Bürgermeister-Check Rosenberg – Finanzen

„Alles andere als auf Rosen gebettet!“

Rosenberg. Seit 1999 ist Gerhard Baar Bürgermeister der Gemeinde Rosenberg mit den Ortsteilen Bronnacker, Hirschlanden, Rosenberg und Sindolsheim. Am 05. Oktober wird Baar ohne Gegenkandidat für eine dritte Amtszeit gewählt.

Auch wenn es keinen Mitbewerber gibt, war Amtsinhaber Gerhard Baar dennoch bereit, die Fragen im Rahmen unseres NOKZEIT-Bürgermeister-Checks zu beantworten. Baar vertraut darauf, dass die Rosenberger ihrem Bürgermeister an der Urne den Rücken stärken, denn eine Wahlbeteiligung wie zuletzt bei den Oberbürgermeisterwahlen in Mosbach wäre enttäuschend.

Heute stellt Gerhard Baar die finanzielle Seite der Gemeinde und seine Überlegungen für die kommenden acht Jahre vor.

3. Haushaltspolitik ist auch in Rosenberg ein wichtiges Thema, sind die Mittel doch endlich und soll doch die Konsolidierung vorangebracht werden. In welchen Bereichen wollen Sie sparen? Wofür werden Sie evtl. mehr Geld ausgeben. Müssen sich Bürger_innen/Vereine auf Einschnitte gefasst machen?

Gerhard Baar: Finanziell ist die Gemeinde Rosenberg alles andere als auf Rosen gebettet, um beim Bild des Ge­meindenamens zu bleiben: trotz Hochkonjunktur haben wir nur ein Gesamt-Steueraufkommen von 300.000 Euro pro Jahr. Wir partizipieren ein Stück weit von der guten Entwicklung im Regionalen Industriepark Osterburken, dem RIO, dem wir allerdings auch nur als Juniorpartner angehören. Hinzu kommt, dass trotz der derzeit ständig wiederholten Aussage, dass die Hochkonjunktur Milliarden in die öffentlichen Steuerkassen spült, auch durch Landeszuweisungen nur wenig bei der Gemeinde Rosenberg ankommt. Dies alles macht die Konsolidierung unseres Haushalts sehr schwierig, weil wir gleichzeitig unsere Pflichtauf­gaben erfüllen müssen: Wir brauchen in absehbarer Zeit neue Feuerwehrfahrzeuge, die Kinderbetreu­ung, bei der wir hervorragend aufgestellt sind, was die Angebote anbelangt, kostet uns jährlich über 450.000 Euro, der Breitbandausbau im Ortsteil Rosenberg und für den Ortsteil Bronnacker steht noch bevor und wir haben, aus der Finanz- und Wirtschaftskrise kommend, noch einen erheblichen Nachholbedarf bei der Sanierung unseres Wegenetzes. Wir müssen schauen, dass wir die Verschuldung in erträgli­chen Grenzen halten. Wir liegen jetzt bereits mit über 1300 Euro je Einwohner sehr hoch, vor allem verur­sacht durch die letzte Großinvestition, den Neubau des Hochbehälters Sindolsheim, der fast 450.000 Euro gekostet hat, ohne einen einzigen Euro an Zuschuss! Weitere Steuerhöhungen möchte ich aber unbe­dingt vermeiden und damit auch Einschnitte bei der Bürgerschaft oder Vereinen. 

NOKZEIT-Bürgermeister-Check: 

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