Unsicherheit prägt Arbeitsmarkt

Zahl der Arbeitslosen steigt gedrosselt an​ – Kurzarbeitergeld greift

(pm) Im Mai ist die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim auf 12.196 gestiegen. Das sind 741 Arbeitslose (Plus 6,5 Prozent) mehr als im Vormonat, 3.442 mehr als im Mai 2019 (Plus 39,3 Prozent).

Die Arbeitslosenquote ist um 0,1 Prozent auf 3,5 Prozent gestiegen.
In Baden-Württemberg beträgt die Arbeitslosenquote 4,3 Prozent.

„Unsicherheit und abwartende Haltung sind bezeichnend für die Entwicklung des regionalen Arbeitsmarktes“, umschreibt Karin Käppel, Leiterin der Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim die aktuelle Situation. Die Arbeitslosigkeit hat weiter zugenommen. „Im Vergleich zum Vormonat gemäßigt, aber im Vergleich zum Mai letzten Jahres haben wir aufgrund der Corona-Krise knapp 40 Prozent mehr Arbeitslose“, so die Agenturleiterin.

Arbeitslosmeldungen kommen aus allen Branchen. Und Arbeitnehmer mit befristeten Verträgen und Auszubildende, die noch keine verbindlichen Zusagen auf Weiterbeschäftigung haben, melden sich vorsorglich bei der Arbeitsagentur.
Das Niveau der Finanzkrise 2008/2009 ist bisher aber nicht erreicht. Im Mai 2009 lag die Arbeitslosenquote bei 4,8 Prozent, jetzt liegt sie bei 3,5 Prozent.

Doch Unternehmen stellen auch Personal ein wie beispielsweise im Gesundheits- und Pflegebereich, im Logistikbereich, im Einzelhandel, aber auch in Steuerbüros für Lohn- und Gehaltsbuchhalter.

„Wie sich der Arbeitsmarkt jedoch weiter entwickeln wird, hängt davon ab, wie die globale Wirtschaft wieder hochfahren kann“, so die Agenturleiterin. „Die dunkle Wolke einer möglichen zweiten Corona-Welle schwebt über den Köpfen“, ergänzt die Agenturleiterin.

„Die Unternehmen signalisieren uns vorsichtige Zuversicht, sind aber abwartend was Neueinstellungen angeht. Das spiegelt sich auch in den Mai-Zahlen wieder“, so Karin Käppel. So wurden im Mai 587 neue Arbeitsstellen gemeldet, 244 mehr als im Vormonat (Plus 71,1 Prozent), 916 (Minus 60,9 Prozent) weniger als im Mai 2019. Insgesamt waren 4.972 offene Stellen gemeldet, 319 weniger (Minus 6,0 Prozent) als im Vormonat, 2.670 (Minus 34,9 Prozent) weniger als im Vorjahresmonat.

Kurzarbeit

Das Instrument des Kurzarbeitergeldes entfaltet seine Wirkung. Die Unternehmen nutzen das Kurzarbeitergeld, um ihre Mitarbeiter zu halten und die Zeit zu überbücken bis zum neuen Normalbetrieb. „Die Arbeitsagentur Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim hat sich zusammen mit dem bearbeitenden Team gut aufgestellt, so dass die Anzeigen und Anträge zügig innerhalb weniger Tage bearbeitet sind“, zeigt sich Karin Käppel erfreut.

Seit Beginn der Corona-Krise im März sind bei der Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim 5.430 Anzeigen auf Kurzarbeit mit einer darin genannten Personenzahl von insgesamt 98.887 eingegangen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 11 Anzeigen für 716 Personen.

Im Landkreis Schwäbisch Hall sind seit März 1.693 Anzeigen auf Kurzarbeit mit einer darin genannten Personenzahl von insgesamt 29.336 eingegangen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es weniger als drei Anzeigen für 65 Personen.

Im Hohenlohekreis  sind seit März 996 Anzeigen auf Kurzarbeit mit einer darin genannten Personenzahl von insgesamt 25.225 eingegangen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es fünf Anzeigen für 383 Personen.

Im Main-Tauber-Kreis  sind seit März 1.407 Anzeigen auf Kurzarbeit mit einer darin genannten Personenzahl von insgesamt 26.092 eingegangen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es drei oder weniger Anzeigen (aus Datenschutzgründen kann keine genaue Zahl ausgewiesen werden) für 145 Personen.

Im Neckar-Odenwald-Kreis  sind seit März 1.334 Anzeigen auf Kurzarbeit mit einer darin genannten Personenzahl von insgesamt 18.234 eingegangen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es vier Anzeigen für 123 Personen.

Zur umfassenden Abbildung des „Corona-Effektes“ auf die Anzahl geprüfter Anzeigen zur Kurzarbeit müssen die statistischen Berichtsmonate März bis Mai 2020 zusammen betrachtet werden. Es handelt sich um die Anzeigen, nicht um die Anträge und realisierte Kurzarbeit. Dazu liegen noch keine Auswertungen vor.

Der Arbeitsmarkt im Landkreis Schwäbisch Hall

Im Landkreis Schwäbisch Hall liegt die Arbeitslosenquote bei 3,4 Prozent (Vormonat 3, 3 Prozent). Im Mai waren 3.918 Menschen arbeitslos gemeldet, 150 oder 4,0 Prozent mehr als im April und 840 (Plus 27,3 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat.
765 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos und 622 Menschen beendeten die Arbeitslosigkeit.
Arbeitgeber haben 233 Stellen gemeldet (Mai 2019: 559), 82 oder 54,3 Prozent mehr als im Vormonat. Der Bestand an Stellenangeboten lag zum Stichtag bei 2.010; 21,0 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Der Arbeitsmarkt im Hohenlohekreis

Im Hohenlohekreis liegt die Arbeitslosenquote bei 3,1 Prozent (Vormonat 2,9 Prozent). Im Mai waren 2.107 Menschen arbeitslos gemeldet, 145 oder 7,4 Prozent mehr als im April und 590 (38,9 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat.
420 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos und 278 Menschen beendeten die Arbeitslosigkeit.
Arbeitgeber haben 96 Stellen gemeldet (Mai 2019: 169), 28 oder 41,2 Prozent mehr als im Vormonat. Der Bestand an Stellenangeboten insgesamt lag zum Stichtag bei 833; 32,9 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Der Arbeitsmarkt im Main-Tauber-Kreis

Im Main-Tauber-Kreis liegt die Arbeitslosenquote bei 3,8 Prozent (Vormonat 3,5 Prozent). Im Mai waren 2.945 Menschen arbeitslos gemeldet, 280 oder 10,5 Prozent mehr als im Vormonat und 1.095 (59,2 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat.
659 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos, 373 Menschen beendeten die Arbeitslosigkeit.
Arbeitgeber haben 159 Stellen gemeldet (Mai 2019: 518). Der Bestand an Stellenangeboten liegt insgesamt bei 1.562; 41,1 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Der Arbeitsmarkt im Neckar-Odenwald-Kreis

Im Neckar-Odenwald-Kreis liegt die Arbeitslosigkeit bei 3,9 Prozent (Vormonat 3,8 Prozent). Im Mai waren 3.226 Menschen arbeitslos gemeldet, 166 oder 5,4 Prozent mehr als im Vormonat, 917 (39,7 Prozent) mehr als im Mai 2019.

635 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos, 458 Menschen beendeten die Arbeitslosigkeit.
Arbeitgeber haben 99 Stellenangebote gemeldet (Mai 2019: 257). Der Bestand an Stellenangeboten liegt insgesamt bei 567; 52,9 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Die Eckwerte nach Rechtskreisen

Im Agenturbezirk Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim waren im Bereich der Grundsicherung (Rechtskreis SGB II) 4.816 Arbeitslose gemeldet, im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Rechtskreis SGB III) 7.380. Der Anteil der Arbeitslosen aus dem Bereich der Grundsicherung (SGB II) am gesamten Bestand beträgt 39,5 Prozent.

Von den 3.918 Arbeitslosen im Landkreis Schwäbisch Hall wurden 1.697 Arbeitslose vom Jobcenter Schwäbisch Hall betreut (April 2020: 1.641). Die Geschäftsstellen der Arbeitsagentur im Haller Landkreis betreuten 2.221 Arbeitslose (April 2020: 2.127).

Von den 2.107 Arbeitslosen im Hohenlohekreis wurden 760 vom Jobcenter Hohenlohekreis betreut (April 2020: 717). Die Arbeitsagentur im Hohenlohekreis betreute 1.347 Arbeitslose (April 2020: 1.245).

Von den 2.945 Arbeitslosen im Main-Tauber-Kreis wurden 1.063 vom Jobcenter Main-Tauber betreut (April 2020: 979). Die Geschäftsstellen der Arbeitsagentur im Main-Tauber-Kreis betreuten 1.882 Arbeitslose registriert (April 2020: 1.686).

Von den 3.226 Arbeitslosen im Neckar-Odenwald-Kreis wurden 1.296 vom Jobcenter Neckar-Odenwald betreut (April 2020: 1.266). Die Geschäftsstellen der Arbeitsagentur im Neckar-Odenwald-Kreis betreuten 1.930 Arbeitslose (April 2020: 1.794).

Ausbildungsmarkt

„Aufgrund Corona haben die Unternehmen bisher kaum Ausbildungsstellen storniert. Es gibt auch bereits Stellenmeldungen für Ausbildungsbeginn 2021. Doch auch hier ist die Unsicherheit über die Entwicklung spürbar“, so Karin Käppel.
Seit Oktober wurden der Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim 4.950 freie Berufsausbildungsstellen gemeldet. Als Bewerber für einen Ausbildungsplatz haben sich 2.741 Jugendliche gemeldet, 8,8 Prozent weniger im Vergleich zum Vorjahresmonat. Rein rechnerisch kommen auf einen Bewerber 1,8 Ausbildungsstellen.

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