Seckacher Gemeinderat diskutiert Städtebau

Seckach. (lm) Mit der Nachverpflichtung von Christian Thomaier als Gemeinderat für die nächsten fünf Jahre eröffnete Bürgermeister Thomas Ludwig die zweite öffentliche Sitzung des Seckacher Gemeinderates nach den Kommunalwahlen.

Im Mittelpunkt dieser Sitzung stand die Durchführung der städtebaulichen Sanierungsmaßnahme „Ortsmitte Seckach II“ als Großprojekt mit einem Sachstandsbericht von Paul Kessler als Sanierungsberater der Kommunalentwicklung GmbH, nachdem dieser den neu gewählten Gemeinderäten Ablauf und Sinn der städtebaulichen Sanierung im Allgemeinen und für Seckach im Besonderen erläutert hatte. Bisher wurden 39 private Maßnahmen mit über einer Million Euro gefördert. Für Gebäudeabbrüche, bei fünf Maßnahmen mit nachfolgender Neubebauung, bestehen insgesamt sieben Ordnungsmaßnahmen mit einem Volumen von nahezu 300.000 Euro. Zwei Ordnungsmaßnahmen wurden bereits komplett abgeschlossen. Diese städtebauliche Erneuerung besteht in Seckach aus einem zusammenhängenden Gebiet, südlich der Eicholzheimer Straße und westlich der Bahnlinie gelegen, und schließt sich an das bereits abgerechnete Sanierungsgebiet „Ortsmitte Seckach“ an.

Es umfasst Teile der Bebauung an der Römerstraße, Waidachshofer Straße, Eicholzheimer Straße, Uferstraße, Bahnhofstraße und der Straße „Im Brügel“, ferner das Bahnhofsgelände zwischen Brückenüberführung „Heinrich-Magnani-Straße“ und Bahnüberführung der Bahnhofstraße Ortsausgang Zimmern. Der bereits aufgestockte Förderrahmen dieser Maßnahme beträgt derzeit 3.666.667 Euro, wovon 3.098.473 Euro in Anspruch genommen wurden. Bei einem Komplementäranteil der Gemeinde in Höhe von 1.466.667 Euro liegt der bewilligte Bundes- und Landeszuschuss bei 2.200.000 Euro, was aber für die endgültige Verwirklichung der Gesamtmaßnahme nicht ausreichend ist. Aus diesem Grund beschloss der Gemeinderat einen Aufstockungsantrag des Förderrahmens um 1.868.210 Euro auf 5.534.777 Euro beim Regierungspräsidium Karlsruhe. Daraus ergibt sich eine Erweiterung der Finanzhilfe von Bund und Land von 1.120.927 Euro auf insgesamt 3.320.927 Euro.

Im Sachstandsbericht definiert wurden im Wesentlichen die Maßnahmen einer Modernisierung und Instandsetzung von Gebäuden in privatem Eigentum und eine Umnutzung oder Ersatz nicht mehr genutzter Scheunen und Nebengebäude. Im Fokus steht jetzt die Modernisierung und Instandsetzung des alten Bahnhofes mit dem Ziel neuer Nutzungen – vorerst vorbereitend, um eventuellen Interessenten eine einigermaßen ansprechendes Bild und eine zeitlich angemessene Realisierung anbieten zu können.

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(Foto: Liane Merkle)

Weiter die Aufwertung der Fußwegeverbindungen entlang der Seckach mit Erweiterung nach Süden und die gestalterische Aufwertung der Ortseingangssituation mit Neuordnung des „Areals Lamm“ wie bereits vorgestellt, was als durchaus lohnenswert angesehen wird. Paul Kessler: „Die anstehenden Aufgaben sind anspruchsvoll und zeitintensiv und müssen trotzdem in einem straff vorgegebenen Zeitrahmen abgewickelt werden. Von ihrer Vorbereitung und Bewältigung hängen diese weiteren Finanzhilfen maßgeblich ab.“

Der Sanierungsberater wies auch darauf hin, dass ein Scheitern der Bemühungen bei diesen beiden wichtigen Maßnahmen der städtebaulichen Entwicklung des südlichen Ortseinganges von Seckach zur Folge hätte, dass ohne finanzielle Unterstützung auf Jahre hinaus wohl keine Änderung der Missstände an diesen Grundstücken und Gebäuden möglich werde. Vermutlich auch mit der weiteren Folge, dass das ehemalige Gasthaus „Lamm“ untergeht und die angestoßene Belebung im Bahnhofsbereich einer weiteren Verödung weichen werde.

In einem weiteren Tagesordnungspunkt nahm das Gremium zur Kenntnis, dass in der Bevölkerung des Ortsteils Seckach derzeit die Idee einer Freizeitanlage diskutiert wird. Hierbei stellt man sich ein Kneippbecken mit Bouleplatz und diversen Fitnessgeräten vor, wobei allerdings ein konkreter Vorschlag noch nicht vorliegt. Aufgrund eines mündlichen Antrages an Bürgermeister Ludwig werde man sich bei einem entsprechenden Engagement der Bürgerschaft diesem Ansinnen wohlwollend stellen, um Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten.

In enger Anlehnung an die Vorgehensweise beim Bürgerprojekt Wasserschloss Großeicholzheim, Dorftreff „Am Lindenbaum“ in Zimmern und Bouleplatz Zimmern laden die Gemeinderäte Martin Müller und Walter Holzschuh am 22. Oktober um 18.30 Uhr ins Seckacher Sportheim ein zu einer detaillierteren Besprechung und eventuellen Gründung einer Bürgerinitiative, denn sicher sind sehr viele Punkte bei einem solchen Projekt zu beachten. Angefangen bei der Auswahl der Lage über den Bau, die Ausstattung, Betreuung und Unterhaltung bis hin zur Versicherung. Aus den Reihen der Gemeinderäte kam von Joachim Neureiter die Frage nach der Aufrechterhaltung des Schulschwimmunterrichts, woraufhin Bürgermeister Ludwig erläuterte: „Der öffentliche Badebetrieb musste unterbrochen werden, aber die rechtlichen Voraussetzungen während des Schulschwimmunterrichts können bis Ende des Jahres gewahrt werden durch eine Fachangestellte für Bäderbetriebe, die sich gerade im Erziehungsurlaub befindet.“

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Park & Ride – Parkplätze am Seckacher Bahnhof. (Foto: Liane Merkle) 

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