Steuern für Äpfel vom eigenen Baum?

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Dreharbeiten zum S.U.N.-Film „Erneuerbare Energien im Neckar-Odenwald-Kreis“ mit Louis v. Adelsheim (Foto: Sabine Braun)

S.U.N.e.V. schreibt Offenen Brief an Abgeordnete zur EEG-Novellierung

„Energie betrifft uns alle. Wenn das EEG wie derzeit geplant umgesetzt wird, würde es das ‚Aus‘  für die Bürgerenergiewende bedeuten“,   eröffnete Vorsitzende Christine Denz die jüngste S.U.N.-Vorstandssitzung in Mosbach. Statt Investitionen der Bürger zu verstetigen und damit die Energiewende „unters Volk zu bringen“, sollen noch stärker als bisher Energiekonzerne mit großen Offshore-Windparks, mit Stein- und Kohle- und immer noch Atomkraftwerken privilegiert werden. Das erfordere den Bau neuer Stromtrassen. Damit würde die allgemein gewünschte dezentrale und demokratische Entwicklung abgewürgt und in zentrale und intransparente Großstrukturen umgelenkt werden.

S.U.N. e.V. als langjähriger Motor der Bürgerenergiewende in der Region erhebt jetzt seine warnende Stimme.  Der Verein fordert in einem Offenen Brief die hiesigen vier Bundestagsabgeordneten  auf, sich entsprechend ihrem Wahlversprechen für die Fortführung der Bürgerenergiewende einzusetzen. Er benennt dazu die zehn wichtigsten Bereiche im EEG und ist unter www.sun-ev.de nachzulesen. Margarete Horb, Nina Warken, Alois Gerig (alle CDU) und Dr. Dorothee Schlegel (SPD) sind um eine Antwort gebeten worden. 




Das EEG habe dazu geführt, dass der Strom bundesweit zu 25% klimaverträglich aus Sonne, Wind & Co erzeugt werde. Über 50% der Investitionen komme von Privatleuten, auch von Landwirten mit ihren großen Scheunendächern und den Flächen für Windkraftanlagen. Gerade im Ländlichen Raum finde die Wertschöpfung statt, die dieser dringend benötige. Aber in den letzten beiden Jahren sei durch unwahre Behauptungen und durch Desinformationskampagnen („Strompreisbremse“) Unsicherheit gesät und damit Investitionen verhindert worden. Außerdem hätten politische Entscheidungen wie sprunghafte Vergütungskürzungen das Erfolgsmodell zurückgedreht, so dass z. B. von den ehemals 100.000 im Bereich der Photovoltaik 40.000 Arbeitsplätze  in Handwerk und Mittelstand abgebaut werden mussten.

Die EEG-Novellierung müsse berücksichtigen, dass die Erneuerbaren keine Umweltschäden verursachen und dass ihr Preis an der Strombörse in Hoch-Zeiten gegen null geht. Derzeit ist es nämlich so, dass sich das paradoxerweise nicht in niedrigeren Strompreisen für die Endverbraucher niederschlägt, sondern als höhere Gewinne für die Stromhändler, für die die Stadtwerke und Energiekonzerne. Am stärksten laufen die Befürworter der Bürgerenergiewende Sturm gegen die Absicht der Bundesregierung, den eigen erzeugten regenerativen Strom mit der EEG-Umlage zu belasten. Dazu Christine Denz: „Das ist so, als würden Äpfel vom eigenen Baum besteuert.“ Hinter dieser Idee stehe der Schutz der großen Stromunternehmen vor unerwünschter Konkurrenz aus vielen kleinen Quellen. Denn die Stromgestehungskosten seien in der Erfolgsbahn  des EEG seit dem Jahr 2000 auf ein Fünftel gesunken. Man ist sich bei S.U.N. e.V. einig: „Sonne und Wind sind die Energiequellen der Zukunft! Wir Bürger wollen uns finanziell beteiligen und mitsprechen!“

Christine Denz, Mosbach, 28. 2. 2014

S.U.N.-Vorsitzende, www.sun-ev.de

 

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