Fairness-Preis für Türkspor Mosbach

Fairness kostet Kreisliga-Meisterschaft

Dresden. (pm) Der Fair Play Preis des Deutschen Sports geht in diesem Jahr in der Kategorie „Sport“ an den Verein Türkspor Mosbach und an Martin Rietsch. Die Preisträger wurden beim Empfang anlässlich der Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) am Freitag, im Hygienemuseum in Dresden ausgezeichnet.

Zu den Auszeichnungen meinten die drei Preisstifter Bundesministerium des Inneren, DOSB und Verband Deutscher Sportjournalisten:

„Fair Play ist in aller Munde, aber es mit Leben zu füllen, noch dazu trotz widriger Umstände und sogar eigener Nachteile, das ist außergewöhnlich und vorbildlich, ganz so, wie unsere diesjährigen Preisträger“, so Innenminister Thomas de Maizière. Ihre Auszeichnung stehe zugleich für all diejenigen, die sich ebenfalls auf ganz verschiedene Weise für ein faires Miteinander engagieren und die unsere Anerkennung und Wertschätzung verdienen.

„Türkspor Mosbach und Martin Rietsch sind Leuchttürme auf dem Gebiet des Fair Plays. Ihr faires Verhalten strahlt in den Sport und in die Gesellschaft. Sie sind Vorbilder für viele andere und haben den Fair Play Preis des Deutschen Sports sehr verdient“, sagt DOSB-Präsident Alfons Hörmann.

Erich Laaser erklärte für den VDS: „Sport wird oft als Unterhaltung und Ablenkung vom Alltag gesehen. Aber Sport ist mehr, zum Sport gehört faires Verhalten als Modell für die Gesellschaft. Unsere Preisträger haben das in vorbildlicher Art und Weise praktiziert.“

Diese Einschätzungen der Preisstifter teilte auch die Jury. In ihren Begründungen zur Wahl der Preisträger heißt es:

Der Fußballverein Türkspor Mosbach aus dem Norden Baden-Württembergs wurde für sein faires Verhalten in einem Punktspiel der Kreisliga Mosbach gegen den VfB Breitenbronn ausgezeichnet. Für diese Partie hatten die Gäste aus Breitenbronn nicht genügend Spieler zur Verfügung und mussten daher das Spiel absagen. Türkspor Mosbach wollte aber nicht – den Regeln entsprechend – kampflos zu den Punkten kommen, sondern einigte sich aus eigener Initiative mit dem VfB auf eine Spielverlegung. In dieser Begegnung unterlag Mosbach mit 1:2 – und verpasste dadurch sogar Meisterschaft und Aufstieg. „Bitter, aber die richtige Entscheidung“, war der Kommentar der Vereinsverantwortlichen um den Vorsitzenden Cengiz Celik. Ein Verhalten, das die Jury des Fair Play Preises beeindruckte. Denn damit wurde aus Sicht der Jury auf eindrucksvolle Weise verdeutlicht, worum es im Sport geht: Um den sportlichen, fairen Wettkampf, der spiel- und punkteentscheidend ist und bei dem jeder Spieler und jede Mannschaft eine faire Chance hat.

In das Bild passt, dass sich der Verein mit seinen 130 Mitgliedern trotz seines Namens nicht als türkischer Verein versteht, sondern eine Heimat für Spieler aus vielen Nationen sein will. Damit unterstreicht der 1993 gegründete Verein aus der Kreisstadt Mosbach seine Auszeichnung ebenso wie sein Vereinsmotto: „Sozial, engagiert, fair – Mehr als nur ein Verein“.

Der Fair Play Preis des Deutschen Sports wird gemeinsam vom Bundesministerium des Innern, dem Deutschen Olympischen Sportbund und dem Verband Deutscher Sportjournalisten vergeben. Mit dem Preis werden Personen, Vereine und Initiativen ausgezeichnet, die sich im Bereich des Fair Play besonders stark engagieren. Dabei sollen die Preisträger als Vorbilder für die Gesellschaft gelten und den toleranten Umgang miteinander symbolisieren.

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