Straßenbaumaßnahme schafft Arbeitsplätze

Zum Ausgleich wurden Bäume gepflanzt. (Foto: Liane Merkle)

Seckach. (lm) ,,Die Gemeinde Seckach hat mit dem Bau dieser Entlastungsstraße eine Investition in die Zukunft ihrer Bürger getätigt, denn die hierfür verausgabten 1,16 Mio. Euro sind in hervorragender Art und Weise dazu geeignet, in Großeicholzheim Arbeitsplätze zu erhalten und zu schaffen sowie das Wohnumfeld zu verbessern“. So Bürgermeister Thomas Ludwig im Rahmen der Einweihung dieser Entlastungsstraße von der Landesstraße L 520 zur Friedhofstraße im Seckacher Ortsteil Großeicholzheim und im Beisein zahlreicher Gäste. Für eine gekonnte gesangliche Umrahmung sorgte der örtliche Männergesangverein unter der Leitung von Klaus Bayer.

Dass es sich bei der neuen Straße mit ihrem im Vorfeld diskutierten ,,Für und Wieder“ nicht um eine alltägliche Baumaßnahme handelt, davon zeugte die lange Liste der Ehrengäste, darunter MdL Peter Hauk, Landrat Dr. Achim Brötel, Oberbaurat Jochen Ernst vom Regierungspräsidium Karlsruhe, Ortsvorsteher Reinhold Rapp und Vertreter aus der Kommunalpolitik, Baufirmen, Planungsbüros, Anwohner und als direkt profitierende von der Firma Schadler Karlheinz Walz und Fritz Schadler.

Anlass für diese Baumaßnahme sei die Tatsache gewesen, dass vor etwas mehr als vier Jahren die Firma Schadler Warenaufbereitung von einem ihrer Kunden die Anfrage erhielt, ob sie in der Lage sei, den Warenumschlag in Großeicholzheim recht kurzfristig in einem beträchtlichen Umfang zu vergrößern. Wie Bürgermeister Ludwig weiter ausführte, bedurfte es für dieses Ansinnen genügend Fläche für die Erweiterung des Betriebes und eine leistungsfähige Zufahrt um die zu erwartenden An- und Abtransporte der Waren ohne eine übermäßige Belastung der Anwohner bewältigen zu können. Für die Gemeinde galt: ,,entweder wir räumen der Firma Schadler die Möglichkeit zu einer Betriebserweiterung ein und schaffen hierfür Rahmenbedingungen oder wir gehen das Risiko einer Betriebsverlagerung in eine andere Kommune ein“. Dass dies keine leichte Entscheidung war, dokumentierten die heftigen Reaktionen auf dieses Ansinnen durch die Bevölkerung bezüglich des zu erwartenden Verkehrsaufkommen und des notwendigen Landschaftsverbrauchs. Nach Abwägung aller Vor- und Nachteile hatte sich der Gemeinderat mit einstimmigem Grundsatzbeschluss für das Vorhaben entschieden.

Als überwiegende Vorteile nannte Ludwig die Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen, Stärkung der Gemeinde als Wirtschaftsstandort und Wohngemeinde, Entlastung der Friedhofstraße vom LKW-Verkehr mit deutlicher Verbesserung der Wohnqualität im alten Ortskern und die verbesserte Anbindung des Friedhofes an das Straßennetz samt Schaffung zusätzlicher Parkplätze.

Im Rahmen eines umfangreichen landschaftspflegerischen Begleitplans sei eine Fülle von Ausgleichsmaßnahmen erfüllt worden. Allein im Bereich des Bebauungsplanes Friedhofstraße-Scheringer Weg und an der neuen Verbindungsstraße erfuhr eine Fläche von rd. 1,1 Hektar durch Pflanzung von 480 Sträuchern, 80 Obstbäumen und 45 Laubbäumen eine naturnahe Aufwertung. Darüber hinaus wurde entlang der Amelsbach ein rd. 1,1 Hektar großer Gewässerrandstreifen ausgewiesen und ökologisch entwickelt. Ein besonderer Dank des Bürgermeisters galt den Grundstückseigentümern für den Verkauf von Flächen, den kommunalen politischen Gremien, bauausführenden Firmen und den Planern und Behörden im Rahmen der kooperativen Vorbereitungen und Durchführung.

Dank galt auch der Fachförderung in Form von 80 Prozent der Baukosten in Höhe von 1,16 Mio. Euro, für die sich MdL Peter Hauk stark eingesetzt hatte, sagte der Bürgermeister. Unisono betonte der Landtagsabgeordnete, dass man ein ordentliches und vernünftiges Wirtschaftswachstum brauche und dies möglichst Wohnort- und Heimatnah. Bei dieser Maßnahme hätten alle gewonnen. Ein Beitrag des Landes zur finanziellen Realisierung seien die außerordentlich zügigen Zuschüsse aus dem Entflechtungsgesetz und dem Ausgleichsstock gewesen. Arbeitsplätze erhalten und auszubauen, die Verkehrsinfrastruktur modernisieren und dabei keine Einbusen bei der Wohn- und Lebensqualität vermelden zu müssen, sei als Symbiose beim Straßenbau in Großeicholzheim durch das Engagement aller Beteiligten als gelungen zu bezeichnen, meinte auch Landrat Dr. Brötel. Die Stärkung des ländlichen Raumes durch das Land Baden-Württemberg in finanzieller Hinsicht sei also kein Lippenbekenntnis sondern zukunftsträchtige Realität.

Als Vertreter der Zuschussverwaltungsbehörde nannte auch Oberbaurat Jochen Ernst als zwei Hauptgründe für den Bau der Straße die Entlastung der Anwohner und die Beschleunigung des Verkehrs. Lobend sprach er sich über die zügige Abwicklung der Baumaßnahme aus. Nachdem auch Ortsvorsteher Reinhold Rapp seinen Dank namens der Ortschaftsverwaltung an alle Beteiligten ausgesprochen hatte, betonte Fritz Schadler von der gleichnamigen im Jahre 1958 gegründeten Firma, dass man derzeit 51 Voll und 140 Teilzeitkräfte beschäftige und über 20.000 Quadratmeter Hallenfläche verfüge. In ökologischer Hinsicht sei man auf gutem Wege und so werde die Dämpfanlage mit Regenwasser aus einem 100.000 Liter Regenwassertank versorgt, die Biogasanlage will man als Nahwärmenutzer einbinden und in den nächsten Tagen werde eine Photovoltaikanlage mit einer Stärke von 171 Kilowatt montiert. Abschließend der Feierstunde wurde noch gemeinsam eine Stadt-Ulme am Friedhof als Abschluss der Pflanz- und Ausgleichsmaßnahmen gepflanzt, ehe man sich zur Betriebsbesichtigung bei der Firma Schadler aufmachte.

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Zahlreiche Gäste waren gekommen, um die Straße ihrer Bestimmung zu übergeben. (Foto: Liane Merkle)

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