„Kranke Häuser“ im Neckar-Odenwald-Kreis

Manne Lucha Krankenhausfinanzierung NOK

(Foto: pm)

Mosbach/Buchen. (pm) Der Krankenhauspolitische Sprecher und Vorsitzende des AK-Soziales der Grünen im Stuttgarter Landtag, Manne Lucha und die Stellvertretende Fraktionsvorsitzenden der Grünen, Charlotte Schneidewind-Hartnagel, kamen auf Einladung des Grünen Kreisverbandes zu einer aktuellen Diskussion mit Vertretern des Landratsamtes, der Klinikpersonalvertretung, Ärzten und Hebammen nach Buchen.

Das 10 Mio. Defizit im Haushalt 2013 der Neckar-Odenwald-Kliniken in Buchen, Hüffenhardt und Mosbach bringen den Kreis an den Rand dessen, was tragbar ist.  Dies und die damit drohende Schließung von mindestens einer Klinik waren Kernthemen in der Diskussion bei der Veranstaltung am vergangenen Montag in Buchen, zu der der Grüne Kreisverband öffentlich eingeladen hatte.

Manne Lucha, Krankenhauspolitischer Sprecher der Grünen im Stuttgarter Landtag und  Fachmann in Sachen Krankenhausfinanzierung, lobte zu Beginn die Vorgehensweise der Grünen Kreistagsfraktion mit der Vorsitzenden Simone Heitz, die auch Aufsichtsrätin der Kliniken ist, Alarm zu schlagen, als die Haushaltslage scheibchenweise ans Licht kam. Besonders der Antrag von Heitz eine regionale Gesundheitskonferenz einzuberufen fand bei den beiden Landtagsabgeordneten großen Zuspruch: „ Dies ist genau der Weg, den wir gemeinsam mit dem Koalitionspartner SPD gehen wollen und müssen um die Gesundheitsversorgung im Ländlichen Raum nachhaltig zu sichern.“ Im Neckar-Odenwald-Kreis wäre ein Steuerungsgremium mit diesen Aufgaben und Zielen ein Novum.




Ärzte, Hebammen und Personalvertretung berichteten von der schleppenden Informationspolitik und der Verschleierungstaktik der inzwischen entlassenen Geschäftsführung und mahnten mehr Offenheit in Richtung Landratsamt an. Selbst Belegärzte, die existentiell an die Krankenhäuser gebunden sind, mahnten eine bessere Kommunikation und Verzahnung mit ihren Partnern an.

Manne Lucha dazu: „Eine nachhaltige Sanierung und Stabilisierung der Kliniken ist überhaupt nur dann möglich, wenn alle Akteure gemeinsam ein zukunftsfähiges Konzept erarbeiten. Man muss in alle Richtungen offen sein, die Patientenströme genau beobachten und bei der räumlichen Nähe Konkurrenzangebote und Kannibalisierungseffekte dringend vermeiden.“ 

Die Zielsetzung aller Planungen muss, so Lucha, eine medizinische Versorgung sein, die sich an den Menschen und ihren Bedürfnissen orientiert. Eine Notfallrettung innerhalb 15 min. und die Erreichbarkeit einer Inneren- und Chirurgischen Abteilung innerhalb 30 min. seien das Ziel und Krankenhäuser, die auskömmlichen arbeiten. Geplant defizitär arbeitende Kliniken seien zum Scheitern verurteilt. Denkbar wäre für den Neckar-Odenwald-Kreis,  um alle Klinikstandorte zu erhalten, eine Aufteilung der Fachgebiete und ergänzend dazu niederschwellige Pflegeangebote in den Kliniken, so Lucha weiter.

Charlotte Schneidewind-Hartnagel: „ Wir haben eine Bundesratsintiative eingereicht damit beim DRG-Abrechnungssystem künftig regionale Besonderheiten berücksichtig werden können. Damit würden wir die Kliniken im Ländlichen Raum deutlich entlasten. Wir stellen Gelder zur Verfügung, wenn es belastbare und zukunftsfähige Konzepte gibt. Dies beinhaltet für mich auch ein Überdenken der Arbeitsbedingungen in den Pflegeberufen und in der Geburtshilfe. Wir wollen die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum sichern. Dazu bedarf es zunächst genaue Strukturanalysen, die mit allen Beteiligten gemeinsam in einer regionalen Gesundheitskonferenz erarbeitet werden könnten.“

Infos im Internet:

www.gruene-nok.de/soziales-und-gesundheit/gruene-fordern-ende-des-systems-duda

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