Fußballhelden – Aktion junges Ehrenamt

Karlsruhe.  (pm) In diesem Jahr zeichnete der Badische Fußballverband (BFV) zehn Fußballhelden aus. Im Jahr des 50. Jubiläums des Frauen- und Mädchenfußballs lag hierauf der Schwerpunkt. Zu den neun Preisträgern aus den Fußballkreisen darf Celine Schillinger – die sich wie die anderen besonders für den Mädchenfußball ehrenamtlich engagiert – als Auserwählte der Sonderkategorie Frauen- und Mädchenfußball mit nach Spanien reisen. Dort treffen die badischen Preisträger auf die Fußballhelden aus ganz Deutschland. An fünf Tagen stehen Weiterbildung, Austausch und ganz viel Spaß auf dem Programm. Den Input nehmen die jungen Leute dann wieder mit in ihre Vereine, so dass alle nachhaltig profitieren. „Es gibt im Bereich unseres Verbandes viele junge, talentierte Ehrenamtliche, die bei den Vereinen im Jugendbereich wertvolle und wichtige Arbeit leisten. Besonders freue ich mich über die Anzahl jüngerer Frauen, die vor allem bei den Juniorinnen eine Trainertätigkeit ausüben. Stellvertretend stehen dafür unsere Fußballheldinnen“, lobt Helmut Sickmüller, bfv-Vizepräsident für gesellschaftliche Verantwortung.

Yannik Schulte, FC Blau-Weiß Schlossau (Fußballkreis Buchen)


„Yannik Schulte verdient die Ehrung als Fußballheld“, ist Klaus-Dieter Klopsch überzeugt. Als erster Vorsitzender des FC Blau-Weiß Schlossau hat er den 21-Jährigen für die Auszeichnung vorgeschlagen. Seit den Bambini im Verein, durchlief Yannik erfolgreich alle Jugendmannschaften und trug erheblich zu mehreren Meisterschaften und Pokalsiegen der Blau-Weißen bei. „Er ist unheimlich auf den Verein und auf Fußball fokussiert“, so Klopsch über Yannik, der schon früh die Bereitschaft zeigte, seinem Hobby mehr Zeit zu widmen als üblich. Er übernahm ab 2017 Verantwortung als Trainer und Betreuer bei den C-Junioren. Seine Mannschaft wurde 2019 Kreispokalsieger. Zuvor betreute er bereits die E-Junioren. Auch ist er Mitglied im Festausschuss und organisiert bei Sportfesten als „Tagesverantwortlicher“. Ob Altpapiersammlung oder Sportheimdienst: Für Yannik ist es selbstverständlich, auf den Dienstplänen des Schlossauer Fußballclubs zu stehen. Dabei überzeuge er durch seine ausgleichende Art, einem hohen Maß an Selbstmotivation und Fairness, so Klopsch: „eben jemand, dem man sich im Verein wünscht“. Selbst bei Schulstress hätte Yannik, der gerade seine Ausbildung zum Steuerfachangestellten absolviert, immer 100 Prozent gegeben. „Ich bin komplett fußballverrückt“, bestätigt dieser. Für ihn sei es wichtig, dass die Jungs gerne ins Training kommen, „das möchte ich weitergeben“ – Erfolg ist zweitrangig. Neben seinem ehrenamtlichen Engagement spielt Yannik in der 1. Mannschaft. Als Leistungsträger sei er auch hier Vorbild und bei seinem Team anerkannt, so Klopsch. Und der Einsatz von Yannik bleibt nicht nur auf den Sport beschränkt. Als Kassier und Mitglied im Vorstandsteam „Jugendkeller Schloßau e.V.“ engagiert er sich darüber hinaus in seinem Ort. Für Yannik steht fest: „Meine Vereinskameraden – ob beim FC oder im Jugendkeller – haben ebenso ihren Anteil an der Auszeichnung“. Diese hätten bereits mit ihm gefeiert, schließlich bekomme man so einen Preis nicht alle Tage. Besonders freut sich Yannik auf die Bildungsreise nach Spanien und auf den Austausch mit den anderen Fußballhelden.

Sven Berberich, FV Mosbach / SpVgg Neckarelz (Fußballkreis Mosbach)


„Von sich aus stieg Sven schon früh als Trainer ein“, beschreibt Thomas Berberich die Anfänge des ehrenamtlichen Engagements seines 18-jährigen Sohnes. Als leidenschaftlicher Fußballer brachte er ihn bereits mit vier Jahren zum Sport. „Ich war mit meinem Trainer nicht zufrieden und wollte Jugendliche selbst weiterentwickeln“, nennt Sven die damaligen Gründe für sein Interesse am Trainerjob. Er ließ sich am Nicolaus-Kistner-Gymnasium in Mosbach zum Junior-Coach ausbilden, übernahm mit Einsatz und Leidenschaft in den vergangenen beiden Spielzeiten bei der SpVgg Neckarelz, bei der er zu diesem Zeitpunkt spielte, als Co-Trainer die C-Junioren. Als B- und A-Jugend-Spieler in der Verbandsliga nahm er sich Zeit, zwei- bis dreimal in der Woche mit den Jugendspielern zu trainieren und am Wochenende als Trainer zu agieren. „Ich liebe Fußball, es geht bei mir immer um Fußball“, so der Abiturient. Diese Liebe zum Sport möchte der Fußballheld an die Kinder weitergeben. Nach seinem erneuten Wechsel zu seinem Stammverein FV Mosbach übernahm er dort zusammen mit seinem Vater die F-Jugend. Nachdem er die Ausbildung zum C-Trainer erfolgreich abgeschlossen hat, möchte er 2020 nun den Trainer B absolvieren. Sein Vater bestätigt: „Was er anpackt hat Hand und Fuß.“ Als Trainer und Führungsspieler ist Sven bei seinen Spielern und Mitspielern geschätzt und beliebt. Nach dem Abi soll es sportlich weitergehen. Geplant ist ein FSJ im Sportkreis Mosbach, bei dem er AGs leiten wird und sich als Trainer weiterentwickeln möchte. Besonders freue er sich – wenn alle Prüfungen durch sind – auf die Bildungsreise nach Spanien, ist gespannt auf den Austausch mit den anderen Fußballhelden.

Nele Schmitt, TSV Tauberbischofsheim (Fußballkreis Tauberbischofsheim)


Bereits mit vier Jahren kam Nele Schmitt zum Fußball. Sie begann in Grünsfeld bei den Jungs, wechselte anschließend zu den Juniorinnen des TSV Tauberbischofsheim. Durch ihre Trainerin angesprochen, absolvierte die heute 17-jährige Schülerin 2018 ihre Ausbildung zum Junior-Coach am Gymnasium in Lauda-Königshofen. Mit dem dort erlangten Wissen übernahm Nele die D-Juniorinnen des TSV. Zusätzlich spielte sie bei den B-Juniorinnen und in der Landesliga im Frauenteam der Spielgemeinschaft Dittwar/Tauberbischofsheim. „Mir hat es Spaß gemacht und ich wollte es unbedingt machen“, erklärt die Fußballheldin ihr großes Engagement – auch wenn am Wochenende drei Spiele als Trainerin und Spielerin zu bestreiten mitunter anstrengend gewesen sei. „Als aktive Spielerin ist sie stets Vorbild für ihre jungen Fußballerinnen“, betont Jugendleiterin Stefanie Hartnagel, die Nele für die Auszeichnung vorgeschlagen hat. In dieser Saison trainiert die Abiturientin zusammen mit Ralf Schneider die B-Juniorinnen. „Am Anfang war es etwas schwierig, da ich nur ein Jahr älter bin – mit den Mädels zusammen gespielt habe und befreundet bin“, gibt Nele zu. Doch der Erfolg gibt dem Trainerteam Recht. „Sie ist immer zuverlässig und zeichnet sich durch ihr großes Engagement auf und neben dem Platz aus“, betont Hartnagel. Bei Wind und Wetter fährt Nele mit dem Roller von ihrem Wohnort Krensheim nach Tauberbischofsheim zu den Trainingseinheiten. Immer im Gepäck dabei: witzige, kreative Ideen. Auch bei Vereinsfesten, Spiel- und Aktionstagen packt sie mit an. Beim Juniorinnen-Hallenturnier im Dezember 2018 betreute und führte sie nicht nur ihr Team, sondern organisierte den Kuchen- und Getränkeverkauf sowie die Turnierleitung. Auch die Saisonabschlussfeier 2019 mit Schlauchbootfahren auf der Tauber war bei ihren Mädels ein voller Erfolg, für die sie auch neben dem Spielfeld da ist. „Bei Nele stimmt einfach das Rundum-Paket“, fasst Hartnagel zusammen. Nach dem Abitur in diesem Jahr soll ein FSJ bei der Badischen Sportjugend folgen. Zuvor freut sich Nele aber auf die Bildungsreise nach Spanien, bei der sie weitere Erfahrungen sammeln möchte.

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