„Niemand scheitert schöner am Leben“

Stefan Wagubinger in der Baulandhalle Osterburken. (Foto: Michael Pohl)

Zweite Halbzeit des Jubiläumsjahrs

Von Martin Hammer

Osterburken. Die zweite Halbzeit des Programms zum Jubiläumsjahr der Kulturkommode Osterburken wartet mit drei hochkarätigen kabarettistischen Highlights auf.

In den 25 Jahren seit der Vereinsgründung haben sich insbesondere die namhaften und sorgsam vom Programmausschuss ausgewählten Kabarettisten als absolute Publikumsmagneten herauskristallisiert.

Aus diesem Grund nicht überraschend aber dennoch erfreulich für die Organisatoren war es, dass trotz Pandemie, anderer Krisen und entgegen dem allgemeinen Trend in der Kulturbranche der Auftritt von Stefan Waghubinger in der Baulandhalle bereits im Vorfeld ausverkauft war.

Die Kultur lebt eben von begeisterten und treuen Besuchern; zudem hat die Kulturkommode mit dem Wechsel in die Baulandhalle eine coronabedingt pragmatische Örtlichkeit mit dennoch sehr ansprechendem Ambiente gefunden.

Der geborene Österreicher und studierte Theologe Stefan Waghubinger lebt seit mittlerweile 30 Jahren in Stuttgart und veröffentlichte unter anderem Cartoons und Kinderbücher, ehe er 2011 sein erstes abendfüllendes Programm im deutschsprachigen Raum vorstellte.

Sein aktuelles Werk „Jetzt hätten die guten Tage kommen können“ knüpft inhaltlich an das letzte Programm an und öffnet auf unterhaltsame Weise den Blick auf Sinn und Unsinniges im Alltag, auf Zukunft und Vergangenes und nicht zuletzt auf das Leben und dessen Endlichkeit.

Man möchte Waghubingers Bühnen-Alter-Ego fast etwas bedauern, wie er da so verloren auf dem Dachboden seiner Eltern sitzt, wo er seine persönlichen Gegenstände – natürlich nur vorübergehend – unterstellen will, nachdem er aufgrund der Trennung von seiner Frau aus der gemeinsamen Wohnung ausziehen musste. Obendrein versetzt ihn momentan sogar sein Freund Wolfgang, der die Sachen eigentlich vorbeibringen soll.

Und so findet er in den abgelegten Requisiten seiner Vergangenheit immer wieder Bezüge auf das Hier und Jetzt und hat ausreichend Zeit, das Publikum an seinen Gedanken teilhaben zu lassen. Stefan Waghubinger spannt im Verlauf des Abends einen weiten thematischen Bogen, erzählt ausführlich von Kindheitserinnerungen, seiner gescheiterten Beziehung und den anderen vielen Sollbruchstellen des Lebens.

All diese Themen beschreibt der Kabarettist in einer vordergründigen Naivität, die dem Publikum offenlässt, ob ihm der Protagonist oder eher sein Umfeld leidtun sollte.

Gerade daraus jedoch entsteht die emotionale Tiefe in Waghubingers Comedy. Nicht umsonst lobt ihn die Kritik, er sei einer der wenigen, der begreift, dass nur aus Schmerz wahre Komik entsteht.

Niemand scheitert eben schöner am Leben als Stefan Waghubinger. Er betreibe österreichisches Jammern und Nörgeln mit deutscher Gründlichkeit, heißt es zu seiner Person und deswegen täuschen Waghubingers scheinbar spontane Gedanken nicht darüber hinweg, dass jede Menge Gesellschaftskritik und philosophische Gedanken in seinem Programm stecken.

Seine lakonischen Bemerkungen und Wortspielereien treffen ins Schwarze und halten den Zuhörern selbst nicht selten den Spiegel vor. Mit subtilem Witz erweckt Waghubinger eine Ahnung von den Unwägbarkeiten des Lebens in unseren Zeiten sowie der einzigen Gemeinsamkeit, auf die sich die Weltreligionen wohl einigen können.

„Und wenn ihr irgendwann mal die Wahrheit seht, dann wacht bitte nicht auf“, gibt Waghubinger dem Publikum noch mit auf den Weg. Die Zuschauer zeigten sich erneut begeistert von diesem gelungenen Spagat zwischen kurzweiliger Unterhaltung und ernsten Gedanken und dürfen deshalb mit der entsprechenden Vorfreude auch den beiden noch folgenden Kultur-Highlights in diesem Herbst entgegensehen.

 

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