Von närrisch-bayrischer Migrantin regiert

„Alle sin froh Mudi – Hajo, Mudi Hajo! HAJOO!“

 

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(Foto: Liane Merkle)

Mudau. (lm) Sie hatte es wirklich nicht leicht, Ihre Lieblichkeit, Prinzessin Martina I. (Fertig) als Mudauer Regentin mit bayrischem Migrationshintergrund. Denn nachdem Ortsscheller Angelo Walter das zahlreich erschienene Narrenvolk vor dem Mudauer Rathaus über die an Fastnacht üblichen Gebräuche instruiert hatte, oblag ihr der Part, mit Hilfe der „historischen Schriftrolle“, die in original Mudemerisch abgefasst ist, die Traditionsfiguren der Wassersucherfastnacht vorzustellen.

Jeder andere „Reig’schmeckte“ hätte einen Sprachkurs erhalten, doch die vornehmen „Gastarbeiter“ aus Regierungskreisen wurden einfach ins kalte Wasser geschmissen. Dennoch – das bewies der Spontanbeifall des Narrenvolkes – meisterte Ihre Lieblichkeit, moralisch unterstützt von Seiner Tollität Prinz Klaus IV. und dem Kinderprinzenpaar die schwierige Aufgabe mit Bravour.




Doch Wassersucher Noby Münch war sich sehr unsicher, ob die Mudauer wirklich alles richtig verstanden haben, und wiederholte die Vorstellung im Turbogang und O-Ton „Mudi“ angefangen bei den Hexsche und Deifeln (nicht alle hätten Masken auf), über (die aalde Kerl vom) Wassersucherrat, die (wirklich hübschen) Garden, den lustigen Spitzdudden, Herrli un Frähli, Halbherrn bis hin zu den Spreiselevokääfern (gebt enne liewer a bissle mehr, sonschd griegt er se gar net los).

Doch dann waltete er souverän seines Amtes, das an diesem Abend beinhaltete, dem Borchemeeschter Dr. Norbert Rippberger, oder kurz „Mini“, seinen Mietzins zu überreichen. Der setzte sich dieses Mal – entsprechend dem Inhalt des Jahresmottos „Eiloche in Mudi“ aus mehreren Dingen zusammen: Ei-Locher (Einsatz beim ungekochten Ei zu empfehlen), dann natürlich die Eier (hat wohl mit dem Einputten zu tun), Golfbälle in klein und groß, Handschellen (ohne Plüsch) und schließlich den Gutschein für ein gegrilltes Hinkele vom Putt.

Fotoserie zum Artikel – (Fotos: Liane Merkle)

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Immer wieder wurden die gar nicht steifen „Regularien“ des Mudemer Fastnachtsspiels vom Publikum mit den heimischen Fastnachtsliedern unterbrochen. „Ja wenn des Lumpeglöckle tönt“, „Ätschele, Bobätschele“ und viele mehr. Natürlich ging viel Gaudi von der großen Gruppe der überwiegend sehr jungen Schar der „aalde Weiber“ aus, die der Mudauer Weiberfastnacht und dem Schmutzige Dunnerschdi mit Charme und Bombenstimmung wieder alle Ehre gemacht hatten und auch am Abend noch kaum zu bremsen war.

Warum auch, schließlich übertrugen sie die humorvolle Stimmung selbst auf die größten Fastnachtsmuffel und feierten gemäß der traditionellen Urkunde „a Fastnacht, a guudi!“ Mit Krachkapelle und den Mudemer Fastnachtsschlagern zog die Narrenschar in allerbester Stimmung durch die Hauptstraße bis zum „Schmuutzessen“ in der „Hütte David“. Danach wurde nicht nur dort, sondern im ganzen Ort gefeiert, und es gab noch viele Schauplätze für so manche Gaudi. „Denn wenn des Lumpeglöckle tönt, dann sen mer all glei do, unn mir toube wild durchs Oart und rufe alle froh: Mudi Hajo, Mudi Hajo! HAJOO!“

 

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