JU Billigheim besichtigte Sondermülldeponie

Billigheim. (mw) „Seit 26 Jahren besteht nun die Sonderabfalldeponie in Billigheim und ist damit älter als viele von uns“, begann der Vorsitzende der Jungen Union (JU) Billigheim Mischa Waldherr seine Begrüßung und ergänzte: „Trotzdem oder vielleicht auch gerade deshalb herrscht über die genauen Vorgänge vor Ort nur wenig Kenntnis.“ Aus diesem Grund habe man sich innerhalb der JU dazu entschlossen, eine Besichtigung des Ortes durchzuführen, der zu seiner Planung und Inbetriebnahme starken Protesten ausgesetzt war, um sich über die derzeitige Betriebsamkeit und den damit verbundenen Sicherheitsmaßnahmen zu informieren.

Betriebsleiter Henningsen von der Betreibergesellschaft HIM stellte die 1984 in Betrieb genommene Deponie mit einem Gesamtvolumen von ca. 930.000 m3, in einem ca. zweistündigen Rundgang ausführlich vor. „Wir als Betreiber müssen dafür sorgen, dass die besonders überwachungsbedürftigen Abfälle – kurz  Sonderabfall – auch den Weg nach Billigheim finden und somit auch die Wirtschaftlichkeit gegeben ist“, so Henningsen zur Aufgabe der GmbH. Am häufigsten seien Rückstände aus der industriellen Abwasserbehandlung, Strahlsande, Asbestabfälle sowie Batterien eingelagert. Beeindruckt zeigten sich die Teilnehmer bei der Begehung der angelegten Deponiestraßen zum derzeitigen Einlagerungsort.

Bei einem derzeitigem Müllaufkommen von jährlich rund 25.000t werde die Deponie, die sich im Besitz des Landes befindet, in rund 15 bis 20 Jahren vollständig befüllt sein, so Henningsen. Bei Inbetriebnahme seien die jährlichen Mengen mit etwa 80.000t noch weitaus höher gelegen, womit sich die Betriebsdauer naturgemäß verlängert habe. Derzeit würden aber trotzdem bereits große Teile der Anlage mit entsprechenden Maßnahmen versiegelt werden. Dabei werde in mehreren Schichten Ton, Lehm, Erde und Split insgesamt 2,50 Meter hoch aufgeschüttet; die Schichtenseparierung erfolge mittels beschichteten Gummimatten und Geotextilien. Die Nachsorge werde dann so lange betrieben, bis der Sickerwasseranfall zum Erliegen kommt. Man gehe heute von Nachsorgezeiten von zirka 30 Jahren aus, so Henningsen.

34 Grundwasserpegel oder Grundwasserbrunnen im engeren und weiteren Umfeld des Standorts sorgen für eine ständige Grundwasserüberwachung. Zudem wird anhand biologischer Messstationen, die mit Graskulturen, Flechten und Grünkohl bepflanzt sind, die aktuelle Luftbelastung im näheren Umfeld überwacht. „Die ankommenden Lastwagen mit den Lieferungen werden sorgfältig überprüft, um sicherzustellen, dass sich auch tatsächlich die Art von Sonderabfall darin befindet, die auch angegeben wurde“, machte Henningsen klar. Auch Proben der Lieferungen würden entnommen werden und mindestens 3 Monate lang eingelagert. Insgesamt 4 Mitarbeiter kümmerten sich vor Ort um den reibungslosen Ablauf der Sonderabfalldeponie. Auf großes Interesse der Besucher stieß auch die eigene Sickerwasseraufbereitungsanlage, die in einem energieaufwändigen und ständig überwachten Prozess das auf der Anlage entstehende Sickerwasser reinigt und wieder dem Wasserkreislauf zuführt. „In einem Drainagesystem mit annähernd 5 km Länge wird das Sickerwasser gesammelt und aus der Deponie entnommen. Die Drainage sorgt für einen weitgehend trockenen Deponiekörper und verhindert damit die Freisetzung von Schadstoffen“, erläuterte Henningsen.

Am Ende des Rundganges dankte Waldherr Betriebsleiter Henningsen für den ausführlichen und informativen Einblick mit einem Präsent.

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(Foto: privat)

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1 Kommentar

  1. Leider wurde versäumt zu sagen, dass für den verwendeten Dichtungslehm keine Eignungsbeurteilung nach Deponieverordnung existiert und dass die geenhmigung somit nicht rechtmäßig erfolgt!!!

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