Bei Blühmischungen wieder Spitze

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Eine Studie soll Blühmischungen im Hinblick auf Insekten bewerten. Im Landkreis gibt es knapp 2.600 Hektar solcher Flächen. (Foto: pm)

Aufruf an Landwirte zur Beteiligung an landesweiter Studie

Neckar-Odenwald-Kreis. (pm) Blühende Flächen bringen Abwechslung in der Landschaft und stellen Nahrungsquelle und Lebensraum für Insekten dar. Aus diesem Grund fördert das Land Baden-Württemberg die Einsaat von Blühmischungen über das Förderprogramm für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl (FAKT).

Im Auftrag des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg untersucht die Universität Freiburg in diesem Jahr die Wirkung der Blühmischungen auf die Insekten. Dabei sollen unterschiedliche Formen von Bracheflächen und Blühmischungen analysiert und bewertet werden.

Die meisten Blühmischungen in Baden-Württemberg gibt es derzeit im Neckar-Odenwald-Kreis. Im Jahr 2019 waren es nahezu 2.600 Hektar. In vielen anderen Landkreisen liegt der Umfang hingegen im dreistelligen Bereich. Die regionalen Landwirtschaftsbetriebe sind der Maßnahmen gegenüber besonders aufgeschlossen, zumal sie auch wirtschaftlich interessant ist.

Viele Ackerflächen hierzulande weisen mittlere bis schwache Bodenertragswerte auf. Und gerade solche Flächen, die für den Anbau von Feldfrüchten weniger geeignet sind, sind aus Sicht des Naturschutzes meist besondere interessante Flächen. Trockene oder feuchte Standorte, Klein- oder Restflächen, auch entlang von Gewässern oder Wäldern, sind oft gute Standorte für eine extensive naturnahe Nutzung. Die dort angebauten Blühmischungen sind Lebensraum für viele Insekten und andere Kleinlebewesen.

Für Bernhard Heim, Leiter des Fachdienstes Landwirtschaft im Landratsamt, wäre es sehr wichtig, genauere Erkenntnisse zur Wirkung der Blühflächen zu haben. „Wir sind sehr froh und dankbar, dass die Landwirte im Kreis in so immensen Umfang Blühflächen zur Verfügung stellen“, meint Heim.

Auf vielen Blühflächen seien unzählige Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten zu sehen. Bei anderen Flächen wären vergleichsweise wenig Insekten zu finden. Hier könnten die Untersuchungen sicher dazu beitragen, mehr über die Ursachen und die Bedürfnisse der Insekten herauszufinden, um die Biodiversität zu fördern.

Um möglichst umfangreiche und gute Ergebnisse aus der Studie ableiten zu können, ist es wünschenswert, dass möglichst viele Landwirte mitmachen und Auswertungen auf ihren Flächen ermöglichen. Gesucht werden noch folgende Flächen: FAKT-Maßnahme „Brachebegrünung mit Blühmischungen“, FAKT-Maßnahme „Anlage von Blüh-, Brut- und Rückzugsflächen“, Brachflächen ohne Einsaat von Blühmischungen und Ackerflächen mit Raps, Senf oder Leguminosen.

Für den Landwirt entsteht durch die Untersuchung kein weiterer Aufwand oder Nachteil. Sämtliche Aufnahmen von Pflanzen und Insekten werden von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Universität Freiburg durchgeführt. Hierfür werden die Flächen zwischen April und September mehrfach besucht.

Alle Flächen sind für die Studie relevant, auch wenn die Einsaat nur schlecht aufgegangen ist oder eine hohe Verunkrautung vorliegt. Die Auswertung wird so durchgeführt, dass aus den Ergebnissen keine Rückschlüsse auf einzelne Betriebe möglich sind.

Der Fachdienst Landwirtschaft ruft alle Bewirtschafter von Blühmischungen, von Brachen oder auch Raps und Leguminosen auf, sich mit ihren Flächen an der Studie zu beteiligen. Die Bewirtschafter sollen sich direkt wenden an Dr. Anna Knuff, Lehrstuhl Naturschutz und Landschaftsökologie, Universität Freiburg. Tel.: 0761/203-3630, Mail: Anna.Knuff@nature.uni-freiburg.de. Weitere Informationen sind auch beim Fachdienst Landwirtschaft erhältlich.

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