HELP unterstützt Waisenhaus in Uganda

(Foto: privat)

„Am schwersten ist es Kinder wegschicken zu müssen“ Hilfe bewirkt wichtige Verbesserungen in Bukuumi/Uganda

Bukuumi/Götzingen. (bd) 17 Mitglieder des in Götzingen ansässigen Hilfsvereins HELP erleben derzeit ein wenig ihr Sommermärchen. Seit 02. Januar hat die Helfergruppe den deutschen Winter gegen den afrikanischen Sommer in Uganda getauscht. Die erste Reisewoche verbrachten die Teilnehmer, die die Reisekosten komplett selbst tragen, überwiegend in der von der Seelsorgeeinheit Seckach seit Jahrzehnten geförderten Partnerpfarrei Bukuumi im Nordwesten Ugandas.

Sie folgten der Einladung Florian Bauers vor Ort zu sehen, was die geleistete finanzielle Hilfe bewirkt. Da die Latrinen des dortigen Waisenhauses dringender Erneuerung bedürfen hatte das Sommermärchenteam 5.000 Euro aus dem Erlös des Lauschenberg-Festivals gespendet und konnte nun sehen, dass der Rohbau solide fertiggestellt wurde. Um die Inbetriebnahme zu beschleunigen hatte Help-Mitglied Heiko Seibold nun nicht nur eine Zusatzspende für Fliessen getätigt, vor Ort legte der Handwerksmeister mit Helfern der Gruppe auch selbst Hand an und vermittelte einheimischen Bauarbeitern die Flies- und Verfugungstechnik, sodass alsbald mit der Installation der Sanitärarmaturen begonnen werden kann.

„Diese Hilfe ermöglicht uns eine deutliche Verbesserung der sanitären Situation, erstmals können wir dann Duschen nutzen. Die enorm verbesserte Hygiene wird die Gesundheitssituation unserer 60 Kinder grundlegend verbessern“ zeigte sich Projektverantwortlicher Florian Bauer sehr dankbar.

Zeitgleich wurde die Wasserversorgung des Waisenhauses unter Projekteiter Timo Fritsche energetisch auf neue Beine gestellt. Pünktlich zum Dreikönigstag konnte die von Bosch gespendete Solarwasserpumpe in Betrieb genommen werden, mit der Folge, daß nun zusätzlich zum Waisenhaus das nahe gelegene Geburtshaus mit Frischwasser versorgt sowie für das Dorf eine Wasserentnahmestelle angeboten werden kann. In einem Land, in dem noch vielfach das Wasser von entgelegenen Wasserstellen, bestenfalls mit Handpumpen gefördert, geholt wird, ein bedeutender Fortschritt.

Sportlich waren die Helfer an zwei Stellen aktiv. Im Vorbereich des Waisenhauses wurde unter Leitung von Wolfgang Ehmann ein Volleyballfeld angelegt und mit einem Eröffnungsspiel am Montag in Betrieb genommen. Und auf dem in der Ortsmitte gelegenen Sportplatz fanden von Samstag bis Dienstag die dritten Soccer Days statt, die mehrere hundert Jungs und Mädchen aus der Region anlockten. Für diese nicht nur den Spielbetrieb zu ermöglichen sondern sie auch mit Wasser und Mittagessen im Waisenhaus zu versorgen war die organisatorische und logistische Meisterleistung von Thilo Jaufmann. Dieser hatte mit den aufgebauten Kontakten und der Unterstützung von Florian Bauer und Karlheinz Dörsam ein Verantwortungsteam von einheimischen Fußballbegeisterten zusammen gestellt, die vor Ort die Vorbereitung und maßgebliche Leitungsfunktionen übernahmen. Das Sportevent, das über die Zeit auch von DJs begleitet und beschallt wird, hat sich zu einem Volksfest und Jahreshöhepunkt des Dorfes und der Region entwickelt, für das Pfarrer Francis Bonura am Dreikönigstag vor über 500 Besuchern des Festgottedienstes ebenso wie für die humanitäre Unterstützung unter großem Applaus dankte. Florian Bauer nahm im Gottesdienst zur Zukunft des Partnerschaftsprojektes Stellung. Nach Abschluss der aktuellen Grossbaustelle Sanitärhaus sei die Aufstockung der Platzkapazität des Waisenhauses vorgesehen. Der Bedarf an Plätzen sei drei- bis viermal so hoch wie die derzeit angebotenen 60 Plätze. Dies sei nicht leistbar, doch mindestens für zusätzliche 15 Plätze wolle man Gelder einwerben, um alsbald aufzustocken. „Denn nichts ist schlimmer, als Kinder, die vor unserer Tür stehen und um Aufnahme bitten, wegschicken zu müssen.“

Am Mittwoch machte sich die Gruppe dann auf den Weg zu einer zweitägigen Safari in den Nationalpark Murching Falls an den Nil, um dann am Wochenende in der 100.000-Einwohner -Stadt Hoima den ersten Ruinya Cup mit sechs Mannschaften ausspielen zu lassen, praktisch die erste Stadtmeisterschaft.

Um weiteren Waisenkindern die Aufnahme und Schul- und Berufsausbildung zu ermöglichen wird um Spenden auf das Konto der Pfarrgemeinde St. Sebastian Seckbach, Verwendungszweck Uganda-Hilfe bei der Volksbank Mosbach, IBAN: DE 20 6746 0041 0015 116315 gebeten. Die Organisatoren versprechen, dass jeder gespendete Euro ohne Abzug beim Waisenkinderhaus ankommt und für die Kinder verwendet wird, die in dem Entwicklungsland, das praktisch keine staatliche Fürsorge kennt, sonst perspektiv- und schutzlos sind.

(Foto: privat)

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