisangehörigen Städte und Gemeinden bei behindertenspezifischen Themen. Ziel sei es, die Rechte von Menschen mit Behinderungen zu stärken und ihnen dadurch eine bessere Teilhabe am Leben in der Gesellschaft zu ermöglichen.

Auch der ehrenamtliche Patientenfürsprecher der Informations- Beratungs- und Beschwerdestelle (IBB), Willi Biemer, begrüßte die Anwesenden. Er stellte ebenfalls seine Aufgabe als Ansprechpartner für psychisch kranke Menschen und ihre Angehörigen vor. Die IBB-Stelle biete wohnortnahe Versorgung und individuelle Unterstützung für diesen Personenkreis.

Thema war dann das neue Bundesteilhabegesetz, in dessen Leistungsmittelpunkt die individuellen Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung stehen. Erläutert wurde das Gesetz durch den Fachdienstleiter der Eingliederungshilfe beim Landratsamt, Christian Köckeritz. Kennenlernen duften die Teilnehmer zudem ein neues Projekt in der inklusiven Landschaft des Kreises, die Elterninitiative „Sonnenschein“. Gegründet von Eltern für Eltern bietet es Ansprache und Austausch für das Leben mit Kindern mit Behinderung.
Im Anschluss bestand die Möglichkeit, sich auszutauschen, wovon rege Gebrauch gemacht wurde. Insbesondere die Themen Betreuungsstandards in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe und die Entlastung von Angehörigen durch kurzzeitige Versorgungsmöglichkeiten wurden intensiv erörtert. Hier bestehen Wunsch und Hoffnung, dass sich durch die UN-Behindertenrechtskonvention und das Teilhabegesetz immer mehr Einrichtungen auf den Weg machen, um eine verbesserte und bestmögliche Teilhabe der Betroffenen im Alltag zu erreichen.

Einig waren sich Veranstalter wie Teilnehmer, dass für einen regelmäßigen Austausch und eine gute Beteiligung auch künftig weitere Betroffenen- und Angehörigenkonferenzen stattfinden werden. Damit solle einer Kultur der Beteiligung, die die Basis einer inklusiven Gesellschaft darstellt, im Kreis ausreichend Rechnung getragen werden.

© www.NOKZEIT.de


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1 Kommentar

  1. Inklusion schön und gut, das Problem ist das die meisten behinderten
    ihre wünsche und Bedürfnisse nicht äußern um keine Probleme zu bekommen es ist doch immer noch so das „unangepasste“ Behinderte ganz schnell „entlassen“ werden von den großen (Diakonie AWO Caritas) Organisationen im stich gelassen werden weil zu viel Arbeit, dann gibt es das persönliche Budget hier muss man erst mal jemanden finden der sich dann kümmert wenn es nicht mehr das doppelte oder dreifache wie bei einer direkt Überweisung durch das Landratsamt bekommt! Mir kommt es oft so vor als ob über Probleme nicht geredet werden soll. Ein friede Freude schein Wirklichkeit die all zu gern von der „Sozialmafia“ zu Markte getragen wird.

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