Schließung von Hilite beschlossen?

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Die Niederlassung in Seckach. (Foto: zv)
Seckach.  (pm) Am 14. Oktober letzten Jahres hatte die Geschäftsführung von Hilite Germany den Beschäftigten am Standort Seckach mitgeteilt, dass im Rahmen einer Restrukturierung von Hilite Germany der Standort Seckach geschlossen werden würde. Damit waren ca. 180 Arbeitsplätze in Seckach in Gefahr. Betroffen von dieser Restrukturierung sollte auch der Standort in Marktheidenfeld, der ebenfalls bis 2025 weitere Arbeitsplätze abbauen sollte.

Die dann einsetzenden Gespräche zwischen den Betriebsräten, der Geschäftsführung und der IG Metall waren konstruktiv. Der Arbeitgeber machte klar, dass bis 2025 ein Tal zu durchschreiten sei. Danach würde man aber mit neuen Produkten und Projekten eine Zukunft für Hilite Germany aufbauen und die Transformation vom Verbrennermotor zu etwas Neuem schaffen.

Noch Anfang März berichteten die Betriebsräte und die IG Metall von konstruktiven Gesprächen, die die Hoffnung nährten, dass eine alternative Lösung gefunden werden kann, um die Phase bis 2025 gemeinsam zu überstehen mit den Beschäftigten an beiden Standorten. In getrennten Mitgliederversammlungen hatten die Mitglieder die IG Metall beauftragt, einen Zukunftstarifvertrag zu verhandeln. Die Beschäftigten wären bereit gewesen, mit tariflichen Zugeständnissen eine Brücke zu schaffen und so ihren Anteil zum Erhalt der Standorte und Arbeitsplätze beizutragen.

Seit vergangener Woche hat sich die Welt wieder geändert. Gestern verkündete der Arbeitgeber das endgültige Aus für den Standort Seckach und das Festhalten an der Restrukturierung, die auch Marktheidenfeld betrifft. Was war geschehen? Das fragten sich die Vertreter der Betriebsräte und der IG Metall.

„Scheinbar sieht Hilite die Zukunft doch düsterer, als noch vor einem halben Jahr angenommen. Aufgrund der veränderten Ist-Prognosen und der veränderten Zukunftsprognosen für das Neugeschäft traut die Geschäftsführung sich selbst scheinbar keinen Turn around zusammen mit den Beschäftigten zu. Zumindest ist das der Eindruck, den der Arbeitgeber bei den Betriebsräten und uns, der IG Metall hinterlässt“, stellt Birgit Adam von der IG Metall Tauberbischofsheim fest.

„Wir sind sehr enttäuscht. Die Gespräche liefen gut und der Arbeitgeber bestätigte auch nochmal, dass es an der veränderten Geschäftserwartung läge. Es ärgert uns aber, das die Geschäftsführung nicht den Mut hat, alles mit uns gemeinsam zu versuchen“, so Carsten Wallisch, stellvertr. Betriebsratsvorsitzender von Hilite in Seckach.

Hilite Germany gehört zur großen Investmentfirma Avic Electromechanical Systems (Avicem). Die Beschäftigten beider Standorte fragen sich nun mit Recht, was der Eigentümer Avicem mit Hilite Germany vorhat.

Erst 2020 hat der Standort Nürtingen und Marktheidenfeld Personal abgebaut. Jetzt soll Seckach geschlossen und bis 2025 auch nochmal Personal in Marktheidenfeld abgebaut werden.

Ratlosigkeit und Frust machen sich breit. Die Betriebsräte berichten von hoher Fluktuation aufgrund der hohen Unzufriedenheit der Beschäftigten. Wie soll es weitergehen?

Betriebsrat und IG Metall fordern vom Arbeitgeber nun zügige Verhandlungen zum Interessenausgleich und einem Sozialplan, der dem Interesse der Beschäftigten gerecht wird. „Die Beschäftigten müssen jetzt wissen, wo sie dran sind. Und es muss endlich Ruhe einkehren in den Betrieb“, ist Adam überzeugt und fasst damit die Stimmung der Betriebsräte zusammen.

„Diese Ruhe kann aber nur einkehren, wenn endlich klar wird, welchen strategischen Plan der Eigentümer AVICEM und die Geschäftsführung Hilite hat. Transparenz ist geboten. Und es kann nicht jedes Jahr eine neue Sau durchs Dorf getrieben werden. Damit muss Schluss sein.“, so die erboste Reaktion der Betriebsräte in Markheidenfeld und Seckach, zusammengefasst von der Betriebsratsvorsitzenden des Standortes Marktheidenfeld, Isabella Seubert.

Die Gespräche mit dem Arbeitgeber werden am 02. Juni fortgesetzt, jetzt leider nicht mehr zu einem Zukunftstarifvertrag, sondern im Rahmen eines Interessenausgleichs und Sozialplans.

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