Regionalforum LEADER- Neckartal-Odenwald

Charlotte Schneidewind-Hartnagel bei der Präsentation zur Bewerbung der LEADER-Region Neckartal-Odenwald in der Eberbacher Stadthalle zur Förderperiode 2014 – 2020

LEADER FORUM Eberbach

(Foto: pm)

Eberbach. (pm) 28 Kommunen aus dem Neckar-Odenwald-Kreis und dem Rhein-Neckar-Kreis haben sich mit vielen interessierten Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen und Institutionen und mit Unterstützung des begleitenden Fachbüros  viele Gedanken gemacht und Projektideen gesammelt, die die Entwicklung ihrer Region voran bringen können. Mit einem Ziel: als lokale Aktionsgruppe “Neckar-Odenwald aktiv“ in die  neu angelaufene Förderperiode LEADER aufgenommen zu werden und so die Möglichkeit der finanziellen Förderung zu erhalten. 

Nach über einem Jahr intensiver Arbeit stellte die Aktionsgruppe bei der Abschlussveranstaltung  in der Eberbacher Stadthalle das so entstandene abschließende Regionale Entwicklungskonzept vor, mit dem man in die Bewerbungsrunde für die Aufnahme in LEADER eintreten wird.  Mit den Hauptthemen der angedachten Projekte für mehr Bürgerschaftliches Engagement, zur  Tourismusförderung,  zum Erhaltung der Kulturlandschaft und zur Förderung attraktiver und zukunftsfähiger Dörfer geht die Region ins Rennen und hofft auf die Anerkennung dieser LEADER-Kulisse. MdL Charlotte Schneidewind-Hartnagel (Grüne), stellvertretende Sprecherin des Arbeitskreis Ländlicher Raum und Verbraucherschutz,  nahm an der Präsentation teil, um sich über die  Projektvorschläge aus dem Neckar-Odenwald und dem Rhein-Neckarkreis zu informieren.

LEADER wird in Baden-Württemberg seit Anfang der Neunziger Jahre umgesetzt. In der neuen EU-Förderperiode ab 2014 werden vor allem nachhaltige Projekte und Prozesse im Mittelpunkt stehen, die den ländlichen Räume zukunftsfähig machen. Dabei sollen unter anderem die Innovations- und Wirtschaftskraft in den Regionen, die interkommunale Zusammenarbeit und der Tourismus gestärkt werden. Zudem sollen Antworten auf die drängenden Herausforderungen, wie den demografischen Wandel, Klimawandel oder Ressourcenschutz entwickelt werden. Um diese Ziele zu erreichen, wird die Landesregierung künftig ein noch breiteres Förderangebot im Rahmen von LEADER anbieten. „Ein wesentlicher Baustein, damit nachhaltige Prozesse in der Region stattfinden können, ist, dass die lokale Bevölkerung darin eingebunden wird, mitarbeitet und ihre Anliegen darin wiederfindet. Die grün-rote Landesregierung ist davon überzeugt, dass die Entwicklung der Ländlichen Räume dieser lokal angepassten Strategien bedarf, um die regionsspezifischen Bedürfnisse zu kennen, maßgeschneiderte Lösungsansätze zu entwickeln und so passgenaue Impulse anzustoßen, gemeinsam mit den Akteurinnen und Akteuren vor Ort“, so die Abgeordnete am Montag in Eberbach.

Weiterführende Informationen:

Eckpunkte der Neuausrichtung mit beabsichtigter Wirkung

Um die Wirkungsweise von LEADER voll auszuschöpfen und neue Impulse auszulösen, hat das Land das LEADER Programm 2014-2020 novelliert, mit dem Ziel den Bürgerinnen und Bürgern mehr Entscheidungsmöglichkeiten einzuräumen. Auch sind insbesondere größere Förderspielräume und eine breitere Bürgerbeteiligung vorgesehen.

Mehr LEADER im Ländlichen Raum

Künftig werden mehr Regionen von LEADER profitieren können. Anstatt der bisher 8 LEADER-Gebieten sind in der neuen Förderperiode bis zu 18 Fördergebiete vorgesehen. LEADER erhält damit eine größere Flächenabdeckung.

Die Finanzausstattung von LEADER wird deutlich verbessert. Wurden in der vorherigen Förderperiode noch rund 33 Millionen Euro an EU-Mitteln für LEADER bereitgestellt, so stehen in der neuen Förderperiode über 50 Millionen Euro zur Verfügung. Mit der entsprechenden Kofinanzierung durch das Land stehen den Aktionsgruppen somit durchschnittlich 4 Mio. Euro zur Verfügung.

Mehr regionale Identität

Die Aktionsgebiete im Land sollen künftig kleiner und überschaubarer sein. Umfassten früher die Aktionsgebiete in der Regel zwischen 150.000 bis 175.000 Einwohner, so dürfen sie künftig nur noch maximal 120.000 Einwohner umfassen. So wird die regionale Identität von LEADER gestärkt.

Mehr „Bottom-up in LEADER

Künftig wird der Bottom-up-Ansatz durch eine intensivere Einbindung der Wirtschafts- und Sozialpartner sowie der Zivilgesellschaft gestärkt. Dies schafft die notwendigen Rahmenbedingungen für eine gelebte Bürgerbeteiligung. Nichts desto trotz sind Kommunen weiterhin wichtige Partner im LEADER Prozess. Sie sollten aber keine dominierende Rolle in der Lokalen Aktionsgruppe einnehmen.

Mehr Gestaltungsmöglichkeiten für die Aktionsgruppen

Aktionsgruppen wird künftig weitaus mehr Verantwortung übertragen. Sowohl, was das Förderspektrum, als auch was die Förderhöhe anbelangt, haben die Aktionsgruppen künftig erhebliche Entscheidungsspielräume. Besonders im privaten Bereich steht grundsätzlich das gesamte von der EU eingeräumte Förderspektrum zur Verfügung, z.B.

  • mehr Entscheidungsbefugnisse z.B. Festlegen von Fördersätzen im privaten und gewerblichen Bereich durch die Aktionsgruppen
  • kommunale Förderung wird künftig nicht mehr nach der ELR-Richtlinie bewilligt, sondern von dieser Vorschrift entkoppelt und daher fördertechnisch freier
  • mehr Fördertatbestände, z.B. können LEADER-Aktionsgruppen künftig auch Projekte nach der Richtlinie „Innovative Maßnahmen für Frauen im ländlichen Raum“ – anstoßen.

Bürgergetragene Regionalentwicklung

LEADER kann nur erfolgreich sein, wenn das Programm auch vor Ort eine hohe Akzeptanz erfährt. Um langfristig den Grunddanken von LEADER in den Aktionsgebieten zu verankern, muss bereits bei der Erstellung des Regionale Entwicklungskonzepte (REKs) dem Bottom-Up Ansatz Rechnung getragen werden. Die REKs sollten das Ergebnis einer besonders breiten Beteiligung zahlreicher verschiedener (nichtkommunaler) Akteure sein.

Zu einer bürgergetragenen Regionalentwicklung gehört auch die Nachhaltigkeit bei der Wahl der Organisationsform der Lokalen Aktionsgruppe. Die Vereinsform wird daher vom Land empfohlen.

Stärkung der Zivilgesellschaft

Der Einfluss von Wirtschafts- und Sozialpartner (WiSo-Partner) und der Zivilgesellschaft, also der nicht-kommunalen Partnern, in der Arbeit der Aktionsgruppen soll deutlich gestärkt werden. Künftig müssen die Aktionsgruppen in den Entscheidungsgremien mindestens ein Drittel Frauen aufweisen.
Bei der Auswahl der Aktionsgruppen wird zudem positiv bewertet,

  • wenn die WiSo-Partner / Zivilgesellschaft mindestens zwei Drittel der stimmberechtigten Mitglieder in der LAG stellen und/oder
  • die vorgegebene Frauenquote von 33 % auf über 40 % erhöht ist und/oder
  • Jugendliche und Senioren jeweils mit stimmberechtigtem Vertreter in der Aktionsgruppe

Hinweis auf Ausschreibung +weiterer Ablauf

Baden-Württemberg ist im Vergleich zu anderen Ländern früh in die Vorbereitung auf LEADER 2014 – 2020 gestartet. Wichtig war und ist, interessierte Gruppen schon frühzeitig an die Bewerbung heran zu führen. Deshalb wurde entscheiden, im Land ein Interessenbekundungsverfahren dem LEADER-Auswahlprozess voran zu stellen. Ziel war es auch, neben Kommunen auch Akteure der Zivilgesellschaft aufzurufen, sich an der Bewerbung für LEADER zu beteiligen. Auf der Grundlage des Interessenbekundungsaufrufs Anfang 2013 interessieren sich gegenwärtig 25 Gebiete für LEADER.

Die offizielle Ausschreibung erfolgte am 25.Juli 2014. Abgabefrist für die Bewerbungen ist der 30. September 2014. Die Bekanntgabe der ausgewählten Gruppen soll Anfang 2015 erfolgen. Nähere Informationen zu LEADER 2014 – 2020 auf den Homepages:

http://mlr.baden-wuerttemberg.de/de/unsere-themen/laendlicher-raum/laendlichen-raum-staerken/leader/

http://www.landwirtschaftbw.info/pb/MLR.LaendlicherRaum,Lde/LEADER+2014_2020

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