Soziales zur Stärkung des ländlichen Raums

LogospdOsterburken. (pm) Zu einer längeren Debatte über aktuell anstehende soziale Themen in unserem Kreis traf sich die SPD-Kreistagsfraktion in Osterburken. „Sicherlich hängt die Weiterentwicklung der Kinderbetreuung, der Jugendarbeit und unserer Schulen auch von der Bundes- und Landesregierung ab, aber es ist unsere Aufgabe, mit diesen Vorgaben eine konstruktive Kreispolitik anzugehen“, begrüßte die Vorsitzende Heide Lochmann ihre Kolleginnen und Kollegen.

Dass der Ausbau der Kinderbetreuung für unter Dreijährige etwas später als wünschenswert gewesen wäre, nun auch in den Kommunen des Kreises gelingt, sei erfreulich, stellte Dr. Dorothee Schlegel fest. Einerseits sei das dem 2007 vom Bund beschlossenen Rechtsanspruch für Kinder unter drei Jahren zu verdanken, andererseits gelte aber in allen Bereichen auch das Konnexitätsprinzip: „Wer bestellt, bezahlt“. Daher wird vom Bund erwartet, dass er mithilfe des Landes, aber auch der Städte und Kommunen, dafür Sorge trägt, dass die notwendigen Betreuungsplätze bereitgestellt werden können. Dabei ist zu beachten, dass sich der Bedarf auch im ländlichen Raum inzwischen  höher als prognostiziert, entwickelt.




Dies bedeutet, so Joachim Mellinger, dass der Landkreis und die Kommunen auch die Tagesmütter (und vielleicht –väter) stärker in den Blick nehmen als bislang und auch neue Konzepte in der Kindertagespflege  als ergänzende Angebot weiterentwickeln. „Die SPD-Fraktion begrüßt ein neues Familienbild, bei dem beide Elternteile die Verantwortung für ihre Kinder tragen und nicht fast ausschließlich  die Frauen ohne adäquate Kinderbetreuung vor die Wahl gestellt werden: Kind oder Berufstätigkeit“. Ein gut ausgebautes Kinderbetreuungsnetz dient zudem der Stärkung des ländlichen Raums, nicht zuletzt auch deshalb, da die Berufstätigkeit von Frauen und Männern dem zunehmenden Fachkräftemangel – auch im Kinder- und Pflegebereich – entgegenwirkt. Die durch das Land neu geschaffene Möglichkeit der praxisintegrierten Ausbildung für Erzieherinnen ist hierfür ein gutes Beispiel.

Begrüßt wird ebenso die Entwicklung der Schulsozialarbeit, die durch die Drittelfinanzierung Land – Kreis – Kommune im nun begonnenen Schuljahr nunmehr nicht nur vier, sondern zehn Schulträgern in 24 Schulen Schulsozialarbeiter ermöglicht. Schulsozialarbeit ist auch für Schulen im ländlichen Raum und nicht nur in Städten eine wichtige Aufgabe und trägt dazu bei, Konflikte frühzeitig zu erkennen und Probleme aus zu räumen.

Mit Sorge betrachtet die SPD-Fraktion die Zunahme der Flüchtlinge im Land. „Wir werden uns im Landkreis dafür stark machen, alles Menschen mögliche dafür in die Wege zu leiten, damit dem Kreis zugeteilte Menschen auch einen Platz bekommen. Es könne nicht sein, dass Menschen in Not an unsere Tür klopfen und dann einer „Boot ist voll“-Mentalität begegnen oder auf den Schultern der Schutz suchenden strengere Einreisekriterien heraufbeschworen werden.


Flirten, Chatten & Freunde treffen

Ein weiteres wichtiges Thema war der Ausbau der erneuerbaren Energie im Bereich der Energieerzeugung durch Wind und Wasser, wo es im Neckar-Odenwald-Kreis sicherlich noch Potenziale gibt, wie Karlheinz Graner feststellte. „Ziel muss sein, dass bei der Fortschreibung von Regionalplänen der ländliche Raum in seiner Qualität erhalten bleibt und andererseits aber Gewinne aus der Energieerzeugung dem Kreis bzw. seinen Gemeinden zugute kommt“, betonte Norbert Bienek. Dazu müssten neue Formen der Finanzierung gesucht werden, um die Wertschöpfung auch in finanzschwachen Kommunen zu halten.

Mit der Feststellung, dass die SPD-Fraktion nach wie vor konstruktiv an der Stärkung des Neckar-Odenwald-Kreises und des gesamten ländlichen Raumes mitarbeiten werde, beschloss die Vorsitzende Lochmann die Sitzung.

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