Main-Tauber-Kreis aktualisiert Altlastenkataster

Verlässliche Daten schaffen Sicherheit für Bauherren

 Kataster

Die Geschäftsführerin des Ingenieurbüros Crcocoll Consult GmbH, Heide Crocoll, und Erster Landesbeamter Dr. Ulrich Derpa unterzeichneten kürzlich den Vertrag über die Nacherfassung von Altlasten auf Grundstücken im Main-Tauber-Kreis. Die Erhebungen sollen bis Anfang 2015 abgeschlossen sein. (Foto: MTK)

Main-Tauber-Kreis. (mtk)  Zwischen dem Landratsamt Main-Tauber-Kreis und dem Ingenieurbüro Crocoll Consult GmbH aus Bretten ist jetzt ein Vertrag über ein Projekt zur Erfassung von Altlasten auf ehemaligen Gewerbe- und Industrieflächen geschlossen worden. Erster Landesbeamter Dr. Ulrich Derpa unterstrich bei der Vertragsunterzeichnung die Bedeutung des Projektes: „Wir verstehen uns hier als Dienstleister für die Kommunen und die Bürger. Es geht nicht um Kontrolle und Überwachung, sondern darum, mit neuen Katastern verlässliche Daten liefern zu können. Baumaßnahmen auf so genannten Verdachtsflächen für Altlasten bergen Risiken. Nur durch Untersuchungen bekommen Bauherren, Investoren, Planer und Gemeinden mehr Kosten- und Planungssicherheit. Aber auch potentielle Gefahrenquellen für die Menschen, zum Beispiel Gefährdungen von Trinkwasser, können danach besser beurteilt werden.“ Geschäftsführerin Heide Crocoll bedankte sich für den erteilten Auftrag und sicherte eine weiterhin vertrauensvolle und gute Zusammenarbeit zu. Das Ingenieurbüro hat für den Main-Tauber-Kreis bereits mehrere Aufträge bei Projekten zur Altlastenerfassung erfolgreich umgesetzt.

Altlasten sind die Kehrseite des technischen und industriellen Fortschritts der vergangenen 100 Jahre. Der allzu sorglose Umgang mit Chemikalien und Abfällen und die Unkenntnis über ihre Auswirkungen führten häufig zu Verunreinigungen des Untergrundes. Das Gefährdungspotenzial für Mensch und Umwelt wurde dabei oft zu spät erkannt. Seit mehr als 15 Jahren werden im Main-Tauber-Kreis daher die Altlasten systematisch erfasst und bearbeitet. Die erste Erfassung von Altlasten bzw. verdächtigen Flächen stammt aus dem Jahr 1997. Im Zeitraum 2007 bis 2010 erfolgte eine erste Nacherhebung. So sind heute rund 1800 Flächen erfasst, bewertet und zum Teil auch schon untersucht und saniert. Die Daten sind im Bodenschutz- und Altlastenkataster registriert und stehen seit dem Jahr 2010 auch den Städten und Gemeinden als wichtige Informations- und Entscheidungsgrundlage in digitaler Form zur Verfügung.




Insbesondere bei der Bauleitplanung und beim Grundstücksverkehr spielen die Altlasten eine wichtige Rolle. Bei Bauvorhaben auf Verdachtsflächen kann ein erhöhter Aufwand für die Gründung und die Entsorgung der Reststoffe anfallen. Wenn das Risiko von vornherein berücksichtigt wird, können Mehrkosten und Zeitverzögerungen minimiert werden. Die Informationen sind auch von großer Bedeutung beim Grundstücksverkehr, um unerwünschte Überraschungen zu vermeiden. Selbst beim Erwerb einer Eigentumswohnung kann man unbeabsichtigt zum mindestens anteiligen Altlastenbesitzer werden. Um dies zu vermeiden, gibt das Umweltschutzamt beim Landratsamt Auskunft zum möglichen Altlastenverdacht, und zwar sowohl den Käufern als auch den Verkäufern.

Damit auf diesem Gebiet auch zukünftig Planungs- und Rechtssicherheit besteht, müssen die Daten regelmäßig aktualisiert werden und neu hinzu gekommene Altlasten nacherfasst werden. Deshalb werden alle seit dem 1. Januar 2008 abgemeldeten Betriebe mit ehemals umweltrelevanter Nutzung recherchiert und bei Verdacht in das Kataster aufgenommen. Dieses Projekt, die so genannte “Historische Altlasten-Erkundung (HISTE 3)“ hat im Main-Tauber-Kreis ein Budget von knapp 105.000 Euro und wird zu 100 Prozent über den Altlastenfond des Landes Baden-Württemberg finanziert.

Das Projekt wurde kürzlich mit der Vertragsunterzeichnung zwischen dem Ingenieurbüro Crocoll Consult GmbH aus Bretten und dem Landratsamt Main-Tauber-Kreis besiegelt.

In Kürze beginnen die Recherchearbeiten in den kommunalen Bau- und Gewerbearchiven. Anschließend werden die Standorte vor Ort besichtigt und die Objekte fotografiert. Die Anwohner werden gebeten, die Arbeiten zu unterstützen. Sollten also in nächster Zeit fotografierende Personen auf einem der zu untersuchenden Gelände auffallen, können diese gern angesprochen werden. Sie führen die Legitimation des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis stets mit sich.

Mit dem Abschluss der Erhebungen ist bis Anfang 2015 zu rechnen. Dann stehen den Gemeinden und ihren Bürgern aktuelle Informationen in elektronischer Form zur Verfügung.

Über Inhalt und Ablauf des Projektes informiert im Umweltschutzamt Franz Pichler, Telefon 09341/82-5782, E-Mail: umweltschutzamt@main-tauber-kreis.de.

 

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