Aichelze: Schnäischittler prunkten

Vierstündige Schnäischittler-Gala endet mit unzähligen „Aichelze Goweddls“

Großeicholzheim. (lm) Wenn die Schnäischittler zu ihrer Prunksitzung mit bunten Tänzen, viel Gesang und ausreichend Ortsgeschehen einladen, dann ist die Aichelzer Schlossgartenhalle natürlich DER „place tob be“. Entsprechend gut war die Stimmung schon als die Großeicholzheimer Bläsergruppe unter Leitung von Thomas Ludwig den Saal rockte mit Pauken und Trompeten und so bekannten Stimmungsliedern wie „Wenn die Sonne versinkt hinter Seggi, isch’s in Aichelze noch glockehell“. Schon der erste „Spitze“-Sprung nach der vierstufigen Rakete für die Bläsergruppe kostete „Matze“ Matthias Mayer mal wieder seine Hosennaht, doch das beflügelte nicht nur sein eigenes Mundwerk, sondern auch die Schlagfertigkeit seiner charmanten Co-Moderatorin Diana Neureither. Überhaupt scheint sich dieses besondere Moderatorenteam jedes Jahr zu steigern in seiner kurzweiligen und durchaus anspruchsvollen Moderation, die auch dem Jahresmotto „Goweddl zu, Volksbank geschlosse, doch Schnäischittler sen für alle(s) offe“ Rechnung trug.

Auf jeden Fall sprengte ihr Stimmungstest schon zu Beginn des Abends fast das Barometer und so begrüßte das Narrenvolk, darunter Abordnungen aus Altheim, Bödigheim, Götzingen, Seckach und Zimmern, die Juniorengarde der Schlotfeger mit frenetischem Beifall. Und den hatten sich die 13 Rot-Weißen Mädels absolut verdient. In ihrem Gardetanz bewiesen sie Akrobatik und Präzision mit charmantem Lächeln. „Weltreporter“ Günter Schmidt-Haber hatte Ortsreporter Dr. Sommer abgelöst und peppte das Ortsgeschehen mit Weltpolitik auf, wobei nach jedem Monatsbericht das aufmunternde „Großeicholzheim – wir schaffen das, da wird sogar Frau Merkel blass!“ fiel. U.a. erinnerte der Weltreporter dabei an die neuen Glocken von St. Laurentius, den Unfall des Bürgermeisters, die Themen des Ordens, die Erfolge der Fußballer, Hühner im Wohnwagen und Flüchtlinge im Engel.

Danach kam das Publikum beim Schautanz der Schlotfegergarde „Liebe im Olymp“ zu dem Schluss: „Wenn die Griechen nur auf einen Hauch dieser Olymp-Götter zurückgreifen könnten, wären sie sicher ganz hervorragend und Gewinn bringend aufgestellt“. Ähnlich hilfreich könnte für Griechenland das Temperament der Aaldmer Dunder sein, deren sportliches Männerballett die Schlossgartenhalle während seines „Junggesellenabschieds in Las Vegas“ in eine turbulente Spielhalle mit menschlichem Roulette-Tisch und einarmigen Banditen verwandelte. Quirlig, reizend und sehr authentisch präsentierten sich daraufhin die Großeicholzheimer „Crazy Teens 2.0“ als bunte Clownerie, die Tanja Schwing perfekt eintrainiert hatte.

Als Großeicholzheimer Besonderheit gilt seit Jahren das Kerwe-Duo, bestehend aus drei Sängern, die nach einer schöpferischen Pause ihren dritten Fastnachtsauftritt hatten. Aus den Eigenproduktionen von Philipp Reitter, Fabiano Cassella und Joschka Galm, die der Saal begeistert mitsang, war deren Begeisterung für ihren Heimatort herauszuhören. „Aichelzer, ihr wohnt im geilschde Ort der Welt“, leider mit dem Makel, zu Seggi zu gehören. Dafür kann der Seckacher Ortsteil aber auf ausreichend Nachwuchs bei der weiblichen Police-Academy stolz sein. Trainerin Sandra Permann hatte ihre „Goweddls 2.0“ perfekt gedrillt in militärischer Korrektheit, die den Sexappeal der Mädels noch unterstrich. Eigentlich war die Stimmung im Aichelzer Narrentempel nicht mehr zu toppen, doch das auf Abschiedstournee befindliche Schneeflöckchen-Quintett mit Thomas und Axel Kegelmann, Dominik Melzer, Roland Salopek und Robert Thomaier schaffte mit seinem bekannten wie beliebten Repertoire noch eine Steigerung gemäß ihrer Komposition „Heute steigt ein Fest, das uns alle eine bisschen altern lässt“.

Doch ohne „Den Mann im Mond“ durften sie die Bühne nicht verlassen, um Platz für eine Ausnahmetruppe ihrer Spezies – „verlässliche Handwerker“ zu machen. Die gemischte Schautanzgruppe Altheim zeigte, wie genial Hausbau auch aussehen kann, bevor die Großeicholzheimer „Gruppe Maus“ mit „Aichelze meets Bollywood“ den Narrentempel endgültig zum Kochen brachte. Trainerin Jasna Mayer war es gelungen, den sonst eher „grobmotorigen“ Männern einen beneidenswerten Hüftschwung beizubringen, den diese in ihren tollen Kostümen auch mit Begeisterung präsentierten. Sie setzten den damit den krönenden Schlusspunkt unter die unterhaltsame vierstündige Schnäischittler-Gala mit unzähligen „Aichelze Goweddls“.

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(Foto: Liane Merkle)

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