„Wohnbauflächen mit allen Mitteln durchsetzen!“

Wir bleiben für Sie am Ball, spendieren Sie uns dafür einen Kaffee!

Neben Magerwiesen sehen die Kritiker auch Streuobstwiesen in ihrem Bestand gefährdet. (Foto: pm)

Streuobstwiesen sind Weltkulturerbe

Walldürn. Im Zusammenhang mit der Stellungnahme der Bürgerinitiative Walldürn – für Mensch und Natur“ (BI) und des Biotopschutzbund Walldürn zur Aufnahme des „Vorderen Wasen II“ in Walldürn als Wohnbaufläche in den Regionalplan (NZ berichtete) beantwortet BI-Vertreter Konrad Kaufmann einige NZ-Fragen.

NOKZEIT (NZ): Wie überrascht sind Sie von der beabsichtigen Aufnahme des „Vorderen Wasen II“ als Wohnbaufläche in den Regionalplan? 

Konrad Kaufmann (BI): Die Verantwortlichen in Walldürn wollten die Fläche in der Vergangenheit mit allen Mitteln durchsetzen, und sie wollen es nach wie vor. Deshalb sind wir nicht sonderlich überrascht. Das Regierungspräsidium hatte kein zügiges Genehmigungsverfahren in Aussicht gestellt, nun sollen es die Regionalplaner richten. Eine gewisse Hoffnung hatten wir freilich schon, dass der „Vordere Wasen II“ aufgrund der offenkundig wertvollen Funktion als Natur- und Erholungsraum gar nicht erst in den Entwurf aufgenommen wird.

NZ: Hat sich in den vergangenen Monaten die Ausgangslage zugunsten der Befürworter eines Baugebiets am westlichen Stadtrand verändert?

Kaufmann: Nein, im Gegenteil. In der Zwischenzeit sind in Baden-Württemberg das Naturschutzgesetz und das Landwirtschafts- und Landeskulturgesetz geändert worden, um die Biodiversität zu stärken. Einer der vielfältigsten Lebensräume sind Streuobstwiesen. Davon gibt es in der Fläche „Vorder Wasen II“ glücklicherweise noch zahlreiche. Durch die Gesetzesänderungen stehen diese unter einem besonderen Schutz. Übrigens hat die UNESCO den Streuobstanbau erst vor kurzem als immaterielles Weltkulturerbe anerkannt. Daran erkennt man sehr schön, in welche Richtung die gesellschaftliche Entwicklung geht.

NZ: Wie viel Hoffnung haben Sie, dass die Regionalplaner allein sachorientiert entscheiden?
Kaufmann: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Dass das Verfahren stark politisch beeinflusst ist, zeigt ja schon ein Blick in die Planungsunterlagen. Aus Umweltgesichtspunkten sollen vergleichsweise kleine Flächen in Gerolzahn (NOK-02) und Neusaß (NOK-04) aus der Planung genommen werden. Die Fläche „Vorderer Wasen II“ (NOK-05) soll dagegen für eine Wohnbebauung geeignet sein, obwohl der Umweltbericht hier noch einige Beeinträchtigungen mehr auflistet. Das passt nicht zusammen.

Zum Weiterlesen:

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar verfassen