Hospizbegleiter sind gut gerüstet

Unterstützen Sie NOKZEIT!

Freuen sich über die gespendeten Gesichtsmasken und andere Corona-Schutzausrüstung: die Verantwortlichen des Erwachsenenhospizdienstes Mosbach Marcus Dietrich und Uta Lang mit Monika Weber (Mitte), Präsidentin des Inner-Wheel-Clubs Neckar-Odenwald, als stellvertretende Spenderin. (Foto: Christina Bock)

Firmen, Vereine und Privatpersonen spenden Corona-Schutzausrüstung für den Erwachsenenhospizdienst Mosbach

Mosbach.  (pm) Das öffentliche Leben wird in der Corona-Krise langsam wieder hochgefahren. Gleichzeitig erfordern die Lockerungen ein verantwortungsvolles Verhalten von jedem einzelnen. Die Schutz- und Hygienemaßnahmen betreffen auch die ambulante Hospizarbeit. Jedoch werden diese Dienste im Gegensatz zu medizinischen Einrichtungen nicht mit Gesichtsmasken, Desinfektionsmittel und Co. ausgestattet.

Uta Lang, Koordinatorin des Erwachsenenhospizdienstes Mosbach, wandte sich daher im April mit der Bitte um Spenden solcher Schutzausrüstung an die Öffentlichkeit. Als Monika Weber den Aufruf sah, war für die Präsidentin des Inner-Wheel-Clubs Neckar-Odenwald klar: „Da wird Hilfe benötigt, da müssen wir helfen.“

Der Frauen-Service-Club engagiert sich im sozialen Bereich und unterstützt verschiedene wohltätige Projekte. Zwei Kanister Händedesinfektionsmittel sowie Gesichtsmasken hatte Monika Weber im Gepäck, als sie vor Kurzem zur Spendenübergabe nach Mosbach kam. Auch andere Institutionen und Privatpersonen unterstützten den Erwachsenenhospizdienst mit Sachspenden:

Das Chemieunternehmen Solvay aus Bad Wimpfen lieferte Händedesinfektionsmittel. Die Firma Mosca aus Waldbrunn stellte Gesichtsvisiere zur Verfügung. Sie wurden per 3D-Drucker von den Auszubildenden des Maschinenbauers unter Anleitung von Oliver Krieger gefertigt. Ebenso spendete die Familie von Steffen Ernst aus Neckarelz solche Visiere. Zudem nähten viele fleißige Helfer des Haßmersheimer Pfadfinderstamms St. Benedikt Gesichtsmasken aus Stoff.
Insgesamt 50 Stoffmasken, 25 Gesichtsvisiere und 15 Liter Händedesinfektionsmittel wurden an den Erwachsenenhospizdienst übergeben. Uta Lang und Marcus Dietrich, Geschäftsführer der Evangelischen Sozialstation Mosbach, dankten Monika Weber und dem Inner-Wheel-Club Neckar-Odenwald bei der symbolischen Spendenübergabe – auch stellvertretend für alle anderen Spender.

„Wir sind berührt von so viel Hilfsbereitschaft und wissen die große Verbundenheit mit unserem Dienst sehr zu schätzen“, so Marcus Dietrich. Und Monika Weber stellte fest: „Schön, dass das, was wir tun, auch ankommt.“
Die Hospizbegleitungen bleiben trotz der gelockerten Kontaktbeschränkungen zurzeit noch schwierig. „Wir müssen hinsichtlich Corona Schwerstkranke und ihre Angehörigen, aber auch die Ehrenamtlichen im Blick behalten. Alle Beteiligten müssen vor einer Ansteckung mit dem Virus geschützt werden“, erklärt Uta Lang. In den letzten Wochen konnten die Begleitungen fast ausschließlich per Telefon stattfinden.

Und noch sind die Besuchsbeschränkungen in den Pflegeheimen und im Krankenhaus nicht komplett aufgehoben. Ein Teil der 26 Ehrenamtlichen gehöre selbst zur Corona-Risikogruppe und müsse noch länger mit dem Dienst vor Ort aussetzen, erläutert die Hospizkoordinatorin. Die Schutzausrüstung sei aber ein wichtiger Schritt zurück zu den Begleitungen im häuslichen Umfeld, in Pflegeheimen und im Krankenhaus.

Bis sich die Türen wieder ganz auftun, bietet der Erwachsenenhospizdienst weiterhin Beratungsgespräche zur Palliativpflege sowie Hospiz- und Trauerbegleitung per Telefon an. Je nach Situation sind auch Begleitungen vor Ort möglich. Alle Angebote sind kostenfrei. „Wir sind auch während der Corona-Krise für die Menschen da“, betont Uta Lang. „Nach einem Gespräch ist vieles leichter und die meisten Dinge lassen sich auch in dieser Zeit problemlos organisieren.“ Mit den eingegangenen Sachspenden sind die ehrenamtlichen Hospizmitarbeitenden gut gerüstet, wenn sie in die Begleitung von Schwerstkranken, Sterbenden und Angehörigen vor Ort zurückkehren können.

Info: Wer sich zur Palliativpflege beraten lassen möchte, eine Begleitung wünscht oder den Verlust eines geliebten Menschen betrauert, findet Rat und Beistand beim Erwachsenenhospizdienst Mosbach. Telefon: 0 62 61 / 937 85 65. Internet: www.hospizdienst-mosbach.de.

Artikel teilen:

Werbung

Zum Weiterlesen: