Hardheim in den „vordringlichen Bedarf“

Bundestagsabgeordnete aus der Region setzen sich bei Verkehrsminister Dobrindt für wichtige Verkehrsprojekte ein

Die Bundesregierung wird in den kommenden Wochen den Entwurf für den Bundesverkehrswegeplan 2030 überarbeiten – und damit auch die Weichen für den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur in der Region Odenwald-Tauber stellen. Die Bundestagsabgeordneten Alois Gerig, Margaret Horb, Nina Warken (alle CDU) und Dr. Dorothee Schlegel (SPD) verdeutlichen in einem gemeinsamen Schreiben an Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU), was im Entwurf geändert werden sollte und was nicht.

Änderungsbedarf sehen die Abgeordneten insbesondere bei der Ortsumfahrung für Hardheim: Die Bundesregierung hat dieses Projekt  als „weiteren Bedarf“ eingestuft – ein Baubeginn wäre somit vor 2030 nicht zu erwarten. In ihrem Schreiben fordern sie Bundesminister Dobrindt auf, die Ortsumfahrung Hardheim in den „vordringlichen Bedarf“ aufzunehmen – dadurch hätte das Projekt bessere Chancen, wesentlich schneller realisiert zu werden.

Die vier Bundestagsabgeordneten begründen ihre Forderung mit der angespannten Verkehrssituation in Hardheim: „Auf der B 27 ist ein erheblicher Verkehrszuwachs zu verzeichnen, insbesondere beim Schwerlastverkehr. Die Lärmbelastung der Anwohner überschreitet bereits jetzt ein verträgliches Maß. Da keine breiten Gehwege vorhanden sind, besteht innerorts erhebliches Gefährdungspotential für Fußgänger.“

Die Schließung der Bundeswehr-Einrichtungen mache den zügigen Bau der Ortsumfahrung Hardheim ebenfalls erforderlich: „Um den Strukturwandel meistern zu können, ist Hardheim auf eine leistungsfähige Infrastruktur angewiesen“, argumentieren die Abgeordneten. Sie bitten, den Trassenvorschlag der Gemeinde intensiv zu prüfen, da dieser den Flächenverbrauch mindere und sich kostengünstiger als die bisherigen Pläne verwirklichen lasse.

Neben Kritik wurde dem Verkehrsminister auch Lob mitgeteilt: Die Einstufung der Ortsumfahrungen Königshofen (B 290) und Neckarburken (B 27) in den vordringlichen Bedarf sei absolut richtig, um diese Projekte zügig anzugehen und die Ortskerne vom übermäßigen Durchgangsverkehr zu entlasten. Auch hier komme es bei den Planungen darauf an, die Vorschläge der betroffenen Kommunen einzubeziehen, betonen Alois Gerig, Margaret Horb, Dr. Dorothee Schlegel und Nina Warken unisono.

Des Weiteren begrüßen die Abgeordneten die Absicht der Bundesregierung, den A3-Ausbau bei Wertheim und den Bau der Ortsumfahrung Adelsheim fortzuführen. Diese bereits begonnenen Baumaßnahmen müssten nun ohne Verzögerungen fertiggestellt werden, hoben die MdBs in ihrem Schreiben hervor.

Auf Zustimmung stieß außerdem, dass die Neckarschleusen im gesamten schiffbaren Flussverlauf ausgebaut werden sollen. Die Binnenschifffahrt entlaste in der gesamten Neckar-Region erheblich das Straßennetz – deshalb müsse der Fluss „ein wettbewerbsfähiger Verkehrsweg bleiben und für moderne Containerschiffe nutzbar werden.“

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