Bücherei mit Mord und Totschlag geschlossen

Als Engel verkleidet liest Gina Greifenstein ihre Kurzgeschichte „Tödliche Tapas. (Foto: Hofherr)

Tödliche Tapas und Pfälzer Roulette

Waldbrunn. Mit Mord und Totschlag endete die zehnjährige Ära der Schul- und Gemeindebibliothek Waldbrunn in der Winterhauch-Schule. Zu einer letzten Lesung begrüßte Elke Kölsch 40 Zuhörerinnen und Zuhörer und als Autorin die fränkische Pfälzerin Gina Greifenstein.

Da die Autorin als gelernte Hauswirtschafterin auch den Gaumenfreuden verbunden ist und Rheinland-Pfalz nicht nur mit Rebensaft, sondern auch mit vielen deftigen Gerichten wie Pfälzer Saumagen für weltpolitische Furore gesorgt hat, stand die finale Lesung unter dem Motto „Tödliche Tapas“.

In einer kurzen Einführung versprach Elke Kölsch dann auch, dass Gina Greifenstein in ihrem spannenden Programm sowohl für Ohren- sowie Gaumenschmaus sorgen wird.

Die Autorin hatte aber nicht nur ihre Romane und Kurzgeschichten sowie Rezepte, sondern auch jede Mengen schwarzen Humor mitgebracht. So warnte sie ihr Publikum gleich zu Beginn davor, dass man an diesem Abend Pfälzer Roulette spielen werde, da es durchaus sein könne, dass eine Portion des viergängigen Menüs vergiftet sein könne – oder auch nicht. Es sei also Vorsicht geboten. Überhaupt hält es Greifenstein mit Giftmördern, wie sich später noch zeigen sollte.

Anschließend ging sie noch kurz auf die Entstehung von Tapas im spanischsprachigen Raum ein. Dann ließ sie ebenso kurzweilig ihre Schriftsteller-Karriere Revue passieren, die „ganz klein“, nämlich mit Pixiebüchern begann, bevor sie sich Kochbüchern widmete. Als die eigenen Kinder groß waren, hatten sich die Kinderbücher erledigt, sodass Greifenstein auf Krimis umsattelte und insbesondere mit ihren Pfalzkrimis über die Pfälzer Grenzen hinaus bekannt wurde. Auch Frauenromane gehören zum Repertoire. Im September soll die sechste Folge der Krimireihe erscheinen, verriet die vielseitige Autorin.

Nach dieser unterhaltsamen Einführung servierte Greifenstein ihren Gästen eine Kartoffelmasse, die mit einem Feldsalatpesto veredelt wurde. Selbstverständlich erfuhr das Publikum auch das Rezept, denn neben Krimis und Frauenromanen schreibt die Autorin auch gerne Kochbücher.

Anschließend stellte Gina Greifenstein ihr Ermittler-Duo Paula Stern und Bernd Kesser vor und las aus dem dem Krimi „Rieslingtrüffel“. Darin bekommt es das Kriminalistenteam mit einer skurrilen Zeugin zu tun bekommt, die weit über 80 Jahre alt, halb blind und nahezu taub, wie glasbausteinartige Brillengläser und Hörgeräte belegen. Als Krimi-Liebhaberin beharrte die alte Dame darauf, dass die Leiche auf dem Friedhof, ihre ebenso betagte Freundin, keines natürlichen Todes gestorben sein könne. Vielmehr sei sie davon überzeugt, dass die Tote vergiftet wurde.

Natürlich kann sie den überforderten Kriminalbeamten gleich mehrere Verdächtige präsentieren. Darunter die Schwiegertochter, aber auch ein Enkel sowie die Töchter des Mordopfers. Wer es letztlich war, verriet Greifenstein an dieser Stelle natürlich nicht.

Mit Pfälzer Saumagen auf einer Gurken-Salsa ging es kulinarisch weiter. Dabei erfuhren die Zuhörer vom Winterhauch auch, dass der Saumagen, der es durch Helmut Kohl in die Weltpolitik geschafft hat, nichts mit dem hiesigen Schwartenmagen zu tun habe.

Weiter ging es mit der Kurzgeschichte „Tödliche Tapas“, bei der ein leckeres Paprika-Mousse eine leckere, aber ebenso tödliche Rolle spielt. Den Zuhörern schmeckte es dennoch, als Gina Greifenstein anschließend diese Paprika-Mousse mit Hackfleischbällchen servierte, die mit einen Würfel Handkäse gefüllt waren.

Selbstverständlich verriet die kochende Autorin auch dieses Rezept, ohne jedoch zu verraten, welches Gift in ihrer Geschichte bzw. im mörderischen Rezept verwendet wurde. Erzählt wurde die Geschichte aus der Perspektive des Opfers, das als Engel von ihrem Schicksal berichtete. Passend zur Buchfigur hatte Greifenstein Flügel und Wolke dabei.

Nach der Kurzgeschichte „Rosenkrieg“ gab es den kulinarischen Nachtisch. Die fränkische Pfälzerin überreichte jedem Zuhörer eine Portion Tiramisu nach Pfälzer Art. Dabei wurde Mascarpone durch Quark ersetzt. Als Zugabe bzw. literarisches Dessert las Gina Greifenstein ihre Geschichte „Alle Wege führen nach Rom“, bei der natürlich wieder mit Gift gemordet wurde.

Nach der Lesung musste die Autorin noch viele Fragen zu ihren Büchern und Rezepten beantworten und zahlreiche Bücher signieren.

Bibliotheksleiterin Elke Kölsch teilte dem Publikum noch mit, dass die Winterhauch-Bücherei voraussichtlich Mitte Juli im evangelischen Gemeindehaus in Strümpfelbrunn neu eröffnet.

Infos im Internet:

www.gina-greifenstein.de

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