Neckar-Odenwald-Kreis vor Lockdown?

7-Tage-Inzidenz bei 35 – Bundes- und Landesregierungen planen Verschärfung der Maßnahmen

Mosbach.  (pm/jh) Das Gesundheitsamt erhielt am Mittwoch Kenntnis über gleich 18 weitere Fälle einer Coronavirus-Infektion im Kreis. Damit übertrifft die sogenannte 7-Tage-Inzidenz erstmals die Vorwarnstufe von 35 Fällen pro 100.000 Einwohner. Die 7-Tage-Inzidenz entspricht der Anzahl der in den letzten sieben Tagen neu gemeldeten Fälle pro 100.000 Einwohner und wurde im Mai als Messzahl für eine Bewertung des Infektionsgeschehens und entsprechender Kontrollmaßnahmen festgelegt. Derzeit tagt in Berlin die Ministerpräsidenten-Konferenz mit Kanzlerin Angela Merkel. Von dort ist zu vernehmen, dass die 7-Tage-Inzidenz möglicherweise auf 35 gesenkt werden soll, weshalb der Neckar-Odenwald-Kreis möglicherweise vor einen regionalen Lockdown steht.

Konkret bedeutet dies, dass die Städte und Gemeinden in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt verschiedene Maßnahmen veranlassen können. So ist beispielsweise die Beschränkung der Teilnehmerzahl bei privaten Feierlichkeiten und ein räumlich beschränktes Gebot zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im öffentlichen Raum möglich. Jede Ortspolizeibehörde beobachtet nun ihren Zuständigkeitsbereich darauf, ob derartige Maßnahmen erforderlich sind. Auch werden die Ortspolizeibehörden, wie es aufgrund des Erreichens der Pandemiestufe 2 ohnehin notwendig ist, verstärkt Kontrollen auf die Einhaltung der Corona-Verordnung durchführen. Die Landkreisverwaltung ruft die Bevölkerung erneut dazu auf, die bekannten Hygieneregeln konsequent im Alltag umzusetzen.

Insgesamt neun Infektion wurden in den vergangenen Tagen in einem Pflegeheim im Aglasterhausen-Michelbach festgestellt (NZ berichtete). Das Gesundheitsamt wurde von dem Betreiber unmittelbar nach dem ersten Fall in der Einrichtung informiert und ist seitdem permanent mit der dortigen Heimleitung und dem Betreiber in sehr gutem und kooperativen Kontakt. Nachdem sich in dem Heim ein größeres Ausbruchsgeschehen entwickelt hat, hat der Heimbetreiber heute in Absprache mit dem Landratsamt darüber informiert.

Hintergrund:

Bei Fragen zu der Corona-Pandemie stehen geschulte Mitarbeiter des Landratsamts weiterhin unter den Telefonnummer 06261/84 3333 und 06281/5212-3333 zur Verfügung. Die Telefone sind unter der Woche von 8.00 Uhr bis 16.00 Uhr und am Wochenende von 11.00 Uhr bis 15.00 Uhr besetzt.

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