Schmetterlinge starten in die Saison

Der Aurorafalter überwintert als Puppe und ist ein Frühstarter bei der Eiablage im Frühjahr. (Foto: NABU/Martin Feucht)

Mit dem großen Aufräumen im Garten warten und überwinternde Falter schützen

Stuttgart. (pm) Wenn im späten Frühling die Temperaturen steigen und uns die Sonne aus dem Winterblues kitzelt, werden auch die ersten heimischen Schmetterlingsarten wieder munter. „Wenn sie im Frühling aus ihrer Kältestarre erwachen, geht es hinaus auf Nahrungssuche. Dann müssen entsprechende Fenster und Luken in Kellern und unterm Dach einen Spalt weit geöffnet sein, damit die Falter abflattern können“, bittet Martin Feucht, Fachbeauftragter für Schmetterlinge des NABU Baden-Württemberg.

Viele Insekten sind sozusagen Winterlangschläfer und werden erst spät im Frühjahr aktiv: „Die allermeisten unserer Schmetterlinge im Südwesten fliegen erst ab April, Mai oder sogar noch später – je nachdem, ob sie als Ei, Larve, Puppe oder Imago, als fertiger Schmetterling, überwintert haben. „Einer unserer ersten Schmetterlinge im Frühjahr ist der als Puppe überwinternde Aurorafalter. Dessen Weibchen heften bereits im zeitigen Frühjahr ihre grünweißen, länglichen Eier im Knospenbereich des Wiesenschaumkrauts an. Rund zwei Wochen später verfärben sie sich orange und bald drauf schlüpfen die kleinen Räupchen.“

Schmetterlingspuppen schützen – Herbstlaub auf den Beeten lassen

Etwa 20 Prozent der Falter verpuppen sich. Gut geschützt in einer Chitinhülle warten viele farbenprächtige Frühlingsfalter, wie Schwalbenschwanz, Landkärtchen und Aurorafalter, aufs Frühjahr. Die Puppen heften sich an Pflanzen, überwintern in Kokons oder vergraben sich im Boden. Auch das Kleine Nachtpfauenauge überdauert so die kalte Zeit zwischen Sommer und Mitte April des Folgejahres, vor Fressfeinden geschützt, in einem selbst gesponnenen Kokon. Die Schwalbenschwanz-Puppe hängt buchstäblich am seidenen Faden an einem Pflanzenstängel: „Lassen Sie im Frühjahrsgarten möglichst lange alle Fünfe gerade sein. Damit der Falter den Winter unbeschadet übersteht, sollten Pflanzenstängel im Garten und auf Wiesen daher bis ins späte Frühjahr stehen bleiben. Wer sie schon früher abschneiden will, sollte sie zusammengebunden in einer Gartenecke stehend aufbewahren.“

Daher bittet Feucht: „Auch wenn Sie mit den ersten warmen Tagen im Februar oder März der grüne Daumen juckt und Sie Ihren Garten von Herbstlaub und abgestorbenen Pflanzenstängeln befreien wollen – warten Sie noch ab. Die Schmetterlinge und auch andere Tiere danken es Ihnen“, empfiehlt Feucht.

Auch Schmetterlinge lieben Kräuter im Garten

Tagpfauenauge und Kleiner Fuchs vertragen keinen Frost. Diese Schmetterlinge haben sich nach dem Sommer ein geschütztes Plätzchen in Geräteschuppen, auf Dachböden, in Erdhöhlen oder hohlen Bäumen gesucht. „Wer so einen überwinternden Falter entdeckt, sollte ihn nicht stören, damit er nicht unnötig Energiereserven verliert. Denn der Stoffwechsel wird über den Winter auf ein Minimum herabgesetzt, sie ruhen starr“, so Feucht. 

Wer als fertiger Falter überwintert, so wie das Tagpfauenauge und der Zitronenfalter, kann im Frühjahr bei den ersten wärmenden Sonnenstrahlen quasi einen fliegenden Start hinlegen. Allerdings stellt der Klimawandel die Arten vor Herausforderungen, denn warme Zwischenphasen im Februar gaukeln den zarten Fluginsekten einen Frühling vor, in dem es noch an Blütennahrung mangelt. Kommt dann erneut ein Kälteeinbruch, erfrieren sie häufig. Bei vielen Schmetterlingen und ihren Raupen beliebt sind übrigens Gartenkräuter wie Dill, Knoblauchsrauke oder Thymian, die auch uns schmecken. 

Übrigens: Noch mehr Tipps für insektenfreundliche Gärten gibt der NABU im Projekt „Blühende Gärten – damit es summt und brummt“. Ab jetzt und noch das gesamte Jahr finden über 50 Vorträge an Volkshochschulen und bei NABU-Gruppen im ganzen Südwesten statt.

Infos im Internet: www.blühendegärten.de

 

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