Ungereimtheiten im Mordfall Kiesewetter

Vortrag in der KZ-Gedenkstätte Neckarelz
 
 Neckarelz. (pm)
 Spätestens seit dem Mord an der Polizistin Michèle Kiesewetter im Jahr 2007 ist auch Baden-Württemberg von der Mordserie des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) berührt. Die übrigens neun Opfer, die zwischen 2000 und 2006 getötet wurden, hatten türkische bzw. griechische Wurzeln, Frau Kiesewetter und ihr schwer verletzter Kollege fallen aus dieser Serie heraus.
 Die Ermittler hielten Michèle Kiesewetter für ein Zufallsopfer. Allerdings gibt es Hinweise darauf, dass der Heimatort der Polizistin, Oberweissbach in Thüringen, ein nicht unbedeutender Punkt im Netzwerk der dortigen Neonazis. Dazu kommen auch in Baden-Württemberg Auffälligkeiten: Zeugen, die auf merkwürdige Weise verschwanden oder zu Tode kamen, schwäbische Polizisten, die Mitglieder im Ku-Klux-Klan waren, und auch sonst zahlreiche Ungereimtheiten.
 Zeit also, nach Hintergründen und möglichen Verbindungen zu fragen. Deshalb lädt die KZ-Gedenkstätte Neckarelz für Montag, den 6. Juli um 20 Uhr zu einem Vortrag des Historikers und Journalisten Lucius Teidelbaum ein (Mosbacher Straße 39, Seminarraum im Untergeschoss). Sein Thema: „Spuren des NSU nach Baden-Württemberg und Probleme der Aufarbeitung“. Teidelbaum beobachtet für die Organisation „NSU-Watch“ den Untersuchungsausschuss des Stuttgarter Landtages und stellt eigene Recherchen im Neonazi-Umfeld an. Seine Forschungsergebnisse betreffen auch unsere unmittelbare Region.
 Der Vortrag gehört zum Begleitprogramm der Ausstellung „Die Opfer des NSU und Probleme der Aufarbeitung“, die noch bis zum 12. Juli in der KZ-Gedenkstätte zu sehen ist. Sie kann vor dem Vortrag angesehen werden, Saalöffnung ist bereits um 19 Uhr.

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