In Seckach „explodierte“ das Stimmungsbarometer

Schlotfeger feierten närrisches Jubiläum

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(Foto: Liane Merkle)

Seckach. (lm) Nicht umsonst haben sie sich vor elf Jahren den Namen „Schlotfeger“ gegeben, schließlich versteht es diese Zunft wie keine andere, anständig zu feiern. Dementsprechend ließen sie es bei ihrer 1. Närrischen Jubiläumsfeier im Rahmen ihrer großen Prunk- und Fremdensitzung so richtig ausgiebig krachen. Sechseinhalb Stunden mit stetig steigendem – zwischendurch auch fast explodierendem  Stimmungsbarometer, dessen Spannung sich nach dem großen Finale in einem Flash-Mob zu einem Hit der Alpenrebellen perfekt „entladen“ konnte.

Für das Programm des Abends hatten Sitzungspräsident Christian Schneider und seine Elferrats-Kollegen keine Kosten und Mühen gescheut und zu den hervorragenden Punkten aus eigenen Reihen die Elite des Narrenrings eingeladen. Das zeigte sich schon an der Vielzahl der Gastabordnungen, die nach dem „Atemlos durch die Nacht, so ist Seggi’s Faschenacht“, eigens kreierten Geburtstagsständchen des Musikvereins und der Präsentation der Bühnen füllenden Garden mit Elferrat die Bühne zierte. Sie waren angereist aus Hainstadt, Götzingen, Merchingen, Hettingen, Hettigenbeuern, Großeicholzheim, Zimmern und Mudau und gratulierten zusammen mit Bürgermeister Thomas Ludwig. Für den überaus gelungenen Programmauftakt sorgte die 15-köpfige Minigarde schwungvoll zur Musik von Pippi Langstrumpf, bevor die „Zwei alte Veteranen“ der Merchemer Brogge, Emil und Rudi, alias Melanie Schindler und Regina Just als Puppenspieler mit ihren „Praktikanten“ Michael Schindler und Mario Torkler als rotzfreche Pinocchio-Versionen, unterstützt von Mica Schimmel die jüngsten öffentlichen Skandale durch den Kakao zogen und so das Warm-up zum Zwerchfelltraining lieferten.




Erholen konnten sich die Lachmuskeln dann beim wirklich sehenswerten Schautanz der Schlotfeger-Garde, die sich später bei ihrem Schautanz „Moulin Rouge/Burlesque“ mal wieder selbst übertrafen an Kreativität und tänzerischem Können. Als Härtetest für die Lachmuskeln erwies sich die „Lustige Witwe“ Tamara Belz aus Osterburken, die von den Männern „immer nur enttäuscht“ worden war und das ganze Bedauern des Publikums fand, während das Narrenvolk Tränen lachte. Und dann wurde es voll auf der Bühne: 17 rot-weiß gewandete Mädels der Jugend-Garde bewiesen sich im schnittigen Gardetanz ebenso wie beim Schautanz „Diamonds“, bei dem nicht nur die funkelnden Accessoires der temperamentvollen Tänzerinnen funkelten. Dem Hoheberch-Zwerch Franzi (Franziska Schmitt), der zwar nur eine Funzel hat, aber einfach alles sieht, war dieses Jahr die Chronik des FG-Jubelvereins vorrangig. Mit dem Saal sang er „Happy Birthday“ und überreicht den Schlotfegern einen Gutschein über ein Trainingswochenende bei dem 88jährigen Musikverein, denn mit Musik bleibe man jung. Jung geblieben ist auch die ebenfalls 11jährige Schautanzguppe des TSC Walldürn.

Der Süddeutsche Meister unter den Trainern Bodo Horn und Tanja Hamsik ist tänzerisch über jeden Zweifel erhaben und „Mein lieber Schwan“ hieß nicht nur der Tanz, sondern erntete gleichlautende begeisternde Kritik. Zünftig waren daraufhin der selbst gespielte Einmarsch „In München steht ein Hofbräuhaus“ zum Schautanz „Ozapft is!“ des Männerballetts der Heeschter Berkediebe unter den Trainerinnen Michaela Breunig und Diana Schwarz-Berberich. Musik, Tanz, Akrobatik und Step-Aerobic auf leeren Faustbierkisten. “Bei uns wird viel g’spart“, erläuterte Wolfang König aus Höpfingen, weshalb er als Sternsinger und Drei-König allein unterwegs ist.

Fotoserie zum Artikel von Liane Merkle

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Nicht gespart wurde in dieser Bütt mit den Gags und so mancher bekam vor lauter Lachen Luftprobleme und gleich hinterher fast Stilaugen. Denn Tanzmariechen Carla Braun von den Getzemer Narren (Trainerin Ake Giro) wirbelt so harmonisch und perfekt über die Bühne, dass es den Anschein hatte, „wo andere Knochen haben, hat das Mädel Gummi“, und dabei immer ein Lächeln im Gesicht. Dem standen die zackigen Mädels der lila-weißen FGH70-Prinzengarde in nichts nach und bewiesen, dass sie ein Aushängeschild der Höpfinger sind. Und was die Prinzengarde für Höpfingen, ist die Schautanzgruppe der Fugschelöcher (Trainerin Annika Wahl) mit ihrem Bikertanz „Route 66“ für Zimmern und die Goweddls (Trainerin Diana Neureiter) mit „Alice im Wunderland“ für Großeicholzheim. Playback-Spezialist Simon Amend aus Zimmern hat sich in diesem Jahr ganz Helene Fischer als derzeit „geilste Frau Deutschlands“ verschrieben und brachte unter den begeisterten Zugaberufen des Publikums deren größte und aktuellste Hits zu Gehör.

Und dann erinnerte die Großeicholzheimer Gruppe „Maus“ (Trainerin Jasna Wild) noch einmal mit viel Humor und schauspielerischem Können an die Großbaustelle „Nahwärmenetz“ und kam zu dem Schluss, dass jede Ablenkung von der Arbeit „too sexy for my life“ ist. Mit dem kreativen Schautanz „Voll auf die Nüsse“ leiteten die Dirty Dancers der FG harmonisch und perfekt über zu dem kurzweiligen 45 Minuten-Auftritt der „FG Harmonists“ aus Höpfingen, die den Saal wirklich zum Kochen brachten. „Faschenacht des is schö!“ Ihre Gesangeinlagen bestanden aus einem Potpourri an Stimmungslieder, aber auch aus kritischen Einlagen über die große Politik und die Skandale unserer Zeit. Den Schlusspunkt vor dem großen Finale mit Flashmob setzte der Schlotfeger-Elferrat mit seinem innovativen Schautanz zu den „Vier Jahreszeiten“, der mit großer Begeisterung aufgenommen wurde. Vor allem, wenn man bedenkt, dass die „Jungs“ direkt hinter dem professionellen Schautanz ihrer Schlotfeger-Garde bestehen mussten.

Einen langen Jubiläumsabend mit bester Stimmung, unzähligen Raketen und einem Narrenvolk, das kräftig mitfeierte, ließen die Schlotfeger bei Tanzmusik von Clemens Stahl würdig ausklingen. (LM)

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